Effiziente Arbeitsplatzgestaltung im Warenausgang

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Effiziente Arbeitsplatzgestaltung im Warenausgang
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Der Warenausgang stellt die letzte Stufe der internen Logistikkette dar. Von hier aus gehen Kundenaufträge auf die Reise, hier werden Paletten, Pakete oder ganze Container fertiggemacht, um sie zu nationalen und internationalen Kunden ausliefern zu lassen, entweder mit dem eigenen Fuhrpark oder über externe Dienstleister wie Parceldienste oder Spediteure.

Aufgrund der notwendigen Endkontrolle ist eine Automatisierung hier nur in begrenztem Rahmen möglich. Umso wichtiger ist es daher, die Prozesse und Arbeitsbedingungen im Warenausgang möglichst so zu gestalten, dass sich der personelle Aufwand in einem wirtschaftlich vertretbaren Rahmen befindet.



Ein Arbeitsplatz im Warenausgang ist in der Regel gekennzeichnet durch viele manuelle Tätigkeiten wie das Verpacken von Waren und Gütern, die Bereitstellung und Verdichtung von Packstücken, das Erzeugen von Liefer- und Versanddokumenten und die Verladung. Aufgrund der technischen Ausstattung des Warenausgangs herrschen hier anstrengende Arbeitsbedingungen durch Stapler-, Hubwagen- und LKW-Verkehr.

Zudem müssen nahezu alle Tätigkeiten im Stehen erledigt werden. Ergonomie ist daher ein entscheidendes Kriterium für jeden Betrieb, um die Krankenquote zu begrenzten und die Mitarbeiterzufriedenheit zu sichern. Denn der Warenausgang ist faktisch auch die letzte Instanz vor dem Kunden. Fehler, die hier gemacht werden, schlagen direkt auf den Kunden durch.

Sicherheit für Mensch und Produkt

In Betrieben mit Fördertechnik oder Staplerverkehr im Warenausgang ist eine Sicherheitsunterweisung von neuen Mitarbeitern und Praktikanten unbedingt erforderlich und muss schriftlich dokumentiert und in der Personalakte aufbewahrt werden. Zudem sind Sicherheitsschuhe unverzichtbar, damit bei einem unfreiwilligen Kontakt mit einer Ameise (einem Hubwagen) oder einem herunterfallenden Paket das Verletzungsrisiko begrenzt wird.



Es obliegt dem Unternehmen, die Sicherheitsschuhe auszuteilen und sicherzustellen, dass jeder Mitarbeiter sie trägt. Hier hilft regelmässige Aufklärung dabei, das notwendige Sicherheitsbewusstsein in der Belegschaft zu verankern und die Eigenverantwortung der Mitarbeiter zu stärken.



Für den sicheren Transport der Versandgüter müssen diese so verpackt werden, dass Beschädigungen während des Transportes ausgeschlossen oder unwahrscheinlich sind. In der Regel bedeutet das, die Güter in einen Karton zu verpacken, der mit geeignetem Füllmaterial ausgestopft wird. Das können Papier oder Folie sein, ebenso auch Pellets aus aufgeschäumtem Material wie Styropor oder Stärke. Die benötigten Materialien sollten direkt am Packtisch bevorratet oder zugeführt werden, damit der Mitarbeiter möglichst keine Laufwege zurücklegen muss, um die Ware angemessen zu verpacken.



Auch weitere Werkzeuge und Hilfsmittel wie Klebebandroller, Versandtaschen oder ein Drucker für die Versanddokumente gehört an einen optimal eingerichteten Arbeitsplatz im Warenausgang, der zu diesem Zweck über eine grosse Tischplatte mit ausreichender Stabilität verfügen sollte. Darüber oder darunter angeordnet können gefaltete Kartonagen, Füllmaterial, Folien und andere benötigte Accessoires ihren Platz finden.

