Chillout-Zonen werden in grossen Unternehmen immer beliebter

08.09.2014 |  Von  |  Allgemein
Keine Beiträge mehr verpassen? Hier zum Newsletter anmelden!
Chillout-Zonen werden in grossen Unternehmen immer beliebter
5 (100%)
1 Bewertung(en)

Google macht es schon seit langer Zeit vor. Der Grosskonzern aus den USA hat in seinen gewaltigen Bürokomplexen für die Mitarbeiter spezielle Chillout-Zonen eingerichtet, wo man sich entspannen kann und einfach nur Musik hört, ein Buch liest oder für die Dauer seiner Pause die Augen schliesst.

Immer mehr Unternehmen greifen diesen Trend auf und errichten nun ebenfalls separate Bereich, wo es ausschliesslich um Entspannung geht. Dies ist wie ein kleiner Urlaub auf Firmenkosten – doch ist das sinnvoll oder reine Geldverschwendung?



Massage in der Pause und Sushi in der Kantine

Viele Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern, zumindest in den Führungsetagen, die Möglichkeit, sich während der Pause einer entspannenden Massage hinzugeben. Teilweise werden extra für diesen Zweck Räume zur Verfügung gestellt, in denen die Mitarbeiter wie in einem Spa- und Wellness-Hotel einen Termin vereinbaren können.

Die andere Variante ist, dass ein Masseur mit seiner Ausrüstung direkt ins Büro kommt, um dort seine wohltuenden Handgriffe auszuführen. Leider haben die Mitarbeiter aus der Produktion und aus den unteren Etagen der regulären Sachbearbeitung zwar Kenntnis davon, jedoch keinen Zugriff auf diese Angebote. Wer hier in der Pause eine Massage möchte, muss einen Termin in einem Wellnesscenter vereinbaren.

Die Auswahl der Speisen in den Kantinen ändert sich ebenfalls und geht mit dem Trend. Vorbei sind die Zeiten, wo es nur Schnitzel, Gulasch, Nudeln und Pommes gab. Heute werden die Mitarbeiter von grossen Unternehmen mit leichter Kost, gesunden Salaten, ausgefeilten Zitronengras-Dressings und bekömmlichen Nachspeisen verwöhnt, um sich dann in gemütlichen Lounge-Sesseln zu einem Smalltalk zu treffen. Man könnte leicht das Gefühl bekommen, in einem feinen Restaurant zu speisen als in einer herkömmlichen Kantine.



Was bringt dieses zusätzliche Angebot dem Unternehmen?

Gerade in kreativen Berufen ist es wichtig, zwischendurch immer mal wieder eine Pause zu machen, um den Kopf zu entlasten und die Kraft für weitere Ideen zu regenerieren. Gesunde Arbeitsplätze bedeuten gesunde Mitarbeiter und diese bringen eben den gewünschten Umsatz, haben weniger Krankzeiten und gehen mit deutlich mehr Freude zur Arbeit. Studien haben gezeigt, dass Unternehmen, welche ihren Angestellten entspannende Benefits bieten, einen kontinuierlichen Umsatzzuwachs verzeichnen konnten. Belege, dass dies auf die Freizeitangebote zurückgeht, gibt es zwar nicht, doch man kann davon ausgehen, dass die Mitarbeiter nach der Pause gelassen und entspannt zum Arbeitsplatz zurückkehren.

Was geht und was ist dann doch übertrieben?

Gegen einen Kicker im Büro ist nichts einzuwenden. Eine kleine Partie Tischfussball gegen den Chef macht Spass und lenkt für einen kurzen Moment von der Arbeit ab. Auch Ruhezonen sind gerade für Mitarbeiter in Industriebetrieben sehr sinnvoll und leisten einen grossen Beitrag zur Zufriedenheit des Personals. Ob es jetzt eine Massage sein muss, sei dahingestellt, denn schliesslich kann man diese auch in der tatsächlichen Freizeit ausserhalb des Betriebes buchen. Regelmässige Firmenveranstaltungen wie Ausflüge und Sommerfeste können ebenso zum Gemeinschaftsgefühl und somit zur positiven Stimmung innerhalb des Unternehmens beitragen.

Wonach sucht man sich eine Arbeitsstelle aus?

Nimmt dieser Trend weitere Schritte in die Zukunft, könnte man erwarten, dass zukünftige Mitarbeiter sich die Arbeitsstelle nicht nach der Tätigkeit und der zu erwartenden Karrierechancen auswählen, sondern nach dem Freizeitangebot, welches einem in der Pause und den Ruhezeiten gereicht wird. Normalerweise sollte man einem Beruf nachgehen, der einem Spass macht und als sinnvoll erachtet wird.

Wer trägt die Kosten für die Freizeitvergnügen in der Pause?



Sicherlich richten sich nur wirtschaftlich starke Unternehmen diese Chillout-Zonen ein, denn die Kosten, die hierbei entstehen, sind nicht wegzudiskutieren. Je nachdem, was man seinen Mitarbeitern bieten will, kann der Investitionsaufwand recht gross werden und der Nutzen ist wie gesagt nur geschätzt und nicht belegt. Ob die Kosten für die Entspannungsoasen während der Arbeit auf die Preise für die produzierten Produkte oder die erbrachten Dienstleistungen aufgeschlagen werden oder ob man diese aus der „eigenen“ Firmentasche bezahlt, steht ebenfalls als Frage im Raum.





Wer hart arbeitet, muss definitiv auch die nötige Ruhe und Entspannung finden, um jeden Tag erneut mit Freude zur Arbeit zu gehen und seine volle Leistung erbringen zu können. (Bild: Toranico / Shutterstock.com)

Wer hart arbeitet, muss definitiv auch die nötige Ruhe und Entspannung finden, um jeden Tag erneut mit Freude zur Arbeit zu gehen und seine volle Leistung erbringen zu können. (Bild: Toranico / Shutterstock.com)

Wie schaffe ich mir selbst einen Ausgleich zwischen Arbeit und Freizeit?

Wer hart arbeitet, muss definitiv auch die nötige Ruhe und Entspannung finden, um jeden Tag erneut mit Freude zur Arbeit zu gehen und seine volle Leistung erbringen zu können. Nach einem anstrengenden Tag im Büro kann man sich beispielsweise mit Sport sehr gut vom Stress des Alltags befreien. Ob man nun joggen geht oder eine Stunde im Fitnessstudio verbringt, ist jedem selbst überlassen. Manche Menschen mögen es auch lieber, einfach nur die Ruhe zu geniessen und dabei Musik zu hören oder ein gutes Buch zu lesen. Andere kochen oder verbringen Zeit mit der Familie. Jeder sollte seinen eigenen Weg finden, um mit den Belastungen des Alltags fertigzuwerden.



 

Oberstes Bild: © Valua Vitaly – Shutterstock.com


Ihr Kommentar zu:

Chillout-Zonen werden in grossen Unternehmen immer beliebter

Für die Kommentare gilt die Netiquette! Erwünscht sind weder diskriminierende bzw. beleidigende Kommentare noch solche, die zur Platzierung von Werbelinks dienen. Die Agentur belmedia GmbH behält sich vor, Kommentare ggf. nicht zu veröffentlichen.