Gut und sicher in der heimischen KFZ-Werkstatt arbeiten – unsere Tipps

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Gut und sicher in der heimischen KFZ-Werkstatt arbeiten – unsere Tipps
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Das Schrauben ist ein wundervolles Hobby. Die Maschinen und Blechteile mit den eigenen Händen zu bearbeiten ist äusserst befriedigend, vor allem wenn die Umbauten und Reparaturen auch wirklich gelingen. Doch neben dem Wissen und dem Können des Hobbyschraubers ist die richtige Ausstattung für den Erfolg massgeblich.

Neben hochwertigen Werkzeug ist auch die Sicherheit ein Aspekt, der bei der Einrichtung der heimischen KFZ-Werkstatt beachtet werden muss. Lesen Sie in diesem Text, wie Sie sich Schritt für Schritt eine ordentliche Werkstatt aufbauen können.

Drei Dinge braucht es immer

Drei Dinge gehören zu jeder Werkstatt:

• Ein ordentlicher Arbeitsplatz
• Brauchbares Werkzeug
• Sicherheitsausstattung

Gleichgültig, wie klein man mit der Einrichtung der Werkstatt anfängt, diese drei Dinge gehören untrennbar zusammen und müssen stets gemeinsam wachsen. Das Werkzeug sollte dabei stets als letztes in die vorbereiteten Strukturen eingefügt werden. So ist man stets auf Notfälle gerüstet und geht kein unnötiges Risiko ein.

Alles beginnt mit der Sicherheit

Die Persönliche Schutzausrüstung für ein sicheres Arbeiten besteht aus:

• Schutzbrille
• Atemschutz
• Handschuhe
• geeignete Arbeitskleidung
• Arbeitsschuhe mit Stahlkappen und durchstichfester Sohle

Die Schutzbrille ist praktisch unverzichtbar. Gleichgültig, ob man trennen, schleifen, lackieren oder nur mit Druckluft säubern möchte, die Augen müssen geschützt werden. Ein Atemschutz ist vor allem beim Lackieren und beim Hantieren mit Bremsenreiniger sinnvoll. Einmal-Handschuhe bewahren vor dem Kontakt mit aggressiven Flüssigkeiten. Geeignete Arbeitskleidung ist flammhemmend und robust, so dass beim Schrauben Verletzungen vermieden werden. Sichere Arbeitsschuhe sind ein Muss. Sie schützen vor schweren, herabfallenden Bauteilen und vor spitzen Gegenständen, die am Boden liegen.

Weitere Sicherheitsausstattungen für den Start in der heimischen Werkstatt sind:

• Feuerlöscher
• Löschdecke
• Wassereimer
• Verbandskasten
• Notfall-Handy

Besonders wichtig ist es, in geschlossenen Räumen niemals den Motor laufen zu lassen. Das bei der Verbrennung entstehende Kohlenmonoxyd ist sehr giftig und äusserst gefährlich. Wenn am laufenden Motor gearbeitet werden soll, immer das Tor aufmachen!


Schutzbrille & Co. für sicheres Arbeiten (Bild: dkHDvideo - shutterstock.com)

Schutzbrille & Co. für sicheres Arbeiten (Bild: dkHDvideo – shutterstock.com)


Ordnung von Beginn an

Ein ordentlicher Arbeitsplatz besteht aus folgender Grundausstattung:

• Eine kleine Werkbank
• Ein Schraubstock
• Ein 230 V Stromanschluss
• Eine gute Beleuchtung
• Ablagen und Schränke

Als Werkbank kann zu Beginn ein alter Schreibtisch verwendet werden, es gibt auch zahlreiche Videos für Eigenbau.



Mittelfristig ist ordentliche Werkbank sinnvoller, vor allem wenn an schweren Bauteilen wie Motoren oder Getriebe gearbeitet werden soll. Der fest installierte Schraubstock ist die „dritte Hand“. An ihm werden Bauteile so fest eingespannt, dass man sie auch mit schwerem Gerät bearbeiten kann. Ein Hausstrom-Anschluss ist für die Versorgung von Elektrowerkzeug und Beleuchtung unverzichtbar. Für das Licht eignen sich die heute verfügbaren LED-Strahler besonders gut. Sie bieten eine hervorragende Leistung, werden dabei aber nicht so heiss wie die alten 500 Watt Brenner. Schliesslich sind Ablagen und Schränke für die Strukturierung und ordentliche Verstauung von Werkzeugen und Verbrauchsmaterialien unverzichtbar. So hat man stets alles im Griff.

