Tische und Stühle – in der Betriebseinrichtung so elementar wie vielseitig

29.04.2015 |  Von  |  Betriebseinrichtung
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Tische und Stühle – in der Betriebseinrichtung so elementar wie vielseitig
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Der Mensch kann auf viele Arten im Sitzen arbeiten. Dazu gehören auch das Konferieren, das Lernen, das Warten und das Erwecken des bestmöglichen Eindrucks beim Empfang von Geschäftspartnern.

Stühle und Tische in Betrieben müssen einiges mitbringen – von günstigen Anschaffungspreisen über Ergonomie, gutes Aussehen und Bequemlichkeit bis hin zu Funktionalität und guter Lagerbarkeit. Je früher das Unternehmen weiss, was genau gebraucht wird, desto gezielter kann es bei der Möbelauswahl vorgehen.

Ohne Tische und Stühle geht gar nichts

Sitzmöbel gehören zu den elementarsten Einrichtungsgegenständen. Der Hauptgrund für die Wichtigkeit von Stühlen ist, dass fast immer ein Stuhl notwendig ist, um einen Tisch richtig zu nutzen – und auf Tischen läuft bekanntermassen ein Grossteil aller privaten und betrieblichen Alltagsvorgänge ab. Auf dem Tisch, so sagt der Volksmund, werden die Karten gemischt und die Spiele entschieden.

An Tischen werden Produkte geplant, entworfen, gefertigt, geprüft und verpackt. Das Sitzen um den runden Tisch ist ein Symbol für Beratungen und Besprechungen, für Brainstorming und Ideenfindung und auch für öffentliche und geheime Krisengespräche. Hier kommt alles auf den Tisch: Meinungen werden zur Sprache gebracht, Projekte vorgestellt, Konflikte geklärt, Entschlüsse gefasst und Verträge unterzeichnet.

Kleine Psychologie des Sitzens

Psychologen wissen längst, dass das Gelingen einer Arbeit, der Erfolg eines Meetings oder das Ergebnis einer Verhandlung in hohem Masse davon abhängt, wie gut die Teilnehmer dabei auf ihren Stühlen sitzen. So hat ein Mensch, der unbequem sitzt, wesentlich weniger Geduld – und mit dem Dünnerwerden des Geduldsfadens verkürzt sich auch die Aufmerksamkeitsspanne, also die Zeit, in der man sich voll auf ein Thema konzentrieren kann.

Doch es gibt auch Situationen, in denen der Stuhl nicht zu gemütlich sein darf – ein gutes Beispiel dafür sind Schulzimmer. Sitzen die Lernenden während des Unterrichts zu bequem, neigen sie dazu, sich immer mehr zu entspannen und regelrecht in den Stuhl hineinzukuscheln. Beim allzu entspannten Sitzen erschlaffen aber nicht nur die Stützmuskeln des Körpers, sondern auch das Gehirn vernachlässigt dabei, metaphorisch gesprochen, seine aufrechte Haltung.

Ein richtig behaglich Sitzender ist empfänglicher für Ablenkungen von aussen und gedankliche Eskapaden. Statt konzentriert zuzuhören, mitzudenken und sich aktiv am Geschehen zu beteiligen, beginnt er sich umzusehen und geistig abzudriften. Der Blick wandert zum Fenster oder über die Gesichter der anderen im Raum, Assoziationen und Tagträume entstehen, und im Nu ist der rote Faden verloren gegangen, und im Kopf ist bereits Feierabend.

Dieser Effekt ist bei Schulungen und in Lernsituationen aller Art natürlich unerwünscht. Doch er kann auch ganz bewusst angestrebt werden, um Menschen in eine möglichst friedliche, umgängliche und aufgeschlossene Stimmung zu versetzen. Beim Empfang von Kunden, potenziellen Vertragspartnern oder auch Steuerprüfern hofft jeder, der Gast möge sich schon auf dem Stuhl, auf dem er warten muss, möglichst warm willkommen geheissen und körperlich rundum wohl fühlen. Denn mit dem harmonischen Körpergefühl und der Muskelentspannung stellen sich automatisch mehr Geduld, Toleranz, Zuversicht, Grosszügigkeit und allgemeines Wohlwollen ein.

Wer gemütlich sitzt, ist erwiesenermassen eher dazu bereit, seinem Gegenüber Vertrauen entgegenzubringen, über kleine Fehler hinwegzusehen, Erklärungen zu akzeptieren und optimistisch in die Zukunft zu schauen. Folglich wird er in der gegenwärtigen Situation das Positive stärker empfinden, das Negative weniger persönlich nehmen, Chancen schneller erkennen und mehr Mut zu Risiken zeigen.


