Dem Diebstahl im Betrieb vorbeugen

09.04.2014 |  Von  |  Sicherheit
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Dem Diebstahl im Betrieb vorbeugen
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Schäden, die Unternehmen pro Jahr durch Diebstähle entstehen, gehen in den Bereich von mehreren Millionen Franken. Oft sind es die eigenen Mitarbeiter, die „lange Finger“ beim Betriebseigentum machen und Werkzeuge, Materialien oder Produkte mitnehmen.

Nicht nur entsteht dem Unternehmen dadurch ein wirtschaftlicher Schaden durch den Verlust und die notwendige Neuanschaffung, auch können fehlende Materialien oder Ersatzteile den regulären Betriebsablauf stören oder sogar lahmlegen. Wirksamer Diebstahlsschutz ist daher in jedem Betrieb ein Thema, mit dem sich Verantwortliche beschäftigen sollten.



Gelegenheit macht Diebe. Was einfach klingt, enthält eine tiefe Wahrheit, das gilt im Betrieb ebenso wie bei einem offenen Auto, einer nicht geschlossenen Balkontür oder einem nachlässig abgelegten Mantel samt Portemonnaie. Doch während im privaten Bereich in der Regel ein Bewusstsein für die potenzielle Gefahr vorhanden ist, das die Menschen zur Vorsicht mahnt, fehlt dieses im betrieblichen Umfeld erschreckend oft. Dabei lässt sich das Diebstahlrisiko mit der passenden Betriebseinrichtung deutlich senken, ohne dabei alle Mitarbeiter und Besucher unter Generalverdacht zu stellen.

Strategien gegen den Diebstahl 

Grundsätzlich kann alles im Betrieb auch Begehrlichkeiten von Dieben wecken. Angefangen bei Produkten oder Materialien aus dem Lager über Werkzeuge und Verbrauchsmaterialien wie Kleberollen oder Büromaterial bis zu Leitern oder Transportgeräten. Dabei ist es für Diebe natürlich attraktiver, Dinge zu entwenden, die sich unauffällig mitnehmen und ebenso unauffällig veräussern lassen. Häufig spielt es für die Langfinger keine besondere Rolle, wen genau sie schädigen, vom Akkuschrauber der Betriebstechnik bis zum privaten Handy aus dem Spind reicht die Palette der möglichen Diebesgüter.

Aufklärung tut daher not, um alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu sensibilisieren. Das meint nicht, eine Mentalität der Überwachung zu etablieren, in der jeder jeden misstrauisch beäugt, sondern im Gegenteil zu vermitteln, dass Vertrauen innerhalb der Belegschaft ebenso für den Unternehmenserfolg mitverantwortlich ist, wie Fehlbestände im Lager oder bei Werkzeugen zu negativen Konsequenzen im Betrieb führen können, in Form von Bandstillstand, Produktionsausfall und Kundenärger. Wenn dies in den Köpfen jedes einzelnen Mitarbeiters verankert wird, ist eine gute Basis geschaffen, um das Diebstahlrisiko durch die Belegschaft zu verringern.



Neben Aufklärung tut Vorbeugung not, um eben möglichst keine Gelegenheit zum Diebstahl zu geben. Zum Schutz der Wertgegenstände der Belegschaft sollten beispielsweise abschliessbare Spinde vorhanden sein, zu denen nur der jeweilige Mitarbeiter den Schlüssel hat. So kann sichergestellt werden, dass Diebstähle von Mitarbeitereigentum deutlich erschwert werden und gleichzeitig kann sich der Betrieb aus der Haftung nehmen. Aus diesem Grund sind Schlösser mit Schlüssel besser geeignet als solche mit Zahlenschloss, denn hier besteht immer die Gefahr, dass die meist auf drei bis vier Ziffern begrenzte Zahlenkombination erraten werden kann und das Schloss von einem Unbefugten geöffnet wird.

Kennzeichnung von Betriebseigentum erschwert den Wiederverkauf

Besonders bei werthaltigen Gegenständen und solchen mit einem hohen Nutzwert besteht eine erhöhte Diebstahlgefahr. Darunter fallen Werkzeuge ebenso wie etwa Leitern, die durch ein spezielles Beschriftungsband markiert werden können. Auf diesem kann das Logo des Unternehmens aufgedruckt werden, wodurch zumindest der problemlose Weiterverkauf unterbunden werden kann. Auch Etiketten mit dem Betriebslogo und der Inventarnummer können helfen, gestohlene Waren wiederzufinden oder ihren Verkauf zu verhindern.

