Damit alles rund läuft im Lager – Räder und Rollen

28.03.2014 |  Von  |  Räder und Rollen
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Damit alles rund läuft im Lager – Räder und Rollen
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Die Erfindung des Rades gilt als einer der wichtigsten Meilensteine in der Geschichte der Menschheit. Mit seiner Hilfe gelang es unseren Vorfahren erstmals, auch schwere und unhandliche Lasten über weite Strecken mit geringem Kraftaufwand zu bewegen. Daran hat sich bis heute nichts geändert, auch wenn die technische Umsetzung heute deutlich komplexer ist.

Dafür laufen technisch ausgereifte Räder und Rollen nicht nur rund, sondern bieten weitere Eigenschaften wie eine lange Haltbarkeit, eine starke Belastbarkeit oder eine Federung, um Stösse und Bodenunebenheiten auszugleichen. Zudem sorgen Bremsen dafür, dass die Transportgeräte zuverlässig stehen bleiben, auch auf schiefen Ebenen.



Der grundsätzliche Aufbau von Rollen

Transportgeräte für den betrieblichen Einsatz verfügen häufig über Reifen mit einem kleinen Raddurchmesser, die als Rollen bezeichnet werden. Sie bestehen aus Felge und Bereifung und werden über ein Lager mit der querlaufenden Achse verbunden. Ist die Achse fixiert, kann sie also nicht nach links oder rechts ausschwenken, handelt es sich um eine sogenannte Bockrolle; mit einer schwenkbaren Achse wird daraus eine Lenkrolle. Beide in Kombination ermöglichen eine Konstruktion, die sowohl geradeaus wie auch um Kurven fahren kann und damit flexibel einzusetzen ist.

Die einfachste Variante stellt ein Rollbrett dar, das mit vier Rollen mobil gemacht wird, die in der Regel als Lenkrollen ausgeführt sind. Damit ist das Rollbrett besonders flexibel zu bewegen, erfordert aber grosse Konzentration, wenn es nur geradeaus gehen soll. Stabiler wird die Fahrspur, wenn zwei der Lenk- durch Bockrollen oder feststellbare Lenkrollen ersetzt werden. Hierdurch ergeben sich immer noch gute Lenkeigenschaften bei einer deutlich höheren Spurtreue.

Was in Bewegung kommen kann, muss auch gebremst werden können. Daher sind sowohl Bock- wie auch Lenkrollen mit einem Bremssystem erhältlich. Dieses wird in der Regel mit der Fussspitze durch Antippen betätigt und gelöst und sollte der Europäischen Norm EN 1757-3 (Sicherheit von Plattformwagen) entsprechen, um die Betriebssicherheit zu gewährleisten.



Komplexere Bremssysteme blockieren nicht nur eine einzelne Rolle, sondern gleichzeitig mehrere und erhöhen somit die Arbeitssicherheit. Auch eine Totmannschaltung ist möglich, bei der die Bremse aktiv durch die Betätigung eines Handgriffes gelöst werden muss, um das Gerät bewegen zu können. Die Bremse wird in der Regel durch eine Radfeststellung aus Gummi realisiert, die direkt auf die Bereifung wirkt. Damit wird eine hohe Bremswirkung erzielt und gleichzeitig eine geringe Wartungsanfälligkeit erreicht.



Lagerung und Bereifung 

Einsatzzweck, Transportgewicht, Umgebungsbedingungen und spezifische Anforderungen bestimmen Aufbau und Material von Rollen und Reifen im Betrieb. Gleitlager stellen eine einfache und besonders kostengünstige Variante dar, die auch für den Nassbetrieb geeignet ist, allerdings keine optimale Beweglichkeit gewährleistet.





ball bearing on shale

Rollenlager sind da schon dynamischer und ermöglichen Geschwindigkeiten von bis zu 8 km/h. (Bild: fotandy / Shutterstock.com)

Rollenlager sind da schon dynamischer und ermöglichen Geschwindigkeiten von bis zu 8 km/h. Sie sind wartungsfrei und ebenfalls sehr preiswert. Für den harten Dauereinsatz und höhere Geschwindigkeiten von bis zu 30 km/h geeignet sind Kugellager; und wenn es darum geht, schwere Lasten von bis zu mehreren Tonnen zu bewegen, sind Kegelrollenlager mit einstellbarem Lagerspiel die richtige Wahl.

