Ein Klassiker wird wiederentdeckt: der Schreibsekretär

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Ein Klassiker wird wiederentdeckt: der Schreibsekretär
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Der gute alte Schreibsekretär ist wieder da. Im 18. und 19. Jahrhundert war er in beinahe jedem adligen oder grossbürgerlichen Haushalt zu finden, im 20. Jahrhundert hingegen war er dann eher ein Sammlerstück. Der Bedarf nach mehr Arbeitsfläche und aufgrund der Computer auch nach mehr Stellfläche führte dazu, dass Schreibtische genutzt werden und die Schreibsekretäre auf dem Speicher landen.

Unvergessen und doch neu entdeckt



Der Schreibsekretär mit der edlen Ausstrahlung und den vielen verschiedenen Fächern geriet eigentlich nie in Vergessenheit. Gerade in Haushalten mit eher wenig Platz war der Schreibsekretär meist bevorzugter Schreibschrank. Auch dort, wo man weiter lieber mit der Hand statt mit dem Computer schrieb, blieb der Schreibsekretär meist die erste Wahl. Und auch als dekoratives Schmuckstück sorgte ein gut erhaltener oder restaurierter Sekretär stets für Aufmerksamkeit.

Ein Schreibschrank aus Mitteldeutschland, um 1750 gefertigt. (Bild: Martin Janecke, Wikimedia, CC)

Ein Schreibschrank aus Mitteldeutschland, um 1750 gefertigt. (Bild: Martin Janecke, Wikimedia, CC)

Die Möbelindustrie gibt den Takt vor



Ein Schreibsekretär ist ein grossartiges Beispiel handwerklicher Möbelbaukunst. Er wird auf natürlichem Vollholz hergestellt, ist mit vielen praktischen Einteilungen und Fächern ausgestattet sowie mit der praktischen Abdeckklappe und ist häufig aufwendig lasiert, mit geschnitzten oder gedrechselten Schmuckelementen und Intarsien versehen. Somit ist der Schreibsekretär nicht nur äusserst praktisch, sondern auch sehr schön.

Mit einer entsprechenden Gestaltung passt sich ein Sekretär problemlos auch in eine hochwertige Möblierung ein und wirkt auch als Solitär hochwertig und besonders. Aufgrund der auf Massenproduktion ausgerichteten Möbelindustrie verschwand der individuell gestaltete Schreibschrank aus den meisten Wohnungen. Die hohen Ansprüche an Individualität und die aufwendigen Gestaltungen passten nicht in maschinengestützte Massenproduktionen, die immer mehr auf Systemmöbel ausgerichtet wurden.

So ersetze der Schreibtisch den Schreibsekretär. Nur in gehobenen Haushalten blieben Sekretäre Teil der Einrichtung und pflegten sie über Jahrzehnte hinweg. So bewahrten sie ihn vor der Versenkung in der Möbelgeschichte.

Praktisch und nostalgisch



Schreibsekretäre werden wieder modern. Wenn keine aufwendige Computertechnik, sondern ein individueller Wohnstil gefragt ist, wird der Sekretär mit seiner praktisch-schönen Gestaltung genutzt. Er dient dabei meist eher nicht als Arbeitsplatz im heimischen Büro, sondern als nostalgisch wirkendes Möbelstück mit praktischem Anspruch. Auch Möbeltischlereien entdecken den schönen Schreibschrank wieder und versuchen sich dabei auch an einer neuen Gestaltung und neuen Formen, die auch Platz für moderne Technik bieten können. Dieser Trend ging auch an der Möbelindustrie nicht vorbei.

So lebt ein tot geglaubtes Möbelstück wieder auf. Meist besticht es noch mit einer individuellen Wirkung, verschiedene Hersteller versuchen aber auch, den Schreibsekretär in laufende Produktionen einzufügen. Oft kleiden sie die Kombination aus Schreibfläche und Schränkchen wieder in ihr historisches Gewand. Die Oberflächen werden auf alt getrimmt, geschwungene Beine und die vielen kleinen Fächer erinnern an die historische Gestaltung. Für die, die es moderner mögen, gibt es den Schreibschrank auch in modernen, klaren Fronten, beispielsweise in Klavierlackoptik.

So wird der Schreibsekretär in vielen Wohnungen wieder als praktisches Möbelstück für kleinere Schreibarbeiten genutzt. Besonders gefragt ist ein solches Möbelstück dort, wo kein eigenes Heimbüro eingerichtet werden soll, ein weiterer kleiner Arbeitsplatz in der Wohnung gefragt ist oder auch dort, wo für grosse, wuchtige Schreibtische einfach nicht genügend Platz ist.



Richtig platzieren!

So schön ein Schreibsekretär auch ist, wirkt er aber nur dann, wenn er in das Gesamtensemble der Einrichtung passt. Selbstverständlich kann ein historischer Sekretär auch in einem modernen Wohnambiente als Einzelstück stilvoll und einzigartig wirken. Dann sollte er aber zumindest mit einem optisch passenden Stuhl oder mit einem Stuhlsessel kombiniert werden. Wer den Schreibsekretär nur aus Stolz auf den Besitz desselben irgendwo unpassend platziert, tappt in eine gestalterische Falle.

Antike Schreibschränke sollten nie direkt neben oder irgendwo zwischen moderneren Möbeln stehen. So verliert er seine Wirkung und es entsteht der Eindruck von chaotischem Durcheinander der Einrichtung. Perfekt steht ein Schreibsekretär, ob modern oder antik, einzeln mit einem passenden Schreibstuhl. So wirkt er nicht deplatziert und bietet zudem genügend Freiraum für die Nutzung.

Wer kann einen Schreibsekretär nutzen?

Ein Schreibsekretär kann immer dann eingesetzt werden, wenn kleinere Schreibarbeiten zu erledigen sind. Wenn er so gestaltet ist, dass er genügend Beinfreiheit bietet, kann er auch für längeres Arbeiten genutzt werden. Kleinere Kinder sollten den Sekretär nicht nutzen, da dies für sie zu kompliziert sein kann, vor allem wenn der Sekretär einen Klappe oder einen Rollladen hat. Auch bei mangelnder Beinfreiheit ist der Schreibsekretär beispielsweise zum Erledigen von Hausarbeiten ungeeignet. Dann sollte man lieber auf einen praktischen, höhenverstellbaren Kinderschreibtisch zurückgreifen, der mit den Kindern mitwächst und so auch noch in das Jugendzimmer mitwechseln kann.



 

Oberstes Bild: Der Schreibsekretär – ein Klassiker wird wiederentdeckt. (© Kaziyeva-Dem’yanenko Svitlana / Shutterstock.com)

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