Stapelkarren – vielseitig und robust

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Stapelkarren – vielseitig und robust
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Stapelkarren, landläufig auch als Sackkarren bezeichnet, gibt es in vielen unterschiedlichen Ausführungen und Belastbarkeiten. Jedem bekannt sein dürfte die klassische Sackkarre aus einem Stahlrohrrahmen mit langen Holmen, zwei luftbereiften Rädern und der Ladeplattform, die im Fachjargon auch als Schaufel bezeichnet wird. Der Vorgänger dieses Transporthelfers ist die hölzerne Sackkarre mit ebenso hölzernen Rädern, die schon früh in der Geschichte der Menschheit Transportaufgaben erleichtern konnte.

Für alle Sackrollis, Stechkarren oder Stapelkarren gilt: Die Achse der Räder ist zugleich der Hebeldrehpunkt. Eigentlich dürfte man Sackrolli und Stapelkarre gar nicht in einem Atemzug erwähnen. Es sind konstruktive Unterschiede, die den klassischen Sackrolli von der modernen Stapelkarre unterscheiden. Bei der Sackkarre sind die Holme leicht nach hinten gebogen, die Schaufel ist generell massiv. Damit wird der Transport von Säcken recht komfortabel, was seinerzeit besonders den Scheuerleuten in den Häfen rund um die Welt sehr entgegenkam. Schwere Säcke mit Kartoffeln, Getreide, Kohlen, Sand, Kaffee und anderen Wirtschaftsgütern mussten nicht mehr mühevoll angehoben und auf den Schultern geschleppt werden.



Die Stapelkarre verfügt im Gegensatz zur klassischen Sackkarre über gerade Holme und eignet sich daher besonders für den Transport stapelbarer Güter wie Kisten und Kartons. Entsprechend der konkreten Aufgaben unterscheiden sich auch die Schaufeln. Bei Paketdiensten, wo vorrangig leichtere Kartons transportiert werden, wird die massive Schaufel durch eine gitterrostartige Konstruktion ersetzt, die ausreichend Tragkraft aufweist und zudem leichter ist. Für schwerere Transportaufgaben bleibt die Schaufel massiv aus einem Stück in unterschiedlichen Grössen und Belastbarkeiten. Spezielle Formen der Stapelkarre sorgen für die Erfüllung spezifischer Transportaufgaben beispielsweise beim Möbeltransport oder bei der Auslieferung von Getränkekästen.

Stapelkarren gibt es in vielen unterschiedlichen Ausführungen und Belastbarkeiten. (Bild: blurAZ / Shutterstock.com)

Stapelkarren gibt es in vielen unterschiedlichen Ausführungen und Belastbarkeiten. (Bild: blurAZ / Shutterstock.com)

Stapelkarren sind längst nicht mehr nur aus Stahl

Die Klassiker der Stapelkarren sind aus einem robusten Stahlrohrrahmen, oftmals auch mit gusseisernen Rädern gefertigt. Damit sind die alten aber sehr belastbaren Stapelkarren zwar unheimlich strapazierfähig, aber auch sehr schwer. Mit dem Aufkommen moderner Materialien und Technologien haben sich mittlerweile Stapelkarren aus Aluminium oder Edelstahl durchgesetzt. Während die Karren aus Aluminium vor allem durch Leichtigkeit im Handling bestechen, sind die Stapelrollis aus Edelstahl hoch belastbar und im Rahmen rostfrei. Stapelkarren aus Stahl trifft man gelegentlich noch an, die hölzernen Vorfahren sind nur noch selten zu sehen.



Mit den 1990er Jahren eroberten die falt- oder klappbaren Stapelkarren vor allem die privaten Haushalte und den Bereich der Speditionen und Auslieferungsfahrer. Die klappbaren Modelle benötigen im Transport deutlich weniger Platz, sind in der Konstruktion aus Aluminium und teils Kunststoff, sehr leicht und bestechen dennoch durch ihre vielseitige Belastbarkeit etwa zum Transport von Getränken, Koffern, oder Baumaterialien.