Wer gemütlich sitzt, ist erwiesenermassen eher dazu bereit, seinem Gegenüber Vertrauen entgegenzubringen. (Bild: © wavebreakmedia - shutterstock.com)

Wer gemütlich sitzt, ist erwiesenermassen eher dazu bereit, seinem Gegenüber Vertrauen entgegenzubringen. (Bild: © wavebreakmedia – shutterstock.com)


Ergonomie ist nicht dasselbe wie Gemütlichkeit

Arbeit im Sitzen – das bedeutet, aus einer grundsätzlich ungesunden Haltung das Beste herauszuholen. Mediziner und Physiotherapeuten predigen seit Jahren, dass wir alle zu viel sitzen und unser Körper dazu eigentlich nicht geschaffen ist. Manche gehen sogar so weit, Sitzen als „das neue Rauchen“ zu bezeichnen. Versicherungsstatistiken zeigen ganz klar, dass immer mehr Menschen durch falsches und zu langes Sitzen am Arbeitsplatz krank werden oder sogar ihren Beruf dauerhaft aufgeben müssen.

Zu den Hauptgründen für vorübergehende oder dauerhafte Arbeitsunfähigkeit gehören heute Zivilisationsleiden wie Rücken- und Bandscheibenprobleme oder chronische Hand-, Arm- und Schulterschmerzen durch die Computerarbeit. Sie begünstigen auch psychische Beschwerden wie das Burn-out- oder Bore-out-Syndrom, die oft auch als „innere Kündigung“ bezeichnet werden.

Die Mitarbeiter eines Unternehmens sind dessen grösstes Kapital. Investitionen in ergonomische und dadurch kreativitäts- und motivationsfördernde Arbeitsplätze zahlen sich daher immer aus und werden von vorausschauenden und verantwortungsvollen Unternehmern prioritär behandelt. Da für verschiedene Bereiche verschiedene Stühle und Tische benötigt werden, sollte dem Kauf eine sorgfältige Planung vorausgehen, gegebenenfalls verbunden mit dem Besichtigen der einzelnen Arbeitsplätze.

Beim Anschaffen und Bereitstellen von ergonomischen Tischen und Stühlen sollten zudem unbedingt alle Mitarbeiter berücksichtigt werden: Wer nur die umsatzstärksten, produktivsten, dienstältesten oder einflussreichsten Mitarbeiter mit guten Möbeln versorgt und die anderen warten lässt, erschafft damit eine Atmosphäre sozialer Ungerechtigkeit, die dem Betrieb letztlich immer auf allen Ebenen schaden wird.

Wenn das Budget nicht reicht, um alle empfohlenen oder notwendigen Änderungen bzw. Anschaffungen gleichzeitig durchzuführen, sollten die Mitarbeiter darüber informiert werden. Wer die Entscheidungen nachvollziehen und die Reihenfolge demokratisch mitbestimmen kann, fühlt sich nicht übergangen und nimmt eine eventuelle Wartezeit lieber in Kauf.

Tische und Stühle für jeden Anlass

Vor dem Kauf von Stühlen und Tischen sollten immer folgende Fragen beantwortet werden:

  • Wer wird wie oft und wie lange auf diesem Stuhl/an diesem Tisch sitzen?
  • Was soll die obere Körperhälfte dieses Menschen machen, während er sitzt? Wie und wo müssen die Möbel dafür beweglich bzw. verstellbar sein?
  • Wie soll sich der jeweilige Mensch beim Sitzen fühlen, damit er dem Betrieb gern und dauerhaft seine Bestleistung zur Verfügung stellt?
  • Bei Stühlen oder Tischen, die nicht immer oder abwechselnd an verschiedenen Orten gebraucht werden: Wie lassen sie sich transportieren und lagern? Hier sind Stapelstühle und -tische, von denen mehrere gleichzeitig mit speziellen Trolleys oder Stuhlkarren bewegt werden können, Trumpf.
  • Welches Design passt zur Corporate Identity und individuellen Raumgestaltung und ist gleichzeitig stabil und ergonomisch?
  • Welche Sicherheitszertifikate bringen die Möbel mit?
  • Ist die Ersatzteillieferung für die ausgewählten Modelle auch für die nächsten Jahre gesichert? Diesen Punkt zu vernachlässigen kann sehr teuer werden, denn auch hochwertige Möbel nutzen sich ab. Aus Umweltgründen ist es ebenfalls vorteilhaft, sie dann reparieren zu können, anstatt sie wegwerfen zu müssen.


Fazit: Ein Tisch und ein Stuhl: Damit ist der Raum prinzipiell schon eingerichtet für einen im Sitzen arbeitenden Menschen. Doch wie man sich hinsetzt, so funktioniert man auch – darum müssen bei der Betriebseinrichtung nicht nur Mengen und Preise, sondern auch die ergonomischen und psychologischen Aspekte des Sitzens berücksichtigt werden.

 

Oberstes Bild: © zhu difeng – shutterstock.com

Über Christine Praetorius

Christine Praetorius, Jahrgang 1971, spricht und schreibt über Neues, Altes, Schönes und Kurioses. Ich liebe Sprache und Musik als die grössten von Menschen für Menschen gemachten Freuden – und bleibe gerne länger wach, um ihnen noch etwas hinzuzufügen. Seit 2012 arbeite ich mit meinem Mann Christian als freie Texterin, Autorin und Lektorin.


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