Mit gutem Werkzeug zum Erfolg

Es muss nicht von Beginn an der voll ausgestattete SNAP-ON Werkzeugwagen für zehntausende Euro sein. Wesentlich preiswerteres Werkzeug ist für den Anfang vollkommen ausreichend. Allzu billig sollte es aber dennoch nicht sein. Was viele nicht wissen: Jede namhafte Werkzeugmarke wie GEDORE oder HAZET hat auch ein preiswertere Baureihe, die eine vergleichbare Leistung bieten kann. So ist die Budget-Marke von GEDORE beispielsweise die in Korea ansässige Marke CAROLUS. Sie bietet ein grossartiges Preis-Leistungs-Verhältnis und für Beginner eine ausreichende Zuverlässigkeit und Sicherheit.

Zur Grundausstattung an Handwerkzeug gehören:

• Knarrenkasten klein und gross
• Ringschlüssel, gekröpft und ungekröpft
• Maulschlüssel
• Hammer
• Spitz-, Flach-, Kombi-, Kabel-, und Sprengring-Zangen
• Drehmomentschlüssel

Des weiteren ist ein Satz Lager-Abzieher äusserst hilfreich und vereinfacht das Arbeiten an Motor, Getriebe und Radlagern ganz erheblich.

Beim Elektrowerkzeug sollte ebenfalls eine brauchbare Marke und nicht das „billigste vom billigen“ angeschafft werden. Hier zahlt sich jeder Euro mehr wirklich aus. An Elektrowerkzeug sollte in der Werkstatt vorhanden sein:

• Ein kleiner Winkelschleifer
• Ein Akkuschrauber
• Eine Bohrmaschine
• Ein Heissluftfön

Aber Vorsicht: Niemals mit dem Winkelschleifer ein Auto polieren! Diese Geräte sind dafür viel zu kräftig. Man wird sich damit garantiert den Lack ruinieren!.

Was sonst noch gebraucht wird

Absolut unverzichtbar sind für den Hobbyschrauber sichere und zuverlässige Abstellböcke, auf denen das Auto aufgebockt werden kann. Nur Abstellböcke geben die notwendige Sicherheit, mit denen man verletzungs- und gefahrfrei unter dem Auto arbeiten kann! Ob Auspuff- oder Kupplungswechsel: Ohne Abstellböcke geht es nicht!
Sinnvoll sind darüber hinaus:

• Motoheber und Motor-Montageständer
• Getriebestütze

Mit dem Motorheber und der Getriebestütze ist das Arbeiten am Motor-Getriebe-Block wesentlich einfacher. Der Motor-Montageständer ist zum Überholen eines Motorblocks äusserst komfortabel.



Das wichtigste Werkzeug: Der Federspanner

Ein Werkzeug sollte in keinem Fall in einer Hobbywerkstatt fehlen. Wir nennen es deshalb das „wichtigste Werkzeug“, weil das Fehlen dieses Werkzeugs für die meisten schweren Unfälle bei Hobbyschraubern verantwortlich ist. Die Rede ist vom Federspanner.

Der Federspanner ist ein Werkzeug, welches zum Einspannen von Spiralfedern des Fahrwerks gebraucht wird. Um das Federbein bzw. den Stossdämpfer auszubauen, muss die Spiralfeder zusammen gedrückt werden. Dabei entstehen gewaltige Kräfte. Wenn diese sich durch unsachgemässes Werkzeug schlagartig lösen, drohen schwerste bis tödliche Verletzungen. Darum bitte nicht mit dem Selberschrauben am Auto beginnen, solange kein hochwertiger Federspanner verfügbar ist. So kommt man gar nicht erst in Versuchung, mit gebastelten Lösungen die Feder spannen zu wollen.

Was Sie auch ohne Werkzeug machen können

Vieles am Auto lässt sich auch gänzlich ohne Werkzeug überprüfen. Dazu zählen beispielsweise

• Kontrolle der Luftfilter
• Kontrolle des Ölstands und Ölfilter-Wechsel – auf IATF 16949 Zertifizierung bei Ölfilter-Artikeln achten
• Kontrolle des Kühlwasserstands
• Heckleuchten am Fahrzeug überprüfen

Dazu fahren Sie am Besten das Auto rückwärts in die Garage. Für die Kontrollen unter der Motorhaube haben Sie dann genügend Platz. Die Heckleuchten können Sie dann bequem über die Reflexion an der hinteren Garagenwand überprüfen.

 

Titelbild: kurhan – shutterstock.com

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