Die besten Tools für das Power-Nap

29.09.2014 |  Von  |  Allgemein
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Die besten Tools für das Power-Nap
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Morgens ist der Mitarbeiter noch frisch, ausgeruht und produktiv. Das ändert sich spätestens nach dem Mittagessen. Inzwischen hat die bleierne Müdigkeit nach einer reichhaltigen Mahlzeit schon einen eigenen Namen: Das gefürchtete „Schnitzelkoma“ zehrt auch an der Leistungsfähigkeit des motiviertesten Mitarbeiters wie ein Anker samt Kette.

Angestellte, die dem Sog nach Schlaf und Ruhe vormals nachgegeben haben, konnten sich bislang zumindest einer Rüge sicher sein: Im Büro schläft man nicht! Diese eiserne Regel war über Jahrzehnte ein ungeschriebenes Gesetz und wurde bei Übertretung auch häufig mit einer Kündigung geahndet. Auch wenn jede Zelle des Körpers nach einer kleinen Auszeit nur so schreit, wird der Müdigkeit in der Regel ausschliesslich mit einer ordentlichen Portion extra starkem Kaffee begegnet. Doch es gibt inzwischen gänzlich gegenteilige Meinungen.



Mit dem reichlich schmeichelhaften und progressiven Begriff „Power Napping“ ist nichts anderes gemeint als ein kurzes, kraftspendendes Nickerchen. Die Augen zu schliessen und wirklich einige Minuten in den Schlaf abzudriften kann die Produktivität für den Nachmittag wiederherstellen. Doch dabei gibt es einiges zu beachten.

Grossraumbüros sind für das Schläfchen denkbar ungeeignet. Ein schnarchender Mitarbeiter macht spätestens bei einem Kundenbesuch einen schlechten Eindruck. Darum sollte für das Power-Nap stets ein eigener Raum aufgesucht werden. Archive oder Kellerräume können hierfür nützlich sein.

Ausserdem gilt auch für das Power-Nap: „Wie man sich bettet, so liegt man.“ Im Bürostuhl die Füsse hochzulegen und in sitzender Position zu versuchen, das Nickerchen durchzuziehen, ist nicht optimal. In dieser Haltung ist die Atmung behindert, was sich durch Apnoen bemerkbar machen kann. Diese gefürchteten Aussetzer in der Respiration bewirken das völlige Gegenteil des gewünschten Ziels: Statt ausgeruht und mit frischer Kraft an den Rest des Tagesgeschäftes zu gehen, ist man noch müder.

Dazu noch ein kurzer Einschub: Besonders übergewichtige Mitarbeiter befinden sich häufig in einer teuflischen Kaskade zwischen schlechtem Schlaf, Antriebslosigkeit und nicht optimaler Performance. Für einen Vorgesetzten ist im Rahmen der Fürsorgepflicht die Frage nach dem Schlaf erlaubt. Besonders die Frage „Schnarchen Sie?“ kann einen Hinweis auf die Probleme des Mitarbeiters geben. Beruflicher Druck, das Übergewicht und die Schlafprobleme verbinden sich zu einer sich permanent selbst befeuernden Spirale. Kommt dann noch das Schnarchen hinzu, ist eine massive Schlafapnoe nicht mehr weit. Diese kann man durchbrechen, indem man den Schlaf wiederherstellt.
Als Vorgesetzter sollte man bei diesem Verdacht dem Mitarbeiter einen Besuch beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt nahelegen. Mit einer verschriebenen Überdruck- Atemmaske kann der Mitarbeiter in diesem Punkt seine Gesundheit und seine Leistungsfähigkeit binnen weniger Tage vollständig wiederherstellen. Zumeist schliesst sich der Herstellung eines gesunden Schlaferlebnisses auch eine Neubesinnung hinsichtlich aller anderen körperlichen Defizite an. Die meisten Body Transformations von fett zu fit haben mit einer Schlafmaske angefangen. Man kann als Vorgesetzter in diesem Punkt mit einem kleinen Gespräch dem Mitarbeiter zu einem völlig neuen Lebensgefühl verhelfen.



Es gibt teure Hightech-Lösungen für einen entspannten Mittagsschlaf. Unter dem Namen „EnergyPod“ sind solche und andere Liegen eher für die höheren Einkommensklassen interessant. Die ETH Zürich hat Power-Napping-Liegen entwickelt, die es wirklich in sich haben: Neben einer idealen Liegeposition wurde auch die Farbgebung auf maximale Entspannung hin optimiert.

Aber es gibt bereits für wenige Euro Alternativen. Spezielle Power-Napping-Kissen, wie beispielsweise das „Ostrichpillow“, erlauben dem Kurzzeitschläfer, völlig wegzutauchen. Wie der Vogel Strauss seinen Kopf gerne in den Sand steckt, so verschwinden Haupt und Hände des müden Mitarbeiters für wenige Minuten in diesem Kissen. So hat man es dunkel, leise und weich.



Luftmatratzen und Isoliermatten sind ebenfalls nicht die schlechteste Idee für das Mittagsschläfchen. Man schafft so zumindest eine hygienische Distanz zum Boden des Büroraumes. Isoliermatten sind jedoch sehr hart und Luftmatratzen umständlich aufzubauen.



Wirklich clever und dazu noch sehr preiswert sind aber Feldbetten. Sie sind in Sekundenschnelle auf- und wieder abgebaut, dazu noch leicht und sehr kompakt zu verstauen. Auch preiswerte Gartenliegen sind zu diesem Zweck gut geeignet. Dazu gehören eine Decke und ein Kissen. Kann man ein Feldbett für wenige Franken erstehen, sollte man beim Kissen jedoch nicht sparen. Ein Power-Nap bringt nicht viel, wenn man anschliessend einen steifen Nacken hat. Auch wenn ein Nackenstützkissen 150 Franken und mehr kostet, diese Investition lohnt sich auf jeden Fall.

Ein Power-Nap hat jedoch strenge Regeln. Damit er wirklich wirkungsvoll ist, muss der Mitarbeiter zwar richtig eingeschlafen sein. Länger als 30 Minuten darf der Schlaf aber nicht andauern. Überschreitet man diese Zeit, wird der Nachmittag erst richtig zur Qual, weil man dann aus dem verschlafenen Zustand nicht mehr herauskommt. Ideal sind 20 Minuten. Schafft man es, diese Zeit wirklich weggedöst zu sein, sind die Batterien für den Nachmittag wieder voll.

Ein kurzes Nickerchen im Büro ist also kein Zeichen von Faulheit oder Verrat an der Firma, sondern genau das Gegenteil. Richtig organisiert und durchgeführt, steigert es spürbar die Produktivität und Motivation eines Unternehmens.



 

Oberstes Bild: © calic – Shutterstock.com


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