Maschinen für Wald und Forst

30.07.2014 |  Von  |  Maschinen
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Maschinen für Wald und Forst
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Wald- und Forstarbeit hat etwas Romantisches. Man stellt sich gerne Flanellhemd tragende, muskelbepackte Recken vor, die mit schmetternden Liedern und schwingenden Äxten den Bäumen das Fürchten lehren. Doch von diesen Vorstellungen sollte man sich verabschieden. Die High-Tech ist zwar auch in der Forsttechnik angekommen. Dennoch ist der Wald, insbesondere wenn es um den Holzschlag geht, einer der gefährlichsten Arbeitsplätze, die es gibt.

Aus diesem Grund ist das Gerät, welches in Wald und Forst erforderlich ist, nicht mit Standardfahrzeugen abzudecken. Die Forsttechnik hat in den letzten zwanzig Jahren gewaltige Fortschritte gemacht, welche sich nicht nur in Sicherheit und Effizienz niederschlagen. Auch für den Forst an sich arbeiten die modernen Maschinen wesentlich schonender und umweltfreundlicher, als es die früheren Generationen vermochten.



Geradezu spektakulär wirkt der Auftritt einer Holzerntemaschine mit Schreittechnik. Diese Maschinen wirken wie aus einem Science-Fiction-Film. Auf vier bis sechs Beinen krabbelnd sind diese Fahrzeuge besonders für enge und steile Wälder geeignet. Mit weit schwingenden Auslegerarmen, an welchen Greifer und Kettensägen befestigt sind, können diese Maschinen gezielt Bäume auswählen, packen, absägen, und – und das ist wirklich erstaunlich – mit einer integrierten Baumfräse auch gleich entasten. Die Kabine des Maschinenführers ist dabei besonders stabil ausgeführt, sodass selbst bei einem Sturz oder dem Einschlagen eines Baumes auf das Fahrzeug die Sicherheit des Betreibers gewährleistet ist. Die so punktuelle Entnahmemöglichkeit von Bäumen schont den Wald insgesamt enorm, da wesentlich weniger Wege für die Fahrzeuge angelegt werden müssen. Neben der Ausführung mit Schreittechnik werden Holzerntemaschinen auch mit Sechsradantrieb angeboten.

Für den Abtransport der geschlagenen Baumstämme steht ebenfalls Spezialgerät zur Verfügung.. (Bild: Kletr / Shutterstock.com)

Für den Abtransport der geschlagenen Baumstämme steht ebenfalls Spezialgerät zur Verfügung.. (Bild: Kletr / Shutterstock.com)

Für den Abtransport der geschlagenen Baumstämme steht ebenfalls Spezialgerät zur Verfügung. Früher wurden zu diesem Zweck Raupenbagger eingesetzt. Diese schienen aufgrund ihrer Robustheit und Massivität für den Waldeinsatz gut geeignet. Jedoch hat man festgestellt, dass der weiche Waldboden nur den grösseren Raupen eine ausreichende Stabilität erlaubt. Nach dem Befahren des Waldbodens hatten diese Maschinen den Boden jedoch dermassen verdichtet, dass ein Wiederaufforsten eines nicht mehr benötigten Weges sehr aufwändig wurde. Aus diesem Grund wurden die Forstschlepper entwickelt. Forstschlepper sind mit den Traktoren technisch verwandt. Wie diese werden sie zum Ziehen verwendet. „Trahere“ ist Latein und bedeutet eben dieses – ziehen.

Forstschlepper sind grösser und haben eine wesentlich stabilere Fahrerkabine als normale Ackerschlepper. Sie muss ihren Fahrer nicht nur bei Stürzen und Überschlägen schützen, sondern ebenfalls vor einschlagenden Baumstämmen. Statt auf Ketten bewegen sich Forstschlepper auf vier bis sechs grossen Ballonreifen. Sie sind insgesamt leichter als die vormals eingesetzten Raupen, weswegen das Problem mit der Bodenverdichtung bei diesen Maschinen nicht mehr auftritt. Ihrer Zugkraft und ihrem Grip nimmt ihr gegenüber den Raupen vermindertes Gewicht keinen Abbruch. Tonnenschwere Anhänger mit dutzenden von Baumstämmen bepackt aus dem Wald ziehen zu können ist das Einsatzgebiet dieser Spezialmaschinen. Die grossen Reifen des Forstschleppers geben ihm zudem eine hohe Bodenfreiheit und Geländegängigkeit. Gräben, schlechte Wegstrecken oder vollkommen unerschlossenes Gebiet sind für einen Forstschlepper deshalb in der Regel problemlos zu bewältigen. Eine Gemeinsamkeit der Forstschlepper mit den Ackerschleppern ist, dass sie gut erweitert werden können. Räumschilde für den Wintereinsatz, Anbaubagger oder Ladeschaufeln können den Forstschlepper schnell in ein Universal-Werkzeug verwandeln, das die Einrichtung eines Waldarbeiter-Camps erheblich beschleunigt.

Zum Abtransport der geschlagenen Holzstämme steht neben dem Forstschlepper noch ein weiteres Fahrzeug zur Verfügung. Der unter dem lustigen Namen „Rückezug“ vermarktete Schwerarbeiter ist im normalen Strassenbild kaum anzutreffen. Diese Fahrzeuge sind von der ersten bis zur letzten Schraube genau auf den originären Zweck hin konstruiert. Ein Rückezug ist ein sechs- bis achträdiges Fahrzeug, welches Motor und Fahrerkabine über den beiden, eng beieinander liegenden Vorderachsen angebracht hat. Im hinteren Bereich hat der Rückezug eine Ladefläche, welche mittels u-förmiger, stabiler Schienen für die Aufnahme von Baumstämmen konstruiert ist. Die Aufgabe des Rückezugs ist es, die geschlagenen Baumstämme zu einem Umschlagsplatz zu transportieren, von wo aus sie mit einem herkömmlichen Lastwagen abgeholt werden können. Die Transportkapazität von einem Rückezug kann 18 Tonnen erreichen.

Ein Rückezug hat ebenso wie ein Forstschlepper grosse Ballonreifen mit Traktorenprofil. Eine Bodenverdichtung wird mit diesem Bauprinzip minimiert und auch das Eigengewicht der Maschine hält sich im Rahmen. Mit sogenannten „Bogiebändern“, welche wie eine Kette um die Räder gelegt werden können, kann die Geländetauglichkeit des Rückezugs nochmals erhöht werden. Ein integrierter Kran erleichtert das Auf- und Abladen der geschlagenen und entasteten Baumstämme. Angetrieben werden Rückezüge mit grossvolumigen Dieselmotoren. Weitere Bezeichnungen für Rückezüge sind „Forwarder“ und „Tragrückeschlepper“. Mit Hilfe von Seilwinden können Rückezüge auch gut an steilen Hängen eingesetzt werden. Voll beladen tritt auch bei Rückezügen wieder das Problem der erhöhten Bodenverdichtung auf. Mit Reisig-Auspolsterungen der Fahrgassen und dem Einsatz der Bogie-Bänder kann dieser Effekt weitestgehend vermieden werden.



 

Oberstes Bild: © Nicram Sabod – Shutterstock.com



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