Ein neuer Anstrich für den Boden: Bodenfarben und Bodenbeschichtungen

04.05.2015 |  Von  |  Betriebseinrichtung
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Ein neuer Anstrich für den Boden: Bodenfarben und Bodenbeschichtungen
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Gewerblich genutzte Böden müssen viel aushalten. Um sie vor starker Belastung und Beanspruchung, Witterungseinflüssen und frühzeitigem Verschleiss zu schützen, gibt es verschiedene Arten spezieller Farben und Beschichtungen. 

Den Boden zu beschichten bzw. zu versiegeln kann Vorschrift und Pflicht sein. Viele machen es aber auch, damit der Boden toll aussieht oder eine bereits abgenutzte Fläche wieder eine saubere technische Ausstrahlung und gute Befahrbarkeit erhält.

Wo kommen Bodenbeschichtungen und Bodenfarben zum Einsatz?

Die klassischen Einsatzorte für Bodenfarben und -beschichtungen im Unternehmen sind Lager- und Produktionsräume, Werkstätten, Keller und Garagen. Das Auftragen einer Beschichtung kann auch sinnvoll sein in stark genutzten Abstellräumen, in Treppenhäusern bzw. auf Treppen und in Heizräumen, in denen Öltanks stehen.

Durch die geeignete Spezialfarbe oder Spezialbeschichtung werden sowohl Böden als auch Wandbarrieren geschützt und wetterfest. In Garagen, Produktionshallen und Autowerkstätten verhindert eine öl- und benzinfeste Beschichtung das Eindringen von Schad- und Gefahrstoffen in den Boden. Besonders harte und robuste Beschichtungen halten es auch problemlos aus, wenn den ganzen Tag Gabelstapler und Hubwagen, Fahrgerüste, Wagenheber, Werkzeugwagen und schwere Teile über sie gefahren, geschoben, gezogen und gerollt werden.

Neben den rein funktionellen Aspekten bringen Bodenbeschichtungen natürlich auch ein grosses ästhetisches Potenzial mit. Sie sind in vielen Farben erhältlich, und einigen sind besondere Glitzer- bzw. Strukturpartikel beigemischt. Manche davon haben laut Hersteller vor allem den Zweck, die Dicke, Stabilität, Sicherheit und Lebensdauer der Beschichtung zu erhöhen. Durch die Struktur oder gewünschte Rauheit des Bodens verbessern sich die Traktion und Manövrierfähigkeit vieler Fahrzeuge und Rollgeräte, und auch Menschen rutschen auf einem leicht rauen, griffigen Boden weniger leicht aus.

Die entsprechenden Glitzer- und Strukturbeschichtungen werden allerdings auch gern und oft genutzt, um Industrie- und Gewerberäumen ein besonderes Flair zu verleihen. Beliebt sind sie etwa in Betrieben, die Empfangsbereich, Lager, Konferenz- und Sozialräume in derselben Halle untergebracht haben – das ist z. B. häufig der Fall bei Unternehmen aus dem Bereich der Veranstaltungs- und Bühnentechnik bzw. Eventlogistik. Hier entsteht durch eine attraktive, moderne Gestaltung der Böden ein ansprechendes Arbeitsumfeld mit Loftcharakter, das zu der oft jungen Belegschaft und den Kunden aus dem Eventbereich sehr gut passt.

Auch in der Gastronomie, sowohl im Küchen- als auch im Gästebereich, setzen Unternehmer vielfach lieber auf Anstriche und Beschichtungen, statt Fliesen oder andere Bodenbeläge passgenau abmessen und verlegen zu müssen. Die Farbe lässt sich in jeder noch so kleinen oder unzugänglichen Ecke aufbringen und passt auch zu leicht unebenen Böden und gekrümmten Wänden. Zudem lassen sich Schäden am Anstrich, etwa Macken oder Kratzer, leicht und punktgenau reparieren.

Vor dem Streichen oder Beschichten des Bodens

Wichtig vor der geplanten Bodenbehandlung sind das Aussuchen der geeigneten Farbe bzw. Beschichtung und eine professionelle Vorbereitung des Untergrunds. Egal, welcher Boden beschichtet werden soll: Er darf weder stauben noch bröckeln. Alle Untergründe müssen sauber und trocken sowie frei von öl- und fetthaltigen Rückständen sein. Ist bereits ein alter Anstrich vorhanden, muss dieser tragfähig sein. Abblätternde, lose oder eingerissene Farbreste müssen entfernt werden. Was noch fest am Boden haftet, kann nach dem Säubern und Anschleifen problemlos überstrichen werden.


