Datenrettung nach Angriffen von Trojanern und Viren?

07.01.2015 |  Von  |  Sicherheit
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Datenrettung nach Angriffen von Trojanern und Viren?
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Ist ein Rechner von einem Trojaner oder Computervirus betroffen, dann sind oftmals die Daten auf der Festplatte nicht mehr auffindbar oder sie wurden durch den Trojaner für den Anwender gesperrt. Die Sorge vieler Nutzer ist daher durchaus verständlich, dadurch einen dauerhaften Datenverlust zu erleiden, denn gerade bei geschäftlichen Dokumenten kann das gravierende Auswirkungen haben. In vielen Fällen ist trotz Viren oder Trojaner jedoch ein Zugriff auf die Daten möglich, selbst bei einer physischen Beschädigung des Datenträgers.

Ob es sich um den geschäftlichen Briefwechsel oder wichtige Daten rund um die eigene Unternehmung handelt – auf jeder Festplatte von betrieblichen Computern in der Schweiz wie auch in anderen Ländern finden sind wertvolle Inhalte, die nicht einfach verloren gehen dürfen. Erfahrungsgemäss nehmen viele Nutzer ein Daten-Back-up eher auf die leichte Schulter nehmen und fertigen keine Sicherungskopien an. Umso schlimmer wird es dann, wenn ein Trojaner die Festplatte sperrt oder ein Virus alle Inhalte komplett löscht. Die Bedenken zu Angriffen auf den eigenen Computer sind insofern durchaus berechtigt, aber die Schäden fallen nicht immer so drastisch aus wie befürchtet.



Zum besseren Verständnis solcher Vorgänge muss die Art der Datenspeicherung auf einer Festplatte betrachtet werden. Es handelt sich um einen elektromagnetischen Datenträger, auf dem Texte, Bilder und weitere Inhalte als Bits in Nullen und Einsen codiert werden. Die Daten werden nur wirklich gelöscht, wenn es zu einer aktiven Veränderung dieser Bits kommt, wenn also eine echte Umcodierung dieser Informationen stattfindet. Genau das ist in vielen Fällen nicht gegeben. Stattdessen wird durch den Fehler dem Betriebssystem einfach mitgeteilt, dass entsprechende Bereiche der Festplatte zum Überschreiben freigegeben seien und sie keine wertvollen Informationen mehr beinhalten.

Erste wichtige Massnahme: Beseitigung der Schadsoftware

Egal, ob ein Trojaner unbemerkt auf Ihrem Rechner aufgespielt wurde oder ein Virus direkt sichtbar wird – die Entfernung der Schadsoftware kommt vor der Datenrettung. Eine Ausnahme stellen externe Laufwerke dar. Diese sind sofort vom Computer zu entfernen und sollten am besten von einem Fachmann unter Quarantäne an einem anderen Rechner überprüft werden. Von der Art der vorliegenden Bedrohung ist es abhängig, welche konkreten Massnahmen zur Elimination getroffen werden müssen. Neben der Möglichkeit, kostenlose oder kommerzielle Software aufzuspielen, wird manchmal nur die Unterstützung durch einen PC-Profi weiterhelfen können.

Blick auf die Festplatte nach der Systembereinigung. (Bild: mike mols / Shutterstock.com)

Blick auf die Festplatte nach der Systembereinigung. (Bild: mike mols / Shutterstock.com)




Nach der Systembereinigung die Festplatte prüfen

Ist die Schadsoftware unter Windows oder Mac beseitigt, wird der Nutzer gegebenenfalls eine böse Überraschung erleben. Nach die Entfernung eines Trojaners ist meist die Rechnersperre aufgehoben, sämtliche Daten stehen wieder wie gewohnt zur Verfügung. Anders kann es bei Viren sein: es bleibt womöglich eine leere Festplatte zurück, besser gesagt, dem Betriebssystem wurde in dem Fall mitgeteilt, dass bestimmte Festplattenbereiche überschrieben werden können.

Dann ist es wichtig, möglichst wenige Veränderungen am Computer vorzunehmen, denn diese könnten schliesslich Speicherplatz benötigen und auf die Weise wertvolle Inhalte überschreiben. Falls ein Download einer Software nötig erscheint, wird die Nutzung einer externen Festplatte oder einer Partition empfohlen, in der sich garantiert keine kostbaren Daten befinden.



Erfahrene Nutzer können sinnvoll eingreifen



Im Grunde genommen gibt es für den Computerbesitzer zwei Möglichkeiten, seine Daten zu retten. Besitzt er einige grundlegende Kenntnisse rund um die Computertechnologie, sollte er sich eine Recovery-Software eines seriösen Anbieters herunterladen. Manche Softwarehersteller, die auch bekannt sind für ihr Angebot an Anti-Viren-Software & Co., haben solche Programme parat und machen einen schnellen Download in der beschriebenen Weise möglich. Die Programme analysieren sämtliche Festplatten und identifizieren zusammenhängende Dateien, die sich ganz oder teilweise wiederherstellen lassen. Das Verfahren funktioniert übrigens auch bei Dateien, die im Papierkorb bereits endgültig gelöscht wurden und plötzlich doch wieder gebraucht werden.

Laien sollten sich professionelle Hilfe zur Datenrettung holen

Wessen Computerkenntnisse weniger ausgeprägt sind oder wer Angst hat, beim Aufspielen einer Recovery-Software wertvolle Daten zu überschreiben, der sollte sich an einen PC-Profi in seinem Umfeld wenden. Dieser führt die oben genannten Schritte dank seiner grossen Erfahrung gerne durch und er wird versuchen, einen Grossteil der vermeintlich gelöschten Informationen zurückzuholen. Aber egal welche Taktik zur Datenrettung gewählt wird: Eine Garantie gibt es leider nicht. Sehr aggressive Computerviren können das System dazu veranlassen, die Festplatte mehrmals hintereinander zu überschreiben, sodass letztlich eine Wiederherstellung des Urzustandes kaum noch möglich ist.

Bester Schutz vor Datenverlust: Prävention

Damit man sich keine Sorgen um den Verlust wertvoller Daten machen muss, sind vorbeugende Massnahmen die beste Lösung. Das Aufspielen von Updates für Windows oder iOS sorgt schon für das Betriebssystem für einen gehobenen Schutz. Viele Gefahren auf dem Computer lassen sich erkennen, noch bevor sie Schaden anrichten können, wird der Rechner um eine leistungsfähige Anti-Virus-Software ergänzt. Und beim Aufdecken eines Trojaners und anderer Schadsoftware gilt es, Rettungsmassnahmen schnell zu treffen und mit empfohlenen Schutzprogrammen zu arbeiten. Ein regelmässiges Back-up der Festplatte ist natürlich der allerbeste Schutz vor etwaigen Datenverlusten.



 

Oberstes Bild: © Modella – Shutterstock.com

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