Einheitliche Krankenkasse: Wie sinnvoll ist dieses Konzept?

Am 28. September wird in der Schweiz darüber entschieden, ob es fortan nur noch eine einzige einheitliche Krankenkasse geben soll.

Bei der Vielzahl von Expertenmeinungen, Diskussionen und Thesen ist es schwierig, einen Überblick zu behalten und Vor- sowie Nachteile gegeneinander abzuwägen.

Vorteile, die eine einheitliche Krankenkasse mit sich bringen könnte

Befürworter betrachten die Einführung einer Einheitskrankenkasse als optimalen Weg, um die steigenden Gesundheitskosten kompensieren zu können. Allein die finanzielle Belastung für Spitalaufenthalte steigt jedes Jahr um etwa 5 %. Eine SP-Studie legte bereits nahe, dass eine Einheitskasse aufgrund ihrer effizienteren Arbeitsweise einen Vorteil gegenüber dem aktuellen System bringen könnte. Der Tagesanzeiger spricht von Einsparungen in Höhe von über 300 Millionen Franken allein in den Bereichen Marketing, Provisionen und Werbung.

Ein weiteres Argument für die Einführung der Einheitskasse ist die Gleichstellung der Patienten. So würden laut einem Bericht der TagesWoche insbesondere chronisch Kranke von einer Einheitskasse profitieren, da die Abhängigkeit von privaten Trägern damit wegfiele. Zudem wird häufig die kurzfristige Denkweise der privaten Krankenversicherungen kritisiert. Die Einheitskrankenkasse könnte in Form von Ernährungsberatungen und Präventionsprogrammen eine vielversprechende Alternative sein. Die Basler Zeitung weist darauf hin, dass sich die einheitliche Krankenkasse am sogenannten Managed-Care-Modell orientiere. Darunter ist eine Verbesserung der Versorgungsqualität durch den Wegfall von Konkurrenten zu verstehen.


Die Schweizer dürfen über eine einheitliche Krankenkasse abstimmen. (© Gina Sanders – Fotolia.com)

Argumente, die gegen die Einführung einer Einheitskrankenkasse sprechen

Kritiker geben zu bedenken, dass sich die Einheitskrankenkasse wirtschaftlich nicht lohnen würde, da allein die Umstellung des Systems mit horrenden Kosten verbunden sei. Hier stehen sich Kritiker und Befürworter mit jeweils eigenen Kalkulationen gegenüber. Auch die Tatsache, dass die Wahlfreiheit wegfällt, wird als Nachteil betrachtet. Dies könnte vor allem dann zum Problem werden, wenn Patienten mit dem Service der neuen Kasse unzufrieden sind, aber keine Alternative zur Verfügung stünde.

Zudem weist die Basler Zeitung darauf hin, dass es höchst zweifelhaft sei, ob die einheitliche Krankenkasse wirklich eine Lösung für die finanziellen Probleme des Schweizer Gesundheitssystems sein könnte. Die Gründe für die Kostenexplosion seien nicht in falschen Intentionen privater Träger zu suchen, sondern in der steigenden Lebenserwartung der Bürger, dem medizinischen Fortschritt und den Ansprüchen der Patienten.

Bei all den negativen und positiven Argumenten bleibt es spannend, wie sich die Schweizer Bürger im September entscheiden werden.

 

Oberstes Bild: © Gina Sanders – Fotolia.com

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