Altbewährt und stets aktuell: Aktenordner

23.10.2014 |  Von  |  Büroeinrichtungen
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Altbewährt und stets aktuell: Aktenordner
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Manches bleibt immer gleich. Design und Konstruktion sind perfekt und können und müssen nicht mehr verbessert werden. Sie überstehen jede Zeit und jede Veränderung. Wahrscheinlich werden sie auch in Zukunft noch genauso funktionieren und aussehen wie damals und heute. Eins dieser unveränderlichen und unverbesserlichen Dinge ist der Aktenordner, der in jedem Büro unverzichtbar ist.

Wenn es um vom Menschen konstruierte Produkte geht, trifft wohl auf keines die Weisheit „Form follows function“ so gut zu wie auf den Aktenordner, um den es im Folgenden gehen wird. Rein gar nichts an seiner Gestaltung ist überflüssig. Jedes Detail erfüllt einen Zweck.



Die Metallbügel sind mit einem Stück Blech unverrückbar zwischen zwei Pappdeckeln befestigt und nehmen die passenden Blätter der Reihenfolge nach auf. Durch einen Federmechanismus presst der sogenannte Tippklemmer die Bögen, beispielsweise chronologisch, alphabetisch oder thematisch sortiert, zusammen.

Aussen am Ordnerrücken befindet sich eine durchsichtige Plastiktasche, in die beschriftete Papierstreifen gesteckt werden können, damit jeder Nutzer weiss, was sich im Ordner befindet. Passende Aufkleber mit vorgegeben Feldern zum Beschriften und wahlweise dekorativen Aufdrucken sind gängige Alternativen. Im Deckel sorgen zwei schlitzförmige Aussparungen, aus denen beim Zuklappen die Metallbügel ein paar Milimeter herausragen, für sicheren Stand. Dieses Detail erhöht allerdings nicht nur die Stabilität sondern hilft zeitglich Platz zu sparen, indem sich der Ordner ein wenig verjüngt.

Ein Griffloch im Ordnerrücken ist mit Metall umrandet, die Kanten sind an den Unterseiten mit Metall verstärkt. Der umrandete Griff sorgt dafür, den Ordner besser im vollen Regal greifen zu können und herauszuziehen. Die verstärkten Kanten lassen den Ordner besser über Regalböden gleiten und schützen gleichzeitig vor Beschädigungen.

Kind deutscher Gründlichkeit



Wenig überraschend hat ein gewissenhafter Deutscher dieses Meisterwerk erfunden. Eigentlich sogar zwei: Franz Soennecke aus Bonn, lieferte den Prototyp mit dazugehörigem Lochgerät 1886 und meldete direkt ein Patent darauf an. Diese Erfindung war allerdings noch nicht ausgereift. Der Stuttgarter Unternehmer Louis Leitz beschrieb sie als „relativ primitive Vorrichtug“, die allein „zum Aufspiessen von Papier“ tauge. Also entwickelte er Soenneckens Prototyp weiter, designte den „Leitz Registrator auf Holzbrett“ und versah ihn 1893 mit den berühmten Bügeln und Umlegehebel.

Laut Hersteller war es damit ab sofort möglich Unterlagen buchmässig aufzubewahren. Zuvor war es nur möglich gewesen nacheinander ein Blatt aufs andere zu heften. Leitz‘ Mechanismus erlaubte nun das Blättern und Ein- und Ausheften einzelner Bögen. Diesem neuen Ordner konnte an jeder Stelle zu jeder Zeit Papier entnommen oder hinzugefügt werden. Diese praktischen Sammelmappen revolutionierten von Deutschland aus Ablagesysteme unzähliger Behörden und Büros.





Ordner beseitigen das Chaos und sorgen für Effizienz. (Bild: Carsten Reisinger / Shutterstock.com)

Ordner beseitigen das Chaos und sorgen für Effizienz. (Bild: Carsten Reisinger / Shutterstock.com)

Der Ruhm hat seine Schattenseiten

Die Ordner trugen zur Ordnung aber nicht immer nur im positiven Sinne bei. Das berühmte Griffloch war 1911 entwickelt worden, danach diente der Aktenordner auch einer blutrünstigen Kriegsmaschinerie, die ihren grausigen Höhepunkt nur wenige Jahre später erreichen sollte. Ordner dienten seit Anfang der 1940er Jahre nicht zuletzt dem Erfassen, Verfolgen, Unterdrücken und Vernichten von Menschenleben in Diktaturen bis heute.

Die dunkle Vergangenheit macht Ordner aber ebenso zu unschätzbaren Zeitzeugen und Werkzeugen der Rechtsprechung. In den Dokumenten des „Dritten Reichs“ sind Verbrechen so lückenlos archiviert wie nirgendwo sonst. Die Sammelmappen haben sich also selbst rehabilitiert. Und sie tragen bei Arbeitsabläufen bis heute und auf der ganzen Welt zu Übersicht, Ordnung und Effizienz bei.

Keine erwähnenswerten Veränderungen

Seit Beginn ihres Siegeszuges ist der Bedarf an Aktenordnern ungebrochen hoch. Marktführer wie Leitz, Herlitz und Co. brauchen sich auch in modernen Zeiten mit neuen Technologien keine Sorgen um sinkende Absätze machen. Trotz digitalisierter Ablage oder der elektronischen Übermittlung von Daten werden nach wie vor grosse Mengen Papier bedruckt, abgeheftet und gesammelt. Laut einer Schätzung des „Wall Street Journal“ ist der Papierverbrauch, seit E-Mails eingeführt wurden, sogar um etwa 40 % gestiegen und das bewährte Ablagesystem hat sich erstmals verändert.

Der Öffnungswinkel der Bügel neuester Ordner-Modelle ist grösser als früher und kann dadurch wesentlich mehr Papier aufnehmen als die Vorgängermodelle. Mit neuen Designs in Farbe oder flexiblen Plastikordnern wird auch an die nachwachsende Zielgruppe gedacht. Solch kleine Neuerungen bleiben aber die einzigen Veränderungen, die am altbewährten System vorgenommen werden. Ein Ordner ist und bleibt nun mal ein Ordner.

 



Oberstes Bild: © racorn – Shutterstock.com

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1 Kommentar


  1. Aktenordner sind absolut nicht mehr wegzudenken aus dem Büroalltag. Vorallem für mich als Sekretärin ein wichtiges Mittel um Ordnung im Bürokratie-Dschungel zu bewahren. Ab und zu nehme ich mir dann auch die Zeit die Ordner mal „auszumisten“ und neue zu besorgen. Dauerhaft günstig kann man zum Beispiel hier (http://www.bueromarkt-ag.de/aktenordner.html) einkaufen. Viele verschiedene Größen und auch Rückenschilder gibt es hier, die man gleich dazubestellen kann.

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