Transportmittel Mensch: Heben, Tragen, Handtransport

14.04.2014 |  Von  |  Allgemein, Sicherheit
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Transportmittel Mensch: Heben, Tragen, Handtransport
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In Betrieben der westlichen Welt ist der Mensch des Menschen Lastenträger. Aber wie viel Last ist für wen zumutbar, und wie kann der Handtransport durch entsprechende Hilfsmittel vereinfacht werden?

Es gibt keine gesetzlich verankerten Richtlinien über zumutbare Transportgewichte oder -volumina für Menschen. Gängige Begriffe wie „Schwerarbeit“ oder „hohe körperliche Belastung“ sind dehnbar: Einer versteht darunter schon das Tragen eines Getränkekastens in den ersten Stock, der andere schleppt 20 Zementsäcke und kommt erst richtig in Form.



Wie viel eine Person auf einmal oder pro Tag heben, tragen und transportieren darf, ist individuell stark verschieden. Es hängt von Alter, Geschlecht, körperlicher Verfassung und Trainingsstand des Einzelnen ab. Ältere oder ganz junge Mitarbeiter gehen beim Handtransport ein höheres Risiko ein, sich zu verletzen oder überzubelasten. Auch lassen sich bei diesem Thema die Geschlechter nicht gleichmachen: Eine trainierte Frau im besten Alter verfügt in der Regel dennoch über weniger Muskelkraft als ein ebensolcher Mann.

Wissen und Technik helfen beim Handtransport

Routine und entsprechende Schulungen können Arbeitnehmern den Handtransport erleichtern. Kenntnisse über ergonomisches Heben und Tragen (Stichwort Rückenschule) kann sich jeder Erwerbstätige aneignen; in vielen Unternehmen gehören entsprechende Lehrgänge mittlerweile zur betrieblichen Gesundheitsfürsorge bzw. Unfallprävention.

Natürlich ist es Sache jedes verantwortungsbewussten Arbeitgebers, beim Kauf und bei der Nachrüstung der Betriebsausstattung die Gesundheit seiner Mitarbeiter zu bedenken. Dazu gehört auch, diesen hochwertige und bediensichere Hilfsmittel für den Handtransport in ausreichender Menge zur Verfügung zu stellen.

Der Transport durch den Menschen, unterstützt von moderner Technik, ist oftmals die einzige Alternative, etwa in engen Gängen, verwinkelten Lagern, bei der Kundenlieferung oder beim Be- und Entladen. Durch optimale technische und organisatorische Verhältnisse am Arbeitsplatz kann eine wesentlich grössere Lastmenge von Menschen bewegt werden, ohne deren Gesundheit und Sicherheit zu gefährden.



Grundsätze für die Handhabung von Lasten im Betrieb

Soll ermittelt werden, wie und von wem eine Last am besten transportiert werden kann, müssen neben persönlichem Risiko, Engagement und Kenntnisstand verschiedene äussere Faktoren berücksichtigt werden:

  • Wie gross und schwer ist die Last? Wie kann sie gehalten/getragen werden? Gibt es scharfe Kanten oder rutschige Flächen? Wo liegt der Schwerpunkt? Kann sie von einem Menschen allein ohne Hilfsmittel sicher gehalten und bewegt werden?
  • Welche körperlichen bzw. physikalischen Anforderungen (Haltungen, Drehungen, Bewegungen) sind mit der Beschaffenheit der Last verbunden?
  • Anforderungen des Transports selbst: Wie schnell muss es gehen? Wie weit und wie hoch geht es? Gibt es Treppen, Rampen, Aufzüge oder Freigelände auf der Wegstrecke?
  • Wie sieht die Arbeitsumgebung aus? (Raumklima, Hallengrösse, Bodenarten …)
  • Sind Schutzkleidung oder Schutzmassnahmen vorgeschrieben?

Zudem besteht ein Unterschied zwischen dem reinen Umsetzen und dem Transport einer Last: Wird sie nicht weiter als zwei Meter bewegt und sind dafür nur zwei oder drei Schritte nötig, gilt das als Umsetzen. Getragen werden Lasten, wenn sie bis zu 50 Meter weit auf dieselbe Art und in derselben Haltung transportiert werden.