Eine spezielle Form der Stapelkarre präsentiert sich als Treppensteigkarre. Hier wurden die zwei Räder durch weitere Räder ergänzt, die in der speziellen Anordnung in der Lage sind, auch Treppen einfach zu überwinden. Solche Transportkarren werden gern bei Möbelspeditionen, Umzugsunternehmen oder bei der Auslieferung schwerer Haushaltstechnik eingesetzt. Die sternförmig angeordneten Räder greifen praktisch von der Setzstufe auf die Trittstufe und erlauben so den relativ einfachen Transport schwerer Gegenstände mit der Stapelkarre auch auf Treppen.

Wo lassen sich Stapelkarren und Sackkarren einsetzen?

Sackrollis und Stapelkarren lassen sich in den unterschiedlichsten Bereichen einsetzen. Je nach Bauart, Material, Schaufel und Belastbarkeit finden wir die Karren in privaten Haushalten genauso wie in vielen Unternehmen. In der Lagerhaltung, bei Möbelspeditionen und Umzugsfirmen, in Bauunternehmen und bei Getränkelieferanten gehören stabile Stapelkarren genauso zur Standardausrüstung wie beispielsweise bei Paketdiensten und anderen Lieferanten.



Eingesetzt werden die unterschiedlichen Karren beim Transport von Säcken mit unterschiedlichem Inhalt wie beispielsweise Zement, Erde, Sand, Kies, Kartoffeln und ähnlichen Schüttgütern. Bevorzugtes Arbeitsfeld der Stapelkarren ist der Transport von stapelbaren Umverpackungen wie beispielsweise Getränkekästen, Kisten und Kartons. Spezielle Formen der Stapelkarre ermöglichen auch den Transport von Fässern, Kanistern oder ähnlichen Verpackungen. Die Spezialisierung in der Industrie hat dazu geführt, dass eben auch die Sackrollis und Stapelkarren ganz spezielle Formen angenommen haben.

Ausschlaggebend für den sachgemässen und komfortablen Einsatz sind immer die Belastbarkeit entsprechend der Materialbeschaffenheit, die Ausführung und Tragkraft der Schaufel und die Gestaltung der Räder. Wichtig ist neben der stabilen Gestaltung der Holme immer die belastbare Ausführung der Schaufel. Bevorzugt werden heute luftbereifte Räder eingesetzt, die einen ebenso sanften wie komfortablen Einsatz der Stapelkarre ermöglichen. Allerdings sind auch massive Kunststoffräder, eventuell mit Laufflächen aus massivem Gummi für spezielle Aufgaben immer wieder anzutreffen. Vollgummiräder sind eher seltener aber auch eine Möglichkeit der Bereifung von Sackrollis und Stapelkarren vor allem dann, wenn diese als Treppensteiger ausgeführt sind.

Eine kleine Geschichte am Rande

Eine spezielle Abwandlung der Stapelkarre ist der Rollkoffer. Im Jahr 1987 hatte der ehemalige Pilot und heutige Multimillionär Robert Plath keine Lust mehr, ständig seinen Pilotenkoffer durch die Flughäfen dieser Welt zu schleppen. Kurzerhand schraubte er dem Koffer zwei Rollen unter, befestigte einen verdeckt geführten Teleskopgriff und machte sich so die Mechanik der Stapelkarre für den komfortablen Koffertransport zunutze. Aus der legendären Kleinproduktion in der Garage wurde schnell ein Umsatz von 1,5 Millionen Dollar im ersten Jahr. Was mit dem Sack begann fand so seine logische Fortsetzung beim Koffer. Heute hat fast jeder einen Rollkoffer zu Hause, auch wenn längst nicht jeder über eine Stapelkarre verfügt.



 

Oberstes Bild: Die Stapelkarre als vielseitiger Transporthelfer in vielen Bereichen. (© Andrey_Popov / Shutterstock.com)

Über Olaf Hoffmann

Olaf Hoffmann ist der kreative und führende Kopf hinter dem Unternehmen Geradeaus...die Berater.
Neben der Beratertätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen in Veränderungssituationen ist Olaf Hoffmann aktiv in der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.
Als Autor für zahlreiche Blogs und Webauftritte brilliert er mit einer oftmals bestechenden Klarheit oder einer verspielt ironisch bis sarkastischen Ader. Ob Sachtext, Blogbeitrag oder beschreibender Inhalt - die Arbeiten des Autors Olaf Hoffmann bereichern seit 2008 in vielfältigen Formen das deutschsprachige Internet.


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