Das Architekturbüro effizient einrichten: Büroausstattung für Architekten

30.09.2015 |  Von  |  Büroeinrichtungen
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Das Architekturbüro effizient einrichten: Büroausstattung für Architekten
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Architekten richten anderer Leute Gebäude ein, doch auf die Einrichtung ihres eigenen Arbeitsplatzes sollten sie auch mehr als nur einen Gedanken verwenden.

Besonders grössere Architekturbüros mit vielen Mitarbeitern können durch die Wahl ihrer Büroeinrichtung sehr zur Produktivität des Unternehmens beitragen – oder sie systematisch zerstören. Leichter fällt die Auswahl der technischen Grundgeräte. Hier gibt es einige Standards in Sachen Büroausstattung für Architekturbüros.

Grossraumbüro vs. Einzelbüro

Sind Sie Einzelkämpfer oder ein kleines Team, können für Sie vielleicht unsere Tipps zum Einrichten kleiner Büroräume hilfreich sein. Für alle grösseren Mannschaften stellt sich die Frage: Grossraumbüro oder Einzelbüros?

Grossraumbüros haben seit einiger Zeit Hochkonjunktur. Entwickelt wurde das Konzept in den USA, von wo es Ende der 1950er Jahre nach Deutschland, in die Schweiz und nach ganz Europa importiert wurde. Ziele waren gemäss der amerikanischen Unternehmenskultur eine flachere Hierarchisierung, kürzere Kommunikationswege und stärkere Synergien zwischen den Mitarbeitern, auch über Fachbereiche hinweg. Tatsächlich kann man diese Effekte tatsächlich beobachten und sie zu den Vorteilen von Grossraumbüros zählen.

Positiv: die Vorteile von Grossraumbüros

  • Bessere Kommunikation. Eine Frage ist schneller gestellt und beantwortet, wenn mich vom Kollegen statt einer Wand nur ein paar Meter Luft trennen. Ausserdem nicht zu verachten: der bessere Blick für das, woran die Kollegen gerade arbeiten, mithin für den Puls des Unternehmens selbst.
  • Inspiration und Wissenstransfer. Durch die kurzen Wege entstehen in Gesprächen ganz neue Ideen, gerade der Kontakt zu Kollegen aus anderen Bereichen kann inspirierend wirken. Ausserdem: Lernen durch Beobachtung (z. B. Kundentelefonate), schnelle Tipps bei Softwareproblemen etc.

Leider haben auch Grossraumbüros ihre Schattenseiten, für die sie in den letzten Jahren etwas in Verruf geraten sind.

Negativ: die Nachteile von Grossraumbüros

  • Akustische Belastung. Der Wegfall von schallhemmenden Mauern sorgt natürlich für eine erhöhte Geräuschkulisse. Diese kann sich auf Dauer negativ auf die Psyche auswirken.
  • Ablenkung. Eher auf einzelne akustische Spitzen bezieht sich dieses Problem. Das schrill klingelnde Telefon des Nachbarn oder die angeregte Besprechung gleich nebenan kann einen aus dem konzentrierten Arbeiten herausreissen. Um wieder zurückzufinden, braucht es im Schnitt 8 Minuten!
  • Verlust der Privatsphäre. Das Gefühl, wie auf dem Präsentierteller zu sitzen, macht so manchem zu schaffen. Vertrauliche oder persönliche Telefonate sind nicht mehr möglich, auch ist eine individuelle Einflussnahme auf Umgebungsfaktoren wie Licht und Temperatur nur eingeschränkt möglich.

Besprechungsräume kompensieren etwas die mangelnde Privatsphäre in Grossraumbüros. (© bikeriderlondon - shutterstock.com)

Besprechungsräume kompensieren etwas die mangelnde Privatsphäre in Grossraumbüros. (© bikeriderlondon – shutterstock.com)


Soll die Zusammenarbeit im Grossraumbüro gelingen, müssen einige Verhaltensregeln eingehalten werden:

  • Nur mit gedämpfter Stimme telefonieren
  • Klare Absprache über Arbeitsphasen, in denen nicht gestört werden soll
  • Kein Essen am Arbeitsplatz
  • Regelmässiges Lüften ist besser als dauerhaft offene Fenster
  • Smartphone auf lautlos stellen
  • Private Unterhaltungen (auch am Telefon) so kurz wie möglich halten. Ansonsten nach draussen gehen.
  • Distanz wahren: mindestens 50 Zentimeter, besser einen Meter.

