Coronavirus: Was gilt es in Betrieben zu beachten?

19.06.2020 |  Von  |  Allgemein, Sicherheit

Auf den Ausbruch des Coronavirus wurde beinahe weltweit mit einem Lockdown reagiert.

Mittlerweile wurden die Einschränkungen in Österreich aufgrund der positiven Entwicklung bereits wieder schrittweise gelockert, sodass der Betrieb in der Produktion genauso wie im Handel wieder aufgenommen werden konnte.

Es gelten aber weiterhin noch eine Hand voll wichtiger Schutzmassnahmen, die beachtet werden müssen. Wie lange diese aufrecht bleiben, ob auch sie schon bald gelockert werden oder erneut verschärft werden müssen, hängt von der globalen sowie auch nationalen Entwicklung hinsichtlich Corona ab. Im Folgenden erfahren Sie mehr über geeignete Regeln für den Corona-Schutz in Betrieben.

Hygiene und Distanz

Die wichtigsten Bestimmungen betreffen Hygiene und Distanz. Aufgrund der allgemeinen Fürsorgepflicht des Arbeitgebers steht dieser in der Pflicht, die im Betrieb tätigen Arbeitnehmer vor dem Ansteckungsrisiko zu schützen.

Der Arbeitgeber ist daher verpflichtet, über mögliche Infektionsrisiken aufzuklären. Zudem muss er für eine angemessene Hygiene am Arbeitsplatz sorgen. Desinfektionsmittel sollte zur Verfügung stehen und genutzt werden. Eine regelmässige Desinfektion des Arbeitsplatzes, zum Beispiel beim Personal- und Schichtwechsel, ist vorgeschrieben. Von grosser Bedeutung ist ausserdem die Wahrung einer Distanz zwischen den Arbeitnehmern von mindestens einem Meter. Wo dies aus arbeitstechnischen Gründen nicht möglich ist, muss angemessene Schutzkleidung getragen werden. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in geschlossenen Räumen wie beispielsweise in einer Werkstatt oder in Industriebereichen ist derzeit nicht mehr zwingend vorgeschrieben.

Reglungen für den Kundenverkehr

Auch in Einzelhandelsbetrieben ist ein Mund-Nasen-Schutz nicht mehr erforderlich, das Einhalten eines Ein-Meter-Abstandes bleibt aber nach wie vor aufrecht. Dieser muss auch bei Dienstleistungen aller Art möglich sein. Kann der vorgeschriebene Abstand nicht eingehalten werden und stehen auch keine anderen Schutzmassnahmen wie beispielsweise eine Plexiglasscheibe zur Verfügung, so tritt hier die Mund-Nasen-Schutz-Pflicht erneut in Kraft. Idealerweise sollte am Eingang zudem Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt werden.

Homeoffice als Alternative

Dort, wo eine persönliche Anwesenheit des Arbeitnehmers nicht zwingend erforderlich ist, kann die Arbeitstätigkeit nach wie vor ganz oder teilweise ins Homeoffice verlagert werden. Ist dies aus technischen oder logistischen Gründen nicht durchführbar, sollten die Büroarbeitsplätze entzerrt werden. Auch hier gilt der Mindestabstand von mindestens einem Meter.

Sicherheitszonen und Leitsysteme

In Betrieben mit vielen Beschäftigten macht die Einrichtung von Sicherheitszonen und Leitsystemen Sinn. Für Arbeitnehmer, die zur Risikogruppe gehören, können Sicherheitszonen geschaffen werden, die von anderen Arbeitnehmern nicht oder nur eingeschränkt betreten werden dürfen. Leitsysteme ermöglichen es, die Belegschaft in getrennten Gruppen zu ihren Arbeitsplätzen zu führen. Auf diese Weise lassen sich Kontakte vermindern und im Notfall Infektionsketten besser nachvollziehen.

Infektionsketten nachvollziehen

In Corona-Zeiten ist die Dokumentation in Betrieben besonders wichtig. Durch eine vollständige Erfassung lässt sich nachvollziehen, zu welchen Personen ein Infizierter Kontakt hatte. So kann eine Quarantäne der gesamten Belegschaft verhindert werden. Zu diesem Zweck sollten auch Dienstreisen auf ein notwendiges Minimum eingeschränkt werden.

Desinfektionsmittel selbst herstellen: Wie geht das und was ist erlaubt?

In Betrieben werden aufgrund der Hygienevorschriften grosse Mengen an Desinfektionsmittel benötigt, sodass es zu Lieferengpässen kommen kann. Dem können Unternehmen relativ einfach entgegenwirken, indem sie Desinfektionsmittel selbst herstellen. Dazu sind lediglich grosse Mengen an Ethanol erforderlich. Dieser hochprozentige Alkohol wird unter Beachtung von Brandschutzvorschriften in Sprühflaschen umgefüllt.

Diesen können Parfüm- oder Duftstoffe zugesetzt werden. Eine gute Alternative sind fertige Konzentrate, die mit Ethanol und destilliertem Wasser zu gebrauchsfertigem Desinfektionsmittel ergänzt werden. Die Herstellung von Desinfektionsmitteln ist genehmigungspflichtig. In Corona-Zeiten ist es aufgrund des hohen Bedarfs Unternehmen gestattet, die Substanzen selbst herzustellen. Sie dürfen aber nur dem Eigenbedarf dienen und nicht vertrieben werden. Ausserdem sind bei der Herstellung die Sicherheitsregeln für den Umgang mit Gefahrgütern und in Bezug auf den Brandschutz einzuhalten.

 

Titelbild: M2020 – shutterstock.com

Über belmedia Redaktion

belmedia hat als Verlag ein ganzes Portfolio digitaler Publikums- und Fachmagazine aus unterschiedlichsten Themenbereichen aufgebaut und entwickelt es kontinuierlich weiter. Getreu unserem Motto „am Puls der Zeit“ werden unsere Leserinnen und Leser mit den aktuellsten Nachrichten direkt aus unserer Redaktion versorgt. So ist die Leserschaft dank belmedia immer bestens informiert über Trends und aktuelles Geschehen.


Ihr Kommentar zu:

Coronavirus: Was gilt es in Betrieben zu beachten?

Für die Kommentare gilt die Netiquette! Erwünscht sind weder diskriminierende bzw. beleidigende Kommentare noch solche, die zur Platzierung von Werbelinks dienen. Die Agentur belmedia GmbH behält sich vor, Kommentare ggf. nicht zu veröffentlichen.