Transport von Gefahrgut: Welche Risiken gibt es?

21.10.2014 |  Von  |  Allgemein, Sicherheit
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Transport von Gefahrgut: Welche Risiken gibt es?
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Täglich fahren viele Züge mit geladenem Gefahrgut durch die Schweiz. Da sie eine wichtige Nord-Süd-Verbindung darstellt, wird sie auch von ausländischem Verkehr durchquert. Benzin, Chemikalien und toxische Gase sind nur einige der Stoffe, mit denen die Züge beladen sind.

So stellt sich die Frage, wie es mit der Sicherheit aussieht. Zum Schutz der Bewohner und der Umwelt ist ein einwandfreier Zustand der Güterzüge erforderlich, müssen Schäden sofort erkannt werden. Weiterhin darf es auch zu keiner Kollision mit Personenzügen kommen. Um dies zu sichern, ist eine intensive Zusammenarbeit mit den benachbarten Ländern notwendig.



Vorschriften für den Transport

Jedes Jahr werden mehrere Millionen Tonnen gefährlicher Stoffe auf den Zügen transportiert. Bei Einhaltung aller Sicherheitsvorschriften zählt diese Variante zu den sichersten Möglichkeiten. Der Verkehr unterliegt strengen Sicherheitsauflagen, deren Umsetzung allerdings regelmässig kontrolliert werden muss. Doch in der Vergangenheit wurden diese Kontrollen vernachlässigt, wodurch Sicherheitsrisiken entstanden sind.

Im Juli wurde eine gross angelegte Überprüfung im Güterverkehr durchgeführt, an der Italien unterstützend mitwirkte und bei der insgesamt 78 Wagen überprüft wurden. Ebenso ist es geplant, andere Länder wie Frankreich und Österreich in die Kontrollen einzubeziehen. Diese Kooperation ist wichtig, damit auch die Verantwortlichen im Ausland zur Rechenschaft gezogen werden können.

Mängel bei den Güterzügen



Bei der Kontrolle im Juli wurden leider viele kritische Mängel an den Zügen festgestellt. Dieses Ergebnis ist besonders besorgniserregend, da die Züge oft durch dicht besiedeltes Gebiet fahren. Daher sind grenzüberschreitende und regelmässige Kontrollen besonders wichtig, was auch die SP-Nationalrätin Bea Heim bekräftigte. Mit ihrer Nachfrage, wieso früher nicht bereits ähnliche Kontrollen erfolgt seien, stellte sie den Bundesrat zur Rede.

Daraufhin führte der Bundesrat an, dass sich in den letzten Jahren die Anzahl der Kontrollen stark erhöht habe. Die Zusammenarbeit mit ausländischen Behörden sei insbesondere nach dem Brand eines Güterzuges im Jahre 2011 angestrebt worden. Doch die Ergebnisse seien allerdings sehr zeitintensiv und die Kooperation mit Italien ein erster Schritt.

Die Schweiz – ein wichtiger Punkt im Nord-Süd-Verkehr

Durch die Schweiz fahren viele Züge, die ausländische Güter transportieren. Etwa 70 Prozent aller Transporte zählen zum Transitverkehr. Die Zahl hat sich kontinuierlich erhöht, nachdem um die Jahrtausendwende der europäische Schienengüterverkehrsmarkt geöffnet wurde. Gerade bei Fahrten dieser Art ist es wichtig, die Kooperation mit anderen Behörden zu organisieren, um eine Sicherheit zu gewährleisten.

Die Anzahl der Kontrollen von Gefahrgutzügen hat sich in den letzten Jahren erhöht. (Bild: Zlikovec / Shutterstock.com)

Die Anzahl der Kontrollen von Gefahrgutzügen hat sich in den letzten Jahren erhöht. (Bild: Zlikovec / Shutterstock.com)

Technische Kontrollsysteme erhöhen die Sicherheit



Zur Steigerung der Sicherheit wurden bereits verschiedene Massnahmen ergriffen. So existieren bereits Detektoren, die überhitzte Räder oder entweichende Gase entdecken und diesbezüglich eine Warnmeldung übermitteln. Weiterhin werden alle vier Jahre die aktuellen Risiken ermittelt und neue Vorgehensweisen durchdacht. Wenn Züge besonders kritische Güter transportieren, so erfolgt die Beförderung in der Nacht.



Zudem werden in diesem Fall Strecken vermieden, die viele Weichen aufweisen, so wird ein möglichst reibungsloser Transport gesichert. Der Grund hierfür ist, dass jede Weiche für einen Zug ein Sicherheitsrisiko darstellt, da er entgleisen könnte. Bei der Routen- und ihrer Terminplanung werden ausserdem Grossveranstaltungen berücksichtigt und Alternativtermine ausgewählt, wenn Menschenansammlungen befürchtet werden.

Existieren Alternativen zum Zugverkehr?

Eines ist sicher: Güter müssen transportiert werden, doch sollte dabei stets die Sicherheit sollte an erster Stelle stehen. Auch Lastkraftwagen sind eine Möglichkeit des Transports. Doch auf bei Lkws besteht eine erhöhte Unfallgefahr und können Sicherheitsrisiken entstehen. So sind auf den europäischen Autobahnen viele Transporter unterwegs, die gefährliche Güter geladen haben, weshalb es auch in diesem Fall wichtig ist, regelmässige Kontrollen durchzuführen.

Wenn ein Lkw in einen Unfall verwickelt ist, kann es schnell zu einem Austritt der Stoffe kommen. Selbst dann, wenn die Fahrzeuge in einem guten Zustand sind, sind Fahrfehler, der gefährliche Sekundenschlaf oder unglückliche Situationen jedoch nie auszuschliessen. Deshalb kann die Verwendung von Lkws für den Transport nicht als sicherer eingestuft werden. Diesbezüglich werden verschiedene Massnahmen ergriffen, wie die Kennzeichnung der Ladung und die spezielle Schulung der Fahrer.

Gefahrgutunfälle – selten, aber dramatisch

Aufgrund der umfassend ergriffenen Massnahmen kommt es selten zu grösseren Unfällen.. Doch wenn sie geschehen, sind ihre Auswirkungen meist dramatisch und nehmen grosse Ausmasse an. So beispielsweise beim Transport von unterschiedlichen Chemikalien. Jede einzelne kann recht harmlos sein, geraten sie jedoch miteinander in Kontakt, entstehen durch die Reaktion oft gefährliche Produkte, die geeignete Massnahmen erfordern.

Um auf Unfälle vergleichbarer Art angemessen reagieren und möglicherweise Evakuierungen anordnen zu können, ist es wichtig, dass die Rettungskräfte über die transportierten Güter ausreichend informiert sind. Die Aufräumarbeiten können dann mehrere Tage bis zu Wochen andauern. Beispiele aus der Vergangenheit zeigen, welche Risiken bestehen: Bei einer Lkw-Kollision im Tauerntunnel im Jahre 1999 starben 12 Menschen, 50 wurden verletzt. In Norditalien entgleiste 2009 ein Zug, der Unfall forderte 26 Todesopfer.

Somit bestehen bei beiden Transportvarianten grosse Risiken, die durch entsprechende Sicherheitsmassnahmen reduziert werden müssen. Die Gefahr kann nur dadurch gering gehalten werden, wenn die Anzahl der Kontrollen weiter erhöht wird und sich die Züge und Lkws in einem einwandfreien Zustand befinden. Zugunglücke erlangen schnell Aufmerksamkeit in den Medien, doch auch Unfälle mit Lkws geschehen leider alltäglich und können dramatisch enden.




 

Oberstes Bild: © Ben Carlson – Shutterstock.com

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