Blechherstellung: Vom Erz zum Blech

03.06.2014 |  Von  |  Allgemein
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Blechherstellung: Vom Erz zum Blech
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Metall umgibt uns in allen Produkten. Metallische Werkstoffe haben vielseitige Eigenschaften, welche in allen Arten von Erzeugnissen zum Einsatz kommen. Neben der guten Formbarkeit von Metallen ist ihre Wiederverwendbarkeit der grösste Vorteil dieser Materialien. Metalle lassen sich beliebig oft einschmelzen und wieder zu neuen Produkten umformen. Kunststoffe und Holzmaterialien können das nicht.

Von sich aus haben Metalle überhaupt keine Form. Sie liegen in der Natur hauptsächlich chemisch gebunden als Oxyd vor. Um sie vom angebundenen Sauerstoff zu lösen, sind aufwendige Verfahren nötig. Mithilfe eines Reaktors und eines Reaktionsmittels wird das reine Metall aus dem Erz gelöst. Diese Reaktoren nennt man aufgrund ihrer Bauart „Hochofen“. Als Reaktionsmittel wird bei Eisenerz beispielsweise fein zerkleinerte Kohle verwendet.



Metalle werden selten in der reinen Form verwendet. Erst das Mischen verschiedener Metalle erzeugt einen Werkstoff, welcher für technische Zwecke geeignet ist. Diese Mischungen nennt man Legierungen. Erzeugt werden Legierungen in Schmelzöfen. Werke, welche Rohmetalle aus Erzen herstellen, werden „Hütten“ genannt. Sie haben zumeist auch einen oder mehrere Schmelzöfen, um das gewonnene Metall zu Legierungen verarbeiten zu können.

Als Legierung vorliegend, wird das Metall im einfachsten Fall sofort durch Guss zum Endprodukt verarbeitet. Dies ist beispielsweise bei den Druckgussmaschinen der Fall. Druckgegossene Bauteile sind zumeist aus Aluminium und können schnell und in grossen Stückzahlen gefertigt werden. Neben dem Druckguss ist der Strangguss eine weitverbreitete Methode, um aus einer geschmolzenen Legierung direkt ein fertiges Endprodukt herzustellen. Metallprofile werden auf diese Weise gefertigt. Dies sind lange Werkstücke mit gleichbleibendem Querschnitt, wie Stangen, Rohre oder Grundmaterialien für Rahmen. Die Maschine, in welcher der Strangguss durchgeführt wird, nennt man „Extruder“.

Zu einem handlichen Strang gegossen, werden Metalle auf Schmieden und Walzen umgeformt. Schmieden hämmern Metalle mit grossem Druck in Vor- oder Endprodukte. Typische Werkstücke, welche auf Schmieden hergestellt werden, sind Handwerkzeuge. Schraubenschlüssel, Zangen, Hämmer und Abzieher werden ganz oder teilweise auf Schmieden hergestellt. Zum grössten Teil werden auf Schmieden die Metalle aber einfach nur in massive Blöcke geformt, welche durch weitere Bearbeitungsschritte zum Endprodukt verarbeitet werden.

Das Walzen bezeichnet das Herstellen flachen Materials. Dazu kommen die gleichnamigen Maschinen, die Walzen, zum Einsatz. Dies sind Paare aus schweren Metallrollen, zwischen denen mit zusätzlichem hydraulischem Druck die durchlaufenden Metalle immer flacher ausgeformt werden.
Wie dünn ein Blech ausgewalzt werden kann, hängt vor allem vom Werkstoff ab. Ab 60 Mikrometern Dicke spricht man nicht mehr von Blechen, sondern von Folien. Gewalzte Metalle werden zu flachen Grossblechen oder zu langen Bändern ausgewalzt. In der Bandform werden die Bleche nach dem Walzen aufgerollt. Diese Rollen nennt man Coils. Als Coil vorliegend, sind sie besonders leicht zu transportieren und können gut weiterverarbeitet werden.



 

Oberstes Bild: © Quka – Shutterstock.com


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