Effizienter ist es jedoch, wenn die Betriebseinrichtung nicht vom Arbeitsplatz entfernt werden kann. Möglich wird das durch abschliessbare Werkbänke und Stahlschränke, in denen werthaltige Materialien und Werkzeuge eingeschlossen und nur vom Vorgesetzten gegen Quittung ausgehändigt werden. Zur Auswahl stehen hier unterschiedliche Möglichkeiten: Vom Kastenwagen, der wahlweise mit Stangenverschluss und Vorhängeschloss oder mit einem Treibriegelverschluss samt Schwenkhebel und Zylinderschloss abgeschlossen werden kann, bis zu abschliessbaren Stahlschränken mit Türen oder Schubladen. 

Besonders kritisch ist die Situation im Lager, denn hier liegen grosse Mengen gleichartiger Güter frei zugänglich herum und stellen damit ein besonderes Risiko dar. (Bild: JSantti / Fotlia.com)

Besonders kritisch ist die Situation im Lager, denn hier liegen grosse Mengen gleichartiger Güter frei zugänglich herum und stellen damit ein besonderes Risiko dar. (Bild: JSantti / Fotlia.com)




Diebstahlsicherheit im Lager

Besonders kritisch ist die Situation im Lager, denn hier liegen grosse Mengen gleichartiger Güter frei zugänglich herum und stellen damit ein besonderes Risiko dar. Dabei sollten auch Warenein- und -ausgang in den Fokus genommen werden, denn auch hier bieten sich häufig Gelegenheiten für einen schnellen Griff. Erschwerend kommt hinzu, dass ein Diebstahl im Lager oft nicht sofort entdeckt wird, sondern erst dann, wenn ein Fehlbestand auf dem Lagerplatz vorhanden ist.

Hier helfen oft nur Massnahmen wie eine offen kommunizierte Videoüberwachung oder eine Warensicherung. Beides dient der Abschreckung und kann im Falle eines entdeckten Diebstahls dabei helfen, den Dieb zu identifizieren und haftbar zu machen. Allerdings sind diese Massnahmen mit höheren Kosten verbunden, die mit dem Wert der Lagerware in Relation gesetzt werden müssen.



Ein entscheidender Faktor: die Zufriedenheit der Mitarbeiter

Wird ein Mitarbeiter in flagranti erwischt, muss er die arbeitsrechtlichen Konsequenzen tragen, die in der Regel in einer fristlosen Kündigung bestehen. Das alleine wirkt jedoch nicht unbedingt abschreckend auf einen unzufriedenen Mitarbeiter, der unter Umständen bereits die innerliche Kündigung ausgesprochen hat und nur noch „Dienst nach Vorschrift“ leistet.

Unternehmen mit zufriedenen Mitarbeitern haben dagegen erfahrungsgemäss weniger Probleme mit Diebstählen seitens des Personals, denn eine hohe Loyalität der Mitarbeiter zum Unternehmen sorgt für eine höhere Hemmschwelle und eine gesteigerte Aufmerksamkeit der Belegschaft. Daher ist es eine erfolgversprechende Strategie, die Werker von Anfang an aktiv einzubinden und sie für die Konsequenzen von Diebstählen für den Betrieb und damit für ihre Arbeitsplätze zu sensibilisieren.



 

Oberstes Bild: © Pixinoo – Fotlia.com

Über Christian Praetorius

Christian Praetorius, Jahrgang 1969, gelernter Controller und Logistiker mit jahrelanger Berufserfahrung. Seit 2012 gemeinsam mit seiner Frau Christine als freier Texter und Autor selbständig, erfolgreich und glücklich. Seine Kunden schätzen ihn für klare Worte, originelle Slogans und kreative Wortspiele ebenso wie für seine absolute Zuverlässigkeit und Kundenorientierung. Schreibt aus Berufung und mit Leidenschaft für die Sprache, die Botschaft und den Leser.



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