Bei der Bereifung gilt die Faustregel: Auf harten Böden sollte eine weiche Bereifung zum Einsatz kommen, auf weichen Böden wie Teppichboden hingegen eine harte. Eine Luftbereifung bietet einen sehr elastischen Lauf und ist sowohl für ebene wie für unebene Böden geeignet. Sie eignet sich damit ideal für den Ausseneinsatz, hat allerdings einen vergleichsweise hohen Anfahr-, Schwenk- und Rollwiderstand, der überwunden werden muss.

Eine Bereifung aus Vollgummi stellt die Standardlösung für den Innenbereich dar. Sie ist auch für leicht unebene Oberflächen geeignet und bietet einen elastischen Lauf und geringe Widerstände. Sind hohe Lasten zu transportieren, eignet sich eine Polyurethan-Bereifung besser, die ein besonders geringes Widerstandsmoment besitzt und zudem gegen viele aggressive Chemikalien resistent ist. Zudem ist diese Bereifung nicht kreidend und schont damit empfindliche Oberflächen und Bodensigel.

Soll das Gerät nur auf ebenen Flächen bewegt werden, bietet eine Bereifung aus TPE (thermoplastisches Elastomer) spürbare Vorteile, denn dieses bietet einen sehr geringen Anfahr-, Roll- und Schwenkwiderstand und verringert so den notwendigen Kraftaufwand. Auch dieser Werkstoff ist nicht kreidend und hinterlässt keine Spuren auf dem Boden. Zusätzlich kann eine elektrische Leitfähigkeit realisiert werden, die eine statische Aufladung verhindert.

Rollen und Räder aus Polyamid oder Nylon stellen eine besonders günstige Beräderung dar, die eine hohe Tragfähigkeit besitzen und ebenfalls unempfindlich gegenüber feuchten oder chemisch aggressiven Milieus sind. Allerdings werden diese Eigenschaften durch einen unelastischen, harten und damit unkomfortablen Lauf erkauft. Ausserdem verursacht das harte Material vergleichsweise laute Fahrgeräusche.

Sind besonders hohe Lasten zu transportieren, müssen spezielle Schwerlastrollen mit Vollgummi- oder Superthane-Bereifung eingesetzt werden. Diese können bis zu 7 Tonnen Gewicht transportieren. Damit dieses möglich wird, müssen Rad, Achse und Gabel so aufeinander abgestimmt werden, dass die auftretenden Kräfte beim Anfahren, Transport und Bremsen mit einem entsprechend höheren konstruktiven Aufwand kompensiert werden, etwa durch Schrägrollenlager. Superthane, ein Polyurethan, bietet im Vergleich zu einem Vollgummireifen einen etwa dreimal geringeren Rollwiderstand und einen um den Faktor 10 geringeren Abrieb. Damit lassen sich die Konstruktionen und Geräte länger ohne Wartung betreiben, was die höheren Investitionskosten auf die Lebensdauer relativiert. 



 

Oberstes Bild: © fefufoto / Fotolia.com

Über Christian Praetorius

Christian Praetorius, Jahrgang 1969, gelernter Controller und Logistiker mit jahrelanger Berufserfahrung. Seit 2012 gemeinsam mit seiner Frau Christine als freier Texter und Autor selbständig, erfolgreich und glücklich. Seine Kunden schätzen ihn für klare Worte, originelle Slogans und kreative Wortspiele ebenso wie für seine absolute Zuverlässigkeit und Kundenorientierung. Schreibt aus Berufung und mit Leidenschaft für die Sprache, die Botschaft und den Leser.



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