Damit ein Transporthilfsmittel sinnvoll ist, muss es zur Last, zum Weg und selbstverständlich zum Menschen passen. (Bild: Picture-Factory / Fotolia.com)

Damit ein Transporthilfsmittel sinnvoll ist, muss es zur Last, zum Weg und selbstverständlich zum Menschen passen. (Bild: Picture-Factory / Fotolia.com)




Hilfsmittel für den Handtransport

Damit ein Transporthilfsmittel sinnvoll ist, muss es zur Last, zum Weg und selbstverständlich zum Menschen passen. Betriebe, in denen viele unterschiedliche Waren transportiert werden, sollten daher ein umfangreiches Sortiment an kleinen und grösseren Transporthilfsmitteln bereithalten.

Schon zum Bewegen leichter Lasten lohnt sich die Anschaffung kleiner, aber bewährter Hilfsmittel. Dazu zählen Tragegurte, Hand- und Tragmagnete, Handsauger (für glatte Oberflächen) und spezielle Klauen und Klemmen. Sie erleichtern nicht nur das Heben, Halten und Bewegen der Last, sondern minimieren dabei auch das Verletzungsrisiko.

Für schwerere und schwere Lasten empfehlen sich Klassiker wie die Sackkarre, wobei die Ladung darauf stets gut gesichert werden muss. Zudem haben sich alle Werkzeuge bewährt, die nach dem Hebelprinzip funktionieren und somit die Kraft des Menschen vervielfachen, zum Beispiel Metallrohre, Rohrschlüssel und Transportstangen (Knippstangen bzw. Rollknippstangen aus Vierkant- oder Rundstahl). Schnell unterlegbare Walzen, Transportfahrwerke, Rollen oder Wälzwagen machen aus der tragbaren Last eine fahrbare, was den Transportaufwand enorm reduziert.

Was mit diesen Hilfen nicht von einem oder zwei Menschen sicher aufgenommen und bewegt werden kann, ist ein Fall für kompliziertere Mechanik, Hydraulik oder Elektrik: Hier kommen Flaschenzug, Hubwagen, Gabelstapler, Kran und Co. zum Einsatz.



Sicherheitshinweise zum Umgang mit Transporthilfsmitteln

Nur geschulte Mitarbeiter profitieren in vollem Umfang von den verfügbaren Transporthilfen. Darum sollten Arbeiter und Angestellte nicht nur in rücken- und gelenkschonenden Hebe- und Tragetechniken, sondern auch im konkreten Umgang mit den betriebseigenen Werkzeugen unterwiesen werden.

Wälzwagen und Transportfahrwerke sind zum Teil lenkbar und ersparen das Wegnehmen und erneute Unterlegen von Rollen. Beim Beladen muss jedoch die Balance stimmen, damit das Fahrwerk nicht gebremst oder gekippt wird und die Last weder ins Rutschen gerät noch herunterfällt.

Beim Arbeiten mit Hebeln oder Stangen besteht Gefahr vor allem durch den grossen Wirk- und Schwenkradius dieser Geräte. Zudem können sie durch falsches Ansetzen oder Abgleiten ausschlagen und schlimmstenfalls in hohem Bogen durch die Luft fliegen. Der richtige Ansetz-, Drück- oder Kipppunkt lässt sich nur durch viel Erfahrung und Übung richtig einschätzen. Jedoch kann sich hier auch ein Profi mal irren, darum sollte im entscheidenden Moment am besten niemand im Wege stehen.



 

Oberstes Bild: © Orlando Florin Rosu – Fotolia.com

Über Christian Praetorius

Christian Praetorius, Jahrgang 1969, gelernter Controller und Logistiker mit jahrelanger Berufserfahrung. Seit 2012 gemeinsam mit seiner Frau Christine als freier Texter und Autor selbständig, erfolgreich und glücklich. Seine Kunden schätzen ihn für klare Worte, originelle Slogans und kreative Wortspiele ebenso wie für seine absolute Zuverlässigkeit und Kundenorientierung. Schreibt aus Berufung und mit Leidenschaft für die Sprache, die Botschaft und den Leser.



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