Leistungen schweizerischer Krankenkassen bei Unfällen

Unfälle im Haushalt, im Urlaub oder in der Freizeit stellen ein Risiko für Schweizerinnen und Schweizer jeden Lebensalters dar und führen im schlimmsten Fall zu Wochen oder gar Monaten mit Behandlungen, mit Reha-Massnahmen oder sogar zu einer bleibenden Invalidität. Damit der Schock eines Unfalls sich nicht auch in der Geldbörse fortsetzt, möchten sich die Bürger in der Schweiz auf eine umfassende Kostenübernahme durch die jeweilige Krankenkasse verlassen können.

Tatsächlich bietet die Grundversicherung, die sich am gesetzlichen Leistungskatalog orientiert, einen Basisschutz, der jedoch häufig nicht ausreicht. Abhängig vom individuellen Risiko, einen Unfall zu erleiden, denken deshalb viele Patienten über den Abschluss einer Zusatzversicherung in diesem speziellen Gesundheitsbereich nach.

Was man im Falle eines Unfalls von seiner Krankenkasse erwarten darf

Als Arbeitnehmer in der Schweiz unterliegt man der gesetzlichen Regelung, über eine obligatorische Unfallversicherung zu verfügen. Sofern die jeweilige Beschäftigung in der Schweiz besteht und mehr als acht Stunden in der Woche in Anspruch nimmt, muss man zunächst nicht über den separaten Abschluss einer eigenständigen Unfallversicherung nachdenken. Dieses System bietet Standardleistungen, die verschiedene Behandlungssituationen klar umreissen und durch bestimmte Fristen klar vorgeben, wie lange bestimmte Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung zu erwarten sind. Diese Leistungen werden nicht explizit durch die Krankenkassen erbracht, weshalb ein Vergleich der Unfallleistungen im Falle der obligatorischen Absicherung nicht lohnt.

Ist für einen Erwerbstätigen in der Schweiz ein obligatorischer Schutz gegeben, sollte dieser die Unfalldeckung bei seiner Krankenkasse ausschliessen. So vermeidet man nicht nur eine Überdeckung in diesem Bereich, sondern muss auch keinen Zusatzbeitrag für den Unfallschutz zahlen. Wenn durch die obligatorische Unfallversicherung keinerlei Schutz vorliegt und der jeweilige Schweizer Bürger auch keinen privaten Versicherungsschutz abgeschlossen hat, springen die meisten Krankenkassen bei der Kostenübernahme nach einem Unfall ein. Hier bieten die meisten Krankenkassen eine vergleichbare Performance, je nach Anbieter finden sich dennoch kleinere Unterschiede. Ob diese im individuellen Fall für einen Wechsel der Krankenversicherung sprechen oder ob dies überhaupt Sinn ergibt, ist im einzelnen Fall zu überprüfen.

Abschluss einer privaten Unfallversicherung eventuell sinnvoll

Das Interesse an einer privaten Absicherung ist auch im Wissen um die Kostenübernahme durch gesetzliche Krankenkassen oder die Unfallversicherung in den letzten Jahrzehnten gestiegen. Dies ist vor allem mit dem Wusch zu erklären, starke Leistungen seitens der Unfallversicherung erwarten zu dürfen, die so im gesetzlichen System nicht geboten werden. Wer eine stärkere Einschränkung durch einen Unfall oder gar eine dauerhafte Invalidität fürchtet, will in einer solchen Situation zumindest finanziell abgesichert werden wollen. Auch das Risiko einer zeitweisen oder auch dauerhaften Berufsunfähigkeit liegt vor, was gesondert abzusichern ist, da es nicht über die Leistungen der privaten Unfallversicherung abgedeckt wird.

Private Versicherungsanbieter weisen grosse Unterschiede bei der Tarifgestaltung auf – diese sind grösser als im gesetzlichen System. Die Deckungssummen gehen dabei oft weit über die Standards der gesetzlichen Krankenkassen und der obligatorischen Versicherer hinaus, zudem können Zusatzleistungen von der Haushaltshilfe bis hin zum Taschengeld als täglicher Satz während einer Reha in Anspruch genommen werden. Solche Extras spiegeln sich selbstverständlich in den monatlich bzw. jährlich zu zahlenden Prämien wider. Deshalb ist eine Abwägung der Kosten mit den individuell gewünschten Leistungen dringend anzuraten. Hierbei ist es vor allem wichtig, Risikosituationen für Unfälle richtig einzuschätzen und beispielsweise zu erkenne, dass die Ausführung von Extremsportarten oder häufiges Reisen das persönliche Unfallrisiko signifikant erhöht.

Vertrauen Sie bei Unfällen nicht nur auf das gesetzliche System

Wie bei vielen Versicherungen ist es eine Frage der Finanzierbarkeit – tendenziell ist der Abschluss einer privaten Unfallversicherung eher anzuraten. Auch wenn ein obligatorischer Schutz besteht, kann man diesen vergleichsweise günstig um Zusatzleistungen ergänzen, welche die gravierenden Folgen in einer Unfallsituation finanziell abfedern. Dies gilt umso mehr, wenn der obligatorische Schutz fehlt und man allen auf die Leistung der gesetzlichen Grundversicherung vertrauen müsste. Damit der Zusatzschutz fair ist und günstig zu finanzieren, lohnt vor dem Vertragsabschluss ein sachlicher Blick auf die Versicherungslandschaft in der Schweiz, um attraktive Tarife zu fairen Konditionen abzuschliessen.

 

Oberstes Bild: © blurAZ – shutterstock.com

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