Verschieberegale – Raumwunder im Betrieb

14.04.2014 |  Von  |  Regale
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Verschieberegale – Raumwunder im Betrieb
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Regalsysteme bieten die Möglichkeit, Waren übersichtlich und sicher zu lagern, allerdings benötigen die Gänge zwischen den Regalreihen einiges an Platz. Bei einem Lager mit mehreren Gängen, die jeweils ausreichend breit dimensioniert sind, um mit einem Stapler oder Handgerät darin zu fahren, werden überwiegende Teile der verfügbaren Grundfläche für Verkehrswege genutzt. Dabei gibt es wirtschaftlich sinnvolle Alternativen, mit denen die benötigte Grundfläche optimal genutzt werden kann: Verschieberegalanlagen.

Neu ist die Idee tatsächlich nicht, denn in grossen Archiven werden Verschieberegale schon seit vielen Jahrzehnten eingesetzt. Doch mittlerweile haben auch immer mehr Unternehmen mit Lagerhaltung erkannt, welche Möglichkeiten sich durch die Investition in ein Verschieberegal ergeben. Diese sind in nahezu allen Grössen erhältlich und eignen sich ebenso als Archivlösung für Aktenordner wie auch für die platzsparende Lagerung von Paletten.



Einfaches Prinzip mit grosser Wirkung

Anders als ein stationäres Regal wird ein Verschieberegal auf zwei Schienen montiert und ist mit Laufrädern versehen, um sich entlang der Schienen bewegen zu können. Die Regalelemente sind einzeln auf der Schiene aufgesetzt und können aufeinander zu bewegt werden. Statt eines Gangs zwischen jedem Regal gibt es nur einen einzigen Bediengang, der durch das Verschieben der Module „wandert“.

Es gibt Verschieberegale mit Antrieb und solche, die per Hand bewegt werden. Sie verfügen dazu über einen Handgriff oder, bei grösseren Systemen, über eine Kurbel, mit der das Regal langsam verschoben werden kann. Die Rollwagen sind kugelgelagert und damit besonders leichtgängig, so lassen sich die Regale mit geringem Kraftaufwand bewegen. Ein eingebauter Stop stellt sicher, dass die Regalelemente nicht mit Schwung gegeneinandergeschoben werden können, die inliegenden Artikel sind somit bestmöglich geschützt.

Für die Lagerung von Paletten oder schweren Gütern eignen sich angetriebene Varianten, die über eine Motorsteuerung verfügen. Zur Erhöhung der Sicherheit müssen die Regale mit Bewegungsmeldern versehen werden, so wird verhindert, dass sich ein Mensch in einer Regalreihe befindet und schlimmstenfalls zerquetscht wird. Ebenso ist darauf zu achten, dass keine Kommissioniergeräte im Gang abgestellt werden oder dort Gegenstände liegen; dies wird häufig durch ein Lichtschrankensystem sichergestellt, das die Bodenfreiheit prüft und nur bei freiem Gang ein Verschieben ermöglicht.



Die Schienen werden in der Regel direkt auf dem Boden verschraubt, sofern dieser ausreichend eben ist. Bei einer unzureichenden Bodenbeschaffenheit und grossen Unebenheiten oder Schlaglöchern kann eine optionale Grundplatte verwendet werden, auf der die Schienen montiert werden. Diese nivelliert den Boden und bietet eine ausreichende Tragkraft. Generell muss jedoch bei allen Regalen die Bodenbelastung beachtet werden, um keine Probleme mit der Statik zu bekommen.





Platzsparend und wirtschaftlich. (Bild: igorphoto50 / Fotolia.com)

Platzsparend und wirtschaftlich. (Bild: igorphoto50 / Fotolia.com)

Platzsparend und wirtschaftlich

Das stärkste Argument für ein Verschieberegal ist die mögliche Platzersparnis. Diese liegt je nach Ausführung bei bis zu 80 %, es lassen sich also auf gleicher Grundfläche deutlich mehr Waren lagern als bei einer stationären Variante. Sie sind damit besonders im Archiv eine ideale Lösung, um den vorhandenen Platz möglichst optimal zu nutzen, zumal hier spezielle Lösungen am Markt angeboten werden, die auf Akten ausgelegt sind. Die Höhen der Regalfächer entsprechen genau dem Mass der Ordner, die damit innerhalb des Regals kompakt verwahrt sind.

Der vergleichsweise höhere Preis eines solchen Verschieberegals im Gegensatz zu einem stationären Industrieregal stellt zwar eine höhere Anfangsinvestition dar, diese amortisiert sich allerdings schnell, wenn der eingesparte Platz bewertet wird. Denn wenn das Archiv „aus allen Nähten quillt“, stehen oft nur die Alternativen zur Auswahl, baulich zu erweitern und damit einen noch höheren Invest tätigen zu müssen oder eben in ein intelligentes Regalsystem zu investieren und in der räumlichen Hülle bleiben zu können.



Verschieberegale in den Betriebsablauf einbinden

Verschiebbare Regale eignen sich besonders für Güter mit einer geringen bis mittleren Zugriffshäufigkeit, sie sind also nicht geeignet für Highrunner, auf die permanent zugegriffen werden muss. Denn anders als bei einem klassischen Regalsystem steht immer nur ein Gang zum Kommissionieren oder Einlagern zur Verfügung, während zwischen den anderen Regalelementen kein Zwischenraum vorhanden ist. Zudem dürfen die Lagerwaren im Verschieberegal nicht über den Rand des Regals hinausragen, da sie ansonsten beim Verschieben beschädigt werden oder die Waren im gegenüberliegenden Regal beschädigen können.

Der Aufbau eines Verschieberegals ist ähnlich schnell erledigt wie die Montage eines stationären Regals, ein geschultes Montageteam mit zwei Mitarbeitern benötigt für ein Regal mit drei verschiebbaren Elementen etwa einen halben Arbeitstag, dann kann es bereits mit Waren bestückt und genutzt werden; grosse, motorisierte Varianten können allerdings auch mehrere Tage für die Montage in Anspruch nehmen.

Verschieberegale und Arbeitssicherheit

Auch wenn technische Installationen die Betriebssicherheit erhöhen, ist eine Schulung und Unterweisung der Mitarbeiter am Verschieberegal Pflicht. Sie müssen auf die möglichen Gefahren aufmerksam gemacht werden, die von einer unsachgemässen Bedienung ausgehen können, von im Gang abgestellten Geräten oder auf dem Boden liegenden Waren. Auch das Reinigungspersonal muss über die Funktion des Verschieberegals aufgeklärt werden, um beispielsweise zu verhindern, dass die Führungsschienen falsch gereinigt werden. Zudem müssen Verschieberegale in regelmässigen Abständen gewartet werden, um einen reibungslosen Betrieb sicherzustellen. Besonders die Kugellager müssen regelmässig nachgefettet werden, damit die Rollen frei und verschleissfrei laufen können.



 

Oberstes Bild: © tauav – Fotolia.com

Über Christian Praetorius

Christian Praetorius, Jahrgang 1969, gelernter Controller und Logistiker mit jahrelanger Berufserfahrung. Seit 2012 gemeinsam mit seiner Frau Christine als freier Texter und Autor selbständig, erfolgreich und glücklich. Seine Kunden schätzen ihn für klare Worte, originelle Slogans und kreative Wortspiele ebenso wie für seine absolute Zuverlässigkeit und Kundenorientierung. Schreibt aus Berufung und mit Leidenschaft für die Sprache, die Botschaft und den Leser.



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