MEM-Industrie in unsicherem Fahrwasser

15.11.2016 |  Von  |  News
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MEM-Industrie in unsicherem Fahrwasser
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Die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM-Industrie) zeigt ein reichlich diffuses Bild. Während einige Spartenbereiche sich im Aufwind befinden, geht es bei anderen bergab.

Erfreulich ist die Entwicklung der Auftragseingänge. Sie stiegen in den ersten neun Monaten dieses Jahres im Vergleich zur Vorjahresperiode um +12,4 Prozent an. Auch die Erwartungen der Unternehmer für die kommenden zwölf Monate haben sich im Verlauf des Jahres verbessert.

Dem gegenüber reduzierten sich die Umsätze von Januar bis September 2016 im Vergleich zum Vorjahr um -3,4 Prozent. Die Güterexporte legten nur unwesentlich zu (+0,4 %). Die Umsätze dürften im Verlauf des nächsten Jahres aufgrund des aktuell anziehenden Bestellungseinganges wieder
ansteigen.

Die Frage bleibt jedoch, ob die Firmen damit etwas verdienen. Der Franken hat sich in den letzten Wochen gegenüber dem Euro wieder aufgewertet. Nach wie vor stehen viele Betriebe – vor allem KMU – unter einem hohen Preis- und Margendruck. Einige dieser Firmen kämpfen um ihr Überleben.

In den ersten drei Quartalen 2016 stiegen die Auftragseingänge in der MEM-Industrie im Vergleich zur Vorjahresperiode um +12,4 Prozent. Insbesondere das zweite (+18,5 %) und das dritte (+18,4 %) Quartal weisen kräftige Zuwächse auf. Allerdings verbirgt sich hinter dieser erfreulichen Entwicklung aufgrund schlechter Vorjahresquartale ein Basiseffekt. Dennoch hat der Auftragseingangs-Index im dritten Quartal 2016 einen Stand erreicht, der – im Vergleich mit den jeweiligen Werten im dritten Quartal – seit 2008 nie mehr so hoch war.

Auch die Erwartungen der Unternehmer für die kommenden 12 Monate haben sich sowohl bei den Grossunternehmen wie auch bei den KMU in diesem Jahr laufend verbessert. Gemäss der jüngsten Swissmem-Befragung rechnen 42 Prozent der Unternehmer mit zunehmenden Aufträgen aus dem Ausland. Lediglich 12 Prozent befürchten einen Auftragsrückgang.

Der Umsatz fällt und der Export steigt mässig

Die Zeitspanne zwischen Auftragseingang und dessen Niederschlag in den Umsätzen beträgt in der MEM-Industrie durchschnittlich sechs bis neun Monate. Es überrascht deshalb nicht, dass die Umsätze in den ersten neun Monaten 2016 im Vergleich zur Vorjahresperiode um -3,4 Prozent gesunken sind. Dieser Rückgang ist die Konsequenz des schwachen Auftragseinganges im Vorjahr. Vom Umsatzrückgang sind Grossfirmen und KMU gleichermassen betroffen.

Die Exportentwicklung zeigt ebenfalls, dass die erwartete Erholung erst zögerlich eingesetzt hat. Die Güterausfuhren der MEM-Industrie betrugen in den ersten drei Quartalen 47,1 Milliarden Franken. Sie lagen damit nur +0,4 Prozent über dem Ergebnis der Vorjahresperiode.

In den einzelnen Subbranchen entwickelten sich die Exporte unterschiedlich. Die Ausfuhren von Präzisionsinstrumenten stiegen um +5,2 Prozent und jene von Elektrotechnik/Elektronik um +2,0 Prozent. Bei den Metallen liegt der Zuwachs bei +2,2 Prozent. Hingegen sanken die Exporte im Maschinenbau um -1,4 Prozent.

Auch die einzelnen Absatzregionen zeigen ein uneinheitliches Bild. Die Exporte nach Asien reduzierten sich in den ersten neun Monaten um -6,3 Prozent. Dem gegenüber nahmen die Ausfuhren in die EU, dem mit Abstand wichtigsten Markt, um +3,5 Prozent zu. Auch die Exporte in die USA erhöhten sich um 4,2 Prozent. Damit setzte sich die hohe Wachstumsdynamik im US-Markt weiter fort. Ob es unter dem neuen US-Präsidenten tatsächlich zu protektionistischen Massnahmen kommt, wird sich erst weisen.

Frankenschock noch nicht definitiv überwunden

Insgesamt zeigt die Lage der Schweizer MEM-Industrie ein diffuses Bild. Die Auftragseingänge und die Einschätzungen der Unternehmer deuten auf eine Erholung hin. Die aktuellen Umsatz- und Exportzahlen belegen aber, dass der positive Trend noch nicht in den Betrieben angekommen ist.

Zudem führen die jüngsten Restrukturierungsankündigungen zu einer gewissen Verunsicherung. Die Umsätze dürften aufgrund des anziehenden Bestellungseinganges im Verlauf des nächsten Jahres wieder ansteigen. Die Frage bleibt jedoch, ob die Firmen damit etwas verdienen. Der Franken ist gegenüber dem Euro nach wie vor deutlich überbewertet. In den letzten Wochen hat er sogar wieder an Wert zugelegt.

Peter Dietrich, Direktor Swissmem, stellt fest: „Aus den zahlreichen Kontakten mit Swissmem-Mitgliedfirmen weiss ich, dass die Situation in den Firmen sehr unterschiedlich ist. Nach wie vor stehen viele Betriebe – vor allem KMU – unter einem hohem Preis- und Margendruck. Einige dieser Firmen kämpfen um ihr Überleben.“

Ob es in naher Zukunft zu einer nachhaltigen Erholung in der Schweizer MEM-Industrie kommt, hängt primär von der künftigen Entwicklung des Wechselkurses sowie vom konjunkturellen Verlauf in den wichtigsten Absatzmärkten ab. Sehr wichtig ist, dass es zu keiner weiteren Aufwertung des Frankens gegenüber dem Euro kommt. Vielmehr wäre eine Abwertung des Schweizer Frankens notwendig, damit die Unternehmen wieder akzeptable Margen erwirtschaften können.

Die Konjunkturprognosen in den Hauptmärkten der Schweizer MEM-Industrie zeigen für 2017 nur ein verhaltenes Wachstum. Es wird entscheidend sein, dass keine neuen weltpolitischen oder wirtschaftlichen Verwerfungen erfolgen, welche dieses bescheidene Wachstum abwürgen könnten.

Innenpolitisch ist die Annahme der Unternehmenssteuerreform III ein zwingender Schritt, um die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen für die Schweizer Industrie zu verbessern. Davon
werden sowohl Grossunternehmen wie auch KMU profitieren. Bessere Rahmenbedingungen sind notwendig, damit die Wirtschaft auch künftig ihren Beitrag zum Schweizer Wohlstand leisten kann.

 

Artikel von: SWISSMEM
Artikelbild: © Kzenon – shutterstock.com



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