Um Kartonagen besonders sicher zu verpacken, empfiehlt sich der Einsatz einer Umreifungsmaschine. Diese umreift den Karton mit einem oder mehreren stabilen, enganliegenden Packbändern und sorgt so für eine besonders stabile Verpackung. Beim Umreifen muss jedoch darauf geachtet werden, dass die Bänder nicht über den Adressdaten oder Barcodes liegen und wichtige Informationen verdecken. Ggf. ist es daher sinnvoll, besonders bei kleinen Paketen, zunächst zu umreifen und danach erst den Adressaufkleber anzubringen.

Aus einzelnen Packstücken werden Sendungen zusammengestellt, die entweder gesammelt an einen Paketdienstleister übergeben oder auf Paletten verladen werden. (Bild: eugenesergeev / Fotolia.com)

Aus einzelnen Packstücken werden Sendungen zusammengestellt, die entweder gesammelt an einen Paketdienstleister übergeben oder auf Paletten verladen werden. (Bild: eugenesergeev / Fotolia.com)

Alles sicher im Versand

Aus einzelnen Packstücken werden Sendungen zusammengestellt, die entweder gesammelt an einen Paketdienstleister übergeben oder auf Paletten verladen werden. Eine wichtige Rolle spielt hier die Ladungssicherung, damit die sorgfältig verpackten Einzelpakete nicht in der ersten Kurve auf der gesamten Ladefläche verteilt werden. In der Regel erfolgt eine Ladungssicherung auf Palette über eine umlaufende Folierung.

Jedoch werden bereits beim Aufbau der Versandpaletten die Grundlagen für einen sicheren Transport gelegt. So sollte zum Schutz von empfindlichen Versandkartonagen die erste Lage nicht auf dem Holz, sondern auf einer passenden Palettenauflage aus Papier oder Pappe aufgestapelt werden. So haben Schmutz und Holzsplitter keine Chance. Dazu sollten die Paletten möglichst dicht gepackt werden, ohne Löcher und Lücken. Schwere Pakete gehören nach unten, leichtere nach oben, diese einfachen Regeln sollten speziell neuen Mitarbeitern im Warenausgang erklärt werden, um Kundenärger wegen zerdrückter Waren zu vermeiden.

Die maximalen Packhöhen sind ebenso zu beachten wie das zulässige Gewicht pro Palette. Eine Palettenwaage im Warenausgang hilft dabei, die Gewichte der Paletten korrekt zu ermitteln und ist eine wichtige Unterstützung für die Erstellung der Frachtpapiere. Abschliessend kann die Palette gewickelt werden, in der Regel mit Stretchfolie von der Rolle. Diese ist kostengünstig, einfach zu verarbeiten und bietet eine ausreichende Stabilisierung, sofern sie korrekt eingesetzt wird. Dazu zählt, die Folie grosszügig und in mehreren Lagen um das Packstück zu wickeln und sie in jeder Lage etwas zu dehnen, um ihre Elastizität etwas zu verringern. Unterbleibt das, kann die Folie besonders bei hohen Paketstapeln nicht genug stabilisieren und es droht ein Verrutschen der Ware.

Bodenmatten gegen müde Füsse

Um den Werkern im Warenausgang das lange Stehen in Sicherheitsschuhen etwas bequemer und ermüdungsärmer zu gestalten, können dämpfende Bodenmatten am Arbeitsplatz ausgelegt werden. Diese bestehen aus einem dicken Kunststoff und weisen eine gute Dämpfung auf, ähnlich wie in Turnschuhsohlen. Damit werden die Gelenke entlastet und das dauerhafte Stehen wird leichter. Da nur jeweils eine kleine Matte pro Arbeitsplatz benötigt wird, ist der Invest zudem überschaubar. 



 

Oberstes Bild: © industrieblick / Fotolia.com

Über Christian Praetorius

Christian Praetorius, Jahrgang 1969, gelernter Controller und Logistiker mit jahrelanger Berufserfahrung. Seit 2012 gemeinsam mit seiner Frau Christine als freier Texter und Autor selbständig, erfolgreich und glücklich. Seine Kunden schätzen ihn für klare Worte, originelle Slogans und kreative Wortspiele ebenso wie für seine absolute Zuverlässigkeit und Kundenorientierung. Schreibt aus Berufung und mit Leidenschaft für die Sprache, die Botschaft und den Leser.



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