Baumassnahmen im Lager bei laufendem Betrieb

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Baumassnahmen im Lager bei laufendem Betrieb
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Ob die vorhandene Lagerfläche neu gestaltet und mit neuen Regalen eingerichtet werden soll, ob eine Fördertechnik eingebaut wird oder aufgrund eines Schadens Teile des Lagers temporär nicht mehr in vollem Umfang genutzt werden können: Baumassnahmen im laufenden Betrieb stellen die gewohnten Abläufe auf den Kopf. Sie erfordern eine vorausschauende Planung, um die Auswirkungen auf interne und externe Kunden möglichst gering zu halten und möglichst schnell und kostengünstig abgeschlossen zu werden.

Jede Baumassnahme beeinträchtigt und stört das Tagesgeschäft, im Büro ebenso wie im Lager. Doch während bei Umbauten im Büro dank moderner IT kaum organisatorischer Aufwand entsteht und die betroffenen Kollegen in einem Ausweichbüro eine temporäre oder dauerhafte neue Wirkungsstätte relativ schnell beziehen können, ist die Situation im Lager oder im Produktionsbereich meist deutlich kritischer. Die vorhandenen Warenbestände und Assets lassen sich nicht ohne weiteres umlagern, der laufende Betrieb muss auch während der Bauphase aufrechtgehalten werden. 



Ausweichlager, rollendes Lager oder Arbeit auf der Baustelle

Handelt es sich um ein komplexes Bauvorhaben, das einen Grossteil der Lager- und Handlingsfläche betrifft, ist die temporäre Nutzung eines Ausweichlagers oft die sinnvollste Alternative. Dieses kann ein vorhandenes Aussen- oder Nebenlager sein, sofern dieses über ausreichende Kapazitäten verfügt, um die Waren aufzunehmen. Dabei müssen auch logistische Abläufe berücksichtigt werden, schliesslich soll die Kundenbelieferung oder die Vereinnahmung von produzierten Gütern nicht behindert werden.

Einige Unternehmen nutzen den eigenen Fuhrpark als Ausweichlager, indem die palettierten Güter im LKW gelagert und umgeschlagen werden, allerdings bedingt ein sogenanntes rollendes Lager einen hohen administrativen Aufwand. Stehen unbebaute Freiflächen auf dem Betriebsgelände zur Verfügung, können auch Industriezelte aufgestellt werden; diese bieten den Vorteil, dass hier auch Regalflächen eingerichtet werden können, um die Lagerwaren möglichst platzsparend unterzubringen.

Generell sollten zudem durch eine aktive Steuerung von Produktion und Einkauf die Bestände zu Baubeginn möglichst niedrig gehalten werden. Das gilt im besonderen Umfang natürlich dann, wenn das Tagesgeschäft parallel zu den Bautätigkeiten in der gleichen räumlichen Umgebung sichergestellt werden soll oder muss. Denn je weniger Lagerfläche tatsächlich mit Waren belegt ist, desto einfacher lassen sich die operativen Aufgaben auch auf einer Baustelle realisieren. Zudem gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Arbeitsabläufe durch Gerüste, Bühnen oder Order Picker zu unterstützen.



Gut gerüstet auf der Baustelle 

Stabile Gerüstkonstruktionen aus Metall stellen eine sichere Möglichkeit dar, notwendige Arbeiten auch in luftigen Höhen unter dem Hallendach durchzuführen. Sie bieten eine grössere und stabilere Stand- und Arbeitsfläche als etwa eine Leiter oder ein Arbeitskorb am Stapler und eignen sich für längerfristige Installationen. Zwar lassen sie sich relativ schnell auf- und abbauen, sind jedoch unbeweglich und damit ortsgebunden. Dafür punkten stationäre Gerüstsysteme bei der erreichbaren Arbeitshöhe, sie bieten also eine hohe vertikale Flexibilität.