Natürlich machen Einzelbüros gerade beim Thema Privatsphäre vieles einfacher. Sie sind aber insgesamt kostspieliger, v. a. wegen der schlechteren Platzausnutzung. Mit einer intelligenten Gestaltung des Grossraumbüros können Sie die Gegenpole Synergie und Kommunikation einerseits und Konzentration und Privatsphäre andererseits sehr gut vereinen.

Bürolandschaft: das intelligent gestaltete Grossraumbüro

Wer, wie das deutsche Pionierunternehmen „Quickborner Team“ seinerzeit, das Grossraumbüro als Landschaft mit verschiedenen Bereichen begreift, kann scheinbare Gegensätze darin versöhnen. Hier die wichtigsten Massnahmen:

  • Verteilen Sie die Arbeitsplätze nach Funktionsbereichen.
  • Möglichst viele schallabsorbierende Bauelemente (Gardinen, Boden etc.) verwenden.
  • Beleuchtung: Neben der allgemeinen Beleuchtung ist für jeden Arbeitsplatz eine individuelle Beleuchtung notwendig. LED-Bürolampen mit hoher Lichttemperatur (ca. 4000 K) sind optimal.
  • Spezielle Raumeinheiten für spezielle Erfordernisse. Wie wäre es mit einer „Telefonzelle“ für vertrauliche Gespräche? Oder einem Social Meeting-Raum für den privaten Austausch? Auch für Teambesprechungen sollte ein eigener Raum vorhanden sein.

Betriebseinrichtung in Architekturbüros

Der „Wohlfühlfaktor“ ist ein wichtiger Punkt in der Gestaltung eines Architekturbüros, die technische Ausstattung ein ebenso bedeutsamer.

Zunächst einmal, wie heute üblich, braucht ein Architekturbüro natürlich eine der Anzahl der Mitarbeiter entsprechende Zahl an Computer-Arbeitsplätzen. Diese sollten über einen Server miteinander vernetzt sein. Des weiteren gehören CAD-Arbeitsplätze als Spezialausrüstung zu einem Architekturbüro; optimalerweise sind auch diese miteinander vernetzt.


Ein Plotter gehört zur Grundausstattung jedes grösseren Architekturbüros. (© jurra8 - shutterstock.com)

Ein Plotter gehört zur Grundausstattung jedes grösseren Architekturbüros. (© jurra8 – shutterstock.com)


In der Regel ist auch noch ein Plotter vorhanden. Diese teuren und hochwertigen Geräte setzen grossformatige digitale Baupläne direkt auf Papier um. Wichtig ist dies z. B. für die Einreichung bei Behörden oder beim Bauherrn selbst. Einen tollen Service in diesem Bereich bietet übrigens die Schweizer Firma PlotJet. Sie stellt Architekturbüros die Geräte kostenlos zur Verfügung und übernimmt die komplette Administration und Rechnungsabwicklung mit dem Endkunden. Wo wir schon beim Thema Drucken sind: An Druckern haben Architekturbüros naturgemäss besondere Anforderungen. Mit dem normalen A4-Drucker ist es bei weitem nicht getan, ein A3-Drucker/Kopierer sollte es mindestens sein, evtl. sogar wesentlich grösser. Sogar A0-Drucker sind in Architekturbüros keine Seltenheit. Und: Wo ein Drucker, da auch ein Scanner. Auch hier sind Formate bis A0 durchaus üblich.

Weitere mögliche „Hardware“-Optionen sind technische Zeichentische der „alten Schule“ sowie eigene Arbeitsplätze mit einem Ausschreibungsprogramm wie Orca. Dies hängt von der Spezialisierung des Büros ab. Führen Sie Präsentationen im eigenen Büro durch, brauchen Sie natürlich auch einen Beamer.

Auf der Software-Seite gehören zum Standard: MS Office, Adobe Pro, sowie eine CAD-Software. Auch eine serverbasierte Terminplaner-Software wie ProPlan kann gerade bei grösseren Büros Sinn machen.

 

Titelbild: © Monkey Business Images – shutterstock.com

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