Wenn der Topf aber nun ein Loch hat

08.08.2014 |  Von  |  Allgemein, Betriebseinrichtung
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Wenn der Topf aber nun ein Loch hat
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… dann stopft man es zu. Vorausgesetzt die richtigen Ausrüstungen und Materialien für diese erforderliche Reparatur sind vorhanden. Zur betrieblichen Ausstattung gehören demnach auch Materialien, Ersatzteile und Werkzeuge, die für kleinere Reparaturen und den einfachen Austausch von Verschleissteilen notwendig sind.

Dieser Bereich wird besonders in kleineren Betrieben des Dienstleistungsgewerbes gern vergessen und kann im Notfall zu ernsthaften Schwierigkeiten führen. Kleine Ursachen führen hier nicht selten zu grossen Wirkungen und bedeuten manchmal echte Einbussen an Umsatz und Gewinn. Dabei hätte alles so einfach sein können, wenn, ja wenn man rechtzeitig an die kleinen Unwägbarkeiten in der Betriebsausstattung gedacht hätte.



Defektes Kabel sorgt für Dunkelheit auf der Fanmeile

Aus dem westdeutschen Hagen ist ein Beispiel bekannt, bei dem wegen eines kleinen Defektes an einem Übertragungskabel zur Fussballweltmeisterschaft in Brasilien die Fanmeile dunkel bleiben musste. Der Ton war da, die Grossbildwand hingegen blieb schwarz. Hunderte verständlicherweise verärgerte und enttäuschte Fans wanderten zur Konkurrenz ab, der veranstaltende Wirt ging trotz hoher Aufwendungen leer aus und hatte das Nachsehen. Der Fauxpas mit dem defekten Kabel hatte auch ein Nachspiel. Um das Vertrauen der verlorenen Gäste wiederzugewinnen, spendierte der Wirt bei den nachfolgenden Veranstaltungen jedem Gast ein Freibier. Zusätzliche Ausgaben, die nicht erforderlich gewesen wären, wenn ein Ersatzkabel vor Ort gewesen wäre. War es aber nicht.

Dieses Beispiel zeigt, wie nachhaltig sich kleinere Defekte, die nicht sofort behoben werden können, auf den Umsatz und Gewinn von Unternehmen auswirken können. Eine Menge ähnlich und anders gelagerter Beispiele könnte hergenommen werden, um die Notwendigkeit von Ersatzteilen, Verschleissteilen und Reparaturwerkzeugen in der betrieblichen Ausstattung zu dokumentieren.

Fehlende Sicherung verursacht Produktionsausfall



In einem anderen Beispiel war die Ursache noch einfacher gelagert und in der Wirkung um ein Vielfaches teurer. Während einer Nachtschicht in einem Produktionsbetrieb fällt in einer Montagehalle die gesamte Beleuchtung aus. Lediglich die Beleuchtung der Fluchtwege und ein paar kleine Arbeitsplatzleuchten sorgen für ein diffuses Licht in der grossen Halle. Ursache war ein defekter Sicherungsautomat. Der hinzugerufene betriebliche Technikdienst konnte zwar den Fehler finden, aber nicht beheben. Aus Mangel an vorausschauender Bevorratung mit Sicherungsautomaten musste der Betriebselektriker bis zum kommenden Tag auf Ersatz warten. Eine gesamte Nachtschicht in der Endmontage fiel aus, die Löhne mussten dennoch weitergezahlt werden, der Verlust rechnet sich hoch auf mehrere tausend Franken.

Fehlende Sicherung verursacht Produktionsausfall. (Bild: Bacho / Shutterstock.com)

Fehlende Sicherung verursacht Produktionsausfall. (Bild: Bacho / Shutterstock.com)

Standards definieren

Sicherlich kann nicht jeder Unwägbarkeit vorausschauend begegnet werden. Es gibt jedoch einige betriebsbedingte Umstände, die durchaus vorausgedacht und entsprechend vorbereitet werden können. Um an den beiden Beispielen festzuhalten, wäre es hier ein Ersatz-Übertragungskabel für ein paar hundert Euro und in der Montagehalle ein Sicherungsautomat für ein paar Franken gewesen, die grösseren Schaden hätten vermeiden können.