Fahrgerüste bieten dagegen eine hohe horizontale Flexibilität und eignen sich damit auch für Kommissioniertätigkeiten am Regal. Allerdings sind die Arbeitshöhen von Fahrgerüsten begrenzt, um eine ausreichende Stabilität sicherzustellen. Hier ist meist bei einer Reichhöhe von 2.8 Metern das Limit erreicht, dafür lassen sich die Fahrgerüste problemlos von Hand verfahren und nach dem Einsatz platzsparend zusammenklappen. 





Hochregallager-Maxim Blinkov-shutterstock.com

Hochregallager (Bild: Maxim Blinkov / shutterstock.com)

Bühne frei für grosse Arbeitshöhen

Bei Arbeiten im Hochregallager sind die 2.8 Meter Reichhöhe kaum ausreichend, muss in grösseren Höhen Ware per Hand entnommen oder eingelagert werden, sind so genannte Order Picker die bessere Alternative. Sie bieten eine Reichhöhe von bis zu 5.2 Metern und sind dank Motorisierung dynamischer und schneller im Lager unterwegs. Zudem brauchen sie im Vergleich zu einem Fahrgerüst eine geringere Grundfläche und sind damit auch bei besonders beengten Platzverhältnissen eine gute Möglichkeit, das Tagesgeschäft auch ohne FFZ sicherzustellen.

Soll es noch höher gehen, sind Scheren- oder Mastarbeitsbühnen die richtigen Arbeitsmittel. Hiermit lassen sich Reichhöhen von bis zu 11 Metern erreichen und somit auch Hochregallager bewirtschaften. Anders als spezielle FFZ sind diese Geräte jedoch nicht für den dauerhaften Einsatz im Lager ausgelegt und optimiert. Sie eignen sich jedoch sehr gut, um bestimmte Tätigkeiten wie Reparaturen oder Malerarbeiten in Deckenhöhe vorzunehmen oder einen kurzfristigen Ausfall eines FFZ zu kompensieren und den laufenden Betrieb sicherzustellen.



Miete, Leasing oder Kauf?

Grundsätzlich müssen die erwähnten Geräte nicht in jedem Fall gekauft werden, eine solche Investition lohnt sich in der Regel nur selten. Denn nach Abschluss der Baumassnahmen, wenn der Betrieb wieder in gewohnter Manier aufgenommen werden kann, werden die genannten Übergangslösungen meist nicht mehr benötigt und stellen unnötig gebundenes Kapital dar. Zudem verbrauchen sie, einmal angeschafft, dauerhaft Stellfläche, was in vielen Lagern ein sehr knappes Gut ist.

Aus diesem Grund ist die Miete auf Tages-, Wochen- oder Monatsbasis die wirtschaftlich sinnvollere Variante, auch wenn diese temporär mit gewissen Kosten verbunden sind. Sollen die Geräte allerdings dauerhaft genutzt und daher angeschafft werden, bietet sich die Option an, den Bedarf zu leasen und so eine hohe Investition zu vermeiden. Leasing ist jedoch nicht für alle Geräte möglich, daher ist eine genaue Kalkulation der benötigten Assets und der damit verbundenen Kosten unumgänglich, um eine sowohl operativ als auch wirtschaftlich tragfähige Lösung zu entwickeln.



 

Oberstes Bild: © Don Pablo – shutterstock.com

Über Christian Praetorius

Christian Praetorius, Jahrgang 1969, gelernter Controller und Logistiker mit jahrelanger Berufserfahrung. Seit 2012 gemeinsam mit seiner Frau Christine als freier Texter und Autor selbständig, erfolgreich und glücklich. Seine Kunden schätzen ihn für klare Worte, originelle Slogans und kreative Wortspiele ebenso wie für seine absolute Zuverlässigkeit und Kundenorientierung. Schreibt aus Berufung und mit Leidenschaft für die Sprache, die Botschaft und den Leser.



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