Betriebseinrichtung: Lohnt sich der Gebrauchtkauf?

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Betriebseinrichtung: Lohnt sich der Gebrauchtkauf?
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Die Investitionen in die notwendige Betriebseinrichtung kann besonders junge Unternehmen finanziell überfordern. Denn Regale, Stapler, FFZ, Büro- und Sozialraumeinrichtungen sind oft mit hohen Investitionssummen verbunden, die aus dem Cash Flow oder dem Grundkapital bedient werden müssen.

Reicht dieses nicht aus, um alle Wünsche und Anforderungen zu erfüllen, müssen kreative Möglichkeiten gefunden werden, um dennoch den Geschäftsbetrieb sicherzustellen und gleichzeitig die notwendigen Investitionen zu reduzieren. Was liegt da näher, als sich auf dem Gebrauchtmarkt umzusehen und beispielsweise die Lagereinrichtung gebraucht günstiger zu erwerben?



Wer an der Qualität spart, spart doppelt. Das gilt in einem besonderen Masse für die Betriebseinrichtung. Wer etwa einen Lagerbereich einrichten muss, in dem Güter und Produkte sicher und zuverlässig gelagert werden, ist auf Regalsysteme aus Metall angewiesen, die eine ausreichend hohe Tragfähigkeit und Stabilität aufweisen. Ob als Paletten- oder Handfachregale, per Hand oder mit einem FFZ zu bedienen, Industrieregalsysteme sind hochwertige Konstruktionen, die durch ihren Aufbau und die formale Gestaltung auf dauerhafte Höchstleistungen und Belastungen ausgelegt sind.

Sicherheit hat ihren Preis 

Die Anforderungen im industriellen und betrieblichen Umfeld sind sehr unterschiedlich, dementsprechend gross ist auch die Bandbreite an Industrieregalsystemen. Ob mit Tablaren ausgestattet, auf denen Kleinmengen von Waren aufgestellt und gelagert werden, oder mit Traversen für die Lagerung und dem Umschlag von Paletten, gemeinsam sind ihnen immer die stabile Konstruktion aus Metall und die daraus resultierenden hohen Werte für die Fach-, Feld- und Gesamtlast. Sofern das Regalsystem fachmännisch korrekt montiert und gesichert wurde.

Diese Sicherheit hat natürlich ihren Preis, und der kann bei der Einrichtung einer kompletten Lagerhalle schnell auch in sechs- bis siebenstellige Dimensionen steigen. Und selbst bei kleineren Projekten sind die Kosten oft höher, als es das eigene Budget zulässt, was den Gebrauchtmarkt attraktiver erscheinen lässt. Allerdings hat der Gebrauchtmarkt auch seine Tücken, denn oft stehen eben nur begrenzte Quantitäten zur Verfügung, die zudem beim Vorbesitzer optimal in die bestehende räumliche Hülle gepasst haben dürften, an den eigenen Bedarfen jedoch vorbei gehen.



Handelt es sich dann noch um ein System, das seitens des Herstellers nicht mehr vertrieben wird, ist die Investition doppelt gefährdet. Denn nicht nur verzichten Unternehmer bei einer gebrauchten Regalanlage auf die wichtige Garantie und Gewährleistung des Herstellers; auch kann die Investition später nicht ohne Probleme erweitert und etwa eine neu gebaute Halle zusätzlich in Betrieb genommen werden, ohne ein weiteres System zu installieren. Hierdurch erhöht sich unnötig die Komplexität der Betriebseinrichtung, weil Ersatzteile in doppelten Mengen gelagert werden müssen.