In anderen Situationen gelten sicherlich andere Bedingungen, aber gewisse Standards lassen sich definieren. Je nach Art der Unternehmung können diese Standards auf spezifische Merkmale der Produktion oder Dienstleistung abgestellt werden. Dort wo Strom und Licht für einen reibungslosen Ablauf erforderlich sind, gehören eben auch Ersatzleuchtmittel, Sicherungen und weitere Ersatzteile zum Handwerkszeug der Betriebstechniker. In Verwaltungsbereichen sind es oftmals ausreichende Mengen an Druckerpapier, Toner und Patronen, die für den reibungslosen Druckerbetrieb notwendig sind. Hingegen ist es im Sozialbereich oftmals eine simple Kaffeemaschine, die sich zwar nicht massgeblich auf die Produktivität, manchmal aber doch auf die Gästebetreuung oder das Wohlbefinden der Mitarbeiter auswirken kann.



Sie können und müssen jetzt natürlich nicht jegliche Betriebsausstattung doppelt anschaffen. Allerdings sollten Sie dafür sorgen, dass die gesamte Betriebsausstattung in einem funktionstüchtigen, technisch einwandfreien und modernen Zustand ist. Schon auf diese Weise lassen sich viele unvorhergesehene Umstände ausschliessen. Wenn dann noch ein erforderliches Mass an Werkzeugen für kleinere Reparaturen sowie notwendige Ersatzteile und Materialien vorhanden sind, kann den kleinen Ausfällen und technischen Pannen oftmals schon der Schrecken genommen werden.



Wer bestimmt, was notwendig ist?

Die Verantwortung für eine vollständige, sichere und letztlich funktionierende Betriebsausstattung trägt letzten Endes der Chef. Dieser kann aber einzelne Bereiche oder einzelne Mitarbeiter im Rahmen seines Direktionsrechtes damit beauftragen, den stets einsatzbereiten Zustand der betrieblichen Ausstattung zu gewährleisten. In einzelnen Bereichen und bei ausgewählten Maschinen und Anlagen kann das auch ein externer Dienstleister sein, der dann natürlich auch zu jeder Zeit einsatzbereit und handlungsfähig sein muss. Dieselbe Verantwortung übernimmt der Chef bei der Ausstattung der Bereiche mit Werkzeugen und Materialien für typische Kleinreparaturen. So lassen sich mit relativ überschaubaren Mitteln oftmals auch grosse Havarien vermeiden.

Wenn ein ganzer Betrieb wegen einer fehlenden Sicherung über Stunden hinweg lahmliegt, ist das keine Kleinigkeit, sondern ein Ausfall, der kaum aufzuarbeiten ist. Daher ist es keine Frage des Willens, ob Kleinreparaturen im Betrieb ausgeführt werden können oder nicht. Die Vorbereitung auf solche Umstände ist genauso wichtig, wie die Ausstattung im Betrieb mit den typischen Mitteln für zu erwartende Reparaturen und für den Austausch von Verschleissteilen. Wer das Loch im Topf zu machen will, braucht dafür nicht nur den Willen und das erforderliche Wissen und Können, sondern eben auch Werkzeuge und Materialien.



 

Oberstes Bild: © Hrynevich Yury – Shutterstock.com

Über Olaf Hoffmann

Olaf Hoffmann ist der kreative und führende Kopf hinter dem Unternehmen Geradeaus...die Berater.
Neben der Beratertätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen in Veränderungssituationen ist Olaf Hoffmann aktiv in der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.
Als Autor für zahlreiche Blogs und Webauftritte brilliert er mit einer oftmals bestechenden Klarheit oder einer verspielt ironisch bis sarkastischen Ader. Ob Sachtext, Blogbeitrag oder beschreibender Inhalt - die Arbeiten des Autors Olaf Hoffmann bereichern seit 2008 in vielfältigen Formen das deutschsprachige Internet.


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