Die klassischen Einsatzorte für Bodenfarben und -beschichtungen im Unternehmen sind Lagerräume. (Bild: © Matusciac-Alexandru - shutterstock.com)

Die klassischen Einsatzorte für Bodenfarben und -beschichtungen im Unternehmen sind Lagerräume. (Bild: © Matusciac-Alexandru – shutterstock.com)


Frische Beton- und Zementflächen bzw. Estriche sollen nicht unmittelbar nach dem Verlegen und oberflächlichen Trocknen beschichtet werden. Sie brauchen noch ein wenig Zeit, um richtig durchzutrocknen und ihre endgültige Form zu finden. Es wird empfohlen, vor der Behandlung eines frischen mineralischen Untergrunds eine Wartezeit von mindestens vier bis sechs Wochen einzuhalten, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.

Alle Farben müssen vor dem Auftragen noch einmal gut durchgerührt werden, damit die Konsistenz und Farbintensität nachher gleichmässig ist. Sehr poröse, saugende oder sandende Untergründe können mit einem geeigneten Tiefgrund vorbehandelt werden, damit die Farbe optimal haftet und nicht zu viel davon in den Boden eindringt.

Verschiedene Bodenbeschichtungen und Bodenfarben

In feuchten Innenräumen ist es ratsam, eine diffusionsoffene bzw. dampfdiffusionsoffene Beschichtung aufzubringen. Diese erlaubt es der Feuchtigkeit unter dem Boden, weiterhin aufzusteigen – der Boden kann also in eine Richtung atmen, was das Risiko von Staunässe, Schimmel oder Fäulnis minimiert. Diffusionsoffene Bodenbeschichtungen sind hoch beanspruchbar und mit dem Stapler befahrbar. Vor der Verarbeitung werden zwei Komponenten, Farbe und Härter, gemischt.

Bodenbeschichtungen aus Epoxidharz sind für Gewerbe- und Lagerräume bestens geeignet, da sie extrem belastbar sind und sich auch dicke Schichten aufbringen lassen. Auch dabei werden zwei Komponenten gemischt – die angerührte Mischung muss dann zügig verarbeitet werden. Die verschiedenen Farben dieser für Innen- und Aussenbereiche erhältlichen Beschichtung können wie normale Wand- oder Bastelfarben gemischt werden, so dass sich auch ein Boden in den Firmenfarben problemlos realisieren lässt.

Heizölsperren kommen in Keller- und Heizräumen sowie in Werkstätten zum Einsatz. Vor dem Auftragen müssen sämtliche Rückstände wie Fette, Schalöle oder Trennmittel restlos entfernt worden sein. Je nachdem, ob und wie der Boden vorher behandelt war, ist das der härteste Teil der Arbeit. Wenn der Untergrund zur Vorbereitung mit Lösungsmitteln bearbeitet werden muss, sind entsprechende Schutzvorkehrungen zu treffen – Schutzkleidung, Atemmasken, absolutes Rauch- und Feuerverbot auf der Baustelle und eine sehr gute Raumbelüftung.

In der Regel sind mindestens zwei Anstriche bzw. Beschichtungen erforderlich, oft auch mehr. Um sicher zu sein, was man bereits überstrichen hat und was nicht, kann es sinnvoll sein, zwei Farbtöne zu bestellen und diese abwechselnd aufzutragen. Der, den man später sehen möchte, stellt schliesslich die oberste und letzte Schicht dar. Auf diese Weise lässt sich im späteren Gebrauch auch gut feststellen, wo sich der Boden am stärksten oder am schnellsten abnutzt bzw. wo und wann Nachbesserungen nötig sind.

Grundsätzlich gilt: Zwischen zwei Anstrichen sollten mindestens 12 Stunden vergangen sein. Und auch bei der Verarbeitung von Bodenfarben gibt es Richtlinien über die minimale, ideale und maximale Verarbeitungstemperatur – üblicherweise sollten der Raum bzw. die Luft nicht kälter sein als 8 °C bis 12 °C. Letztlich verbindlich sind jedoch immer die Hinweise des Herstellers für das entsprechende Produkt.



Fazit: Bodenfarben machen Gewerbeböden hoch belastbar und besser begeh- und befahrbar. Zudem erhöhen sie die Rutschsicherheit und Traktion und verhindern das Ein- oder Durchdringen von Schad- und Gefahrstoffen. Aber auch aus rein ästhetischen Gesichtspunkten können sie betrieblich genutzte Böden enorm aufwerten.

 

Oberstes Bild: © prochasson frederic – shutterstock.com

Über Christine Praetorius

Christine Praetorius, Jahrgang 1971, spricht und schreibt über Neues, Altes, Schönes und Kurioses. Ich liebe Sprache und Musik als die grössten von Menschen für Menschen gemachten Freuden – und bleibe gerne länger wach, um ihnen noch etwas hinzuzufügen. Seit 2012 arbeite ich mit meinem Mann Christian als freie Texterin, Autorin und Lektorin.


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