Gekauft wie gesehen – verdeckte Mängel inklusive

Besteht keine Möglichkeit, das gebrauchte Regalsystem vor Erwerb aufgebaut zu begutachten, lassen sich zudem Mängel und Beschädigungen nicht im Vorfeld identifizieren und bewerten. Wurden im bisherigen Umfeld der Regale FFZ oder Stapler eingesetzt, sind Beschädigungen besonders der unteren Ständer und Traversen nicht ausgeschlossen. Diese sind jedoch nicht zuverlässig zu erkennen, wenn das System abgebaut und verladebereit palettiert aus zweiter Hand erworben wird. Sie stellen jedoch nicht nur ein ästhetisches Problem dar, sondern können die Betriebssicherheit massiv gefährden, denn die ursprüngliche Tragfähigkeit kann von solchen Elementen nicht mehr gewährleistet werden.

Auch (Flug-)Rost kann die Stabilität des Systems beeinträchtigen, reduziert in jedem Fall aber die Haltbarkeit der Elemente. Da Industrieregale bei sachgemässem Einsatz und Montage eine Haltbarkeit von Jahrzehnten aufweisen, senken diese Mängel im Material die Lebensdauer empfindlich und machen eine verfrühte Nach- oder Neuinvestition unvermeidlich. Selbst dann, wenn noch kein Rost erkennbar ist, können mechanische Beschädigungen der Oberfläche eine Korrosion beschleunigen. Zudem sind die Trägerelemente besonders gefährdet, bei einem unsachgemässen Auf- und Abbau beschädigt oder verbogen zu werden, wodurch die Gesamtstabilität beeinträchtigt wird.



Ein weiteres Problem stellen Markierungen dar, etwa Lagerplatzbezeichnungen. Sind diese nicht in Form von Magnettafeln angebracht, stellt die Entfernung einen zusätzlichen und in der Regel zeitaufwändigen Arbeitsschritt dar. Sollen Barcodes angebracht werden, um die Lagerplatzerfassung per Scanner zu realisieren, ist ein Überkleben vorhandener Etiketten häufig mit dem Problem des Durchscheinens verbunden. Die Scanner können dann den aktuellen Barcode nicht von seinem durchscheinenden Untergrund unterscheiden und lesen fehl. Altmarkierungen stellen damit nicht nur ein optisches, sondern auch ein prozessuales Problem dar, das die Arbeitsabläufe empfindlich stören kann.





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Volle Flexibilität und Sicherheit gibt es nur direkt ab Werk. (Bild: Aquir / shutterstock.com)

Volle Flexibilität und Sicherheit gibt es nur direkt ab Werk

Und nicht zuletzt werden Regalanlagen oft auf Mass gefertigt und exakt in die gegebene räumliche Situation eingeplant. Was bei einer Halle genau passt, muss bei keiner anderen Halle ebenso passen. Hier müssen dann zusätzliche Arbeiten am Regal vorgenommen werden, etwa um Stützen abzuflexen und zu kürzen. Zudem werden gebrauchte Regalanlagen meist nur en bloc verkauft und nicht als Einzelteile. Damit relativiert sich ein vermeintlich günstiges Gebrauchtangebot recht schnell.

Wer bei der Betriebseinrichtung sparen will, sollte daher nicht am falschen Ende sparen. Wirtschaftlich sinnvoller ist daher eine exakte vorherige Analyse des konkreten Bedarfs, um nur die Mengen an Regalen zu kaufen, die tatsächlich benötigt werden. Diese können beim Hersteller fabrikneu und mit Garantie erworben werden, was die Sicherheit und Lebensdauer entscheidend erhöht. 



 

Oberstes Bild: ©  Baloncici – shutterstock.com

Über Christian Praetorius

Christian Praetorius, Jahrgang 1969, gelernter Controller und Logistiker mit jahrelanger Berufserfahrung. Seit 2012 gemeinsam mit seiner Frau Christine als freier Texter und Autor selbständig, erfolgreich und glücklich. Seine Kunden schätzen ihn für klare Worte, originelle Slogans und kreative Wortspiele ebenso wie für seine absolute Zuverlässigkeit und Kundenorientierung. Schreibt aus Berufung und mit Leidenschaft für die Sprache, die Botschaft und den Leser.



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