Metallschneidanlagen: Formstücke aus Stahlplatten schneiden – rohe Gewalt, fein dosiert

05.06.2014 |  Von  |  Maschinen
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Metallschneidanlagen: Formstücke aus Stahlplatten schneiden – rohe Gewalt, fein dosiert
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Für die Fertigung von Protoypen, Einzelstücken oder Sonderkonstruktionen muss häufig jedes einzelne Bauteil aus einem Vormaterial separat gefertigt werden. Bei massiven Stahlkonstruktionen bedeutet dies, dass aus dicken Platten und Blöcken definierte und vorgeformte Stücke herausgeschnitten werden müssen. Die Maschinen, welche für diesen Zweck eingesetzt werden, müssen die für diese Aufgabe notwendige Kraft aufbringen, aber gleichzeitig so präzise wie möglich arbeiten.

Für das Heraustrennen massiver Formteile aus Stahlplatten stehen eine Reihe von Geräten und Maschinen bereit. Man kann sie in Handgeräte und in gesteuerte Maschinen untergliedern. Das klassische Handgerät, um dicken Blechen zu Leibe zu rücken, sind die Schneidbrenner. Diese bestehen aus einer handlichen Brennlanze, in welcher Sauerstoff und Brenngas miteinander vermischt werden. Das Gasgemisch tritt an der Düse der Lanze aus und entzündet sich in einer sehr heissen Flamme. Diese schmelzt das Metall einfach weg.



Für den Umgang mit einem Schneidbrenner sind die richtige Kleidung, etwas Geschick und einiges an Furchtlosigkeit notwendig. Mit einer guten Ausrüstung und einer gründlichen Einweisung kann ein Arbeiter aber schnell im Umgang mit einem Schneidbrenner angelernt werden. Nachteilig beim Schneidbrennen sind die unsaubere Schneidkante und eine hohe Gratbildung. Ausgebrannte Werkstücke müssen deshalb meistens noch gefräst werden.

Heisser, aber mit einer schmaleren und präziseren Flamme, arbeiten die Plasmaschneider. Die bei diesem Verfahren erzeugte Flamme ist einfacher in der Handhabung und genauer im Schnitt. Beim Plasmaschneiden entsteht kaum ein Grat. Die beim Plasmaschneiden entstehenden Gase sind allerdings gesundheitsschädlich, weswegen bei dieser Arbeit stets eine leistungsstarke Absaugung notwendig ist.

Gänzlich ohne schädliche Gase und dazu äusserst kühl arbeiten die Wasserstrahl-Schneidmaschinen. Sie setzen ausserdem einen sehr schmalen Schneidstrahl ein. Der Verschnitt ist bei diesem Verfahren am geringsten von allen Metallschneidverfahren. Wasserstrahl-Schneidmaschinen sind jedoch nicht als Handgeräte, sondern nur als stationäre Anlagen verfügbar. Sie erreichen eine sehr hohe Präzision, so dass die auf ihnen gefertigten Produkte zumeist sofort einbaufertig sind.

Plasma- und Brennschneidgeräte sind auch als Stationen verfügbar. Bis auf ihr Schneidverfahren unterscheiden sich die Schneidanlagen kaum voneinander. Sie bestehen alle aus einem grossen Arbeitstisch, auf welchem der Schneidkopf in einer Portalführung bewegt wird. Gesteuert werden stationäre Schneideanlagen mit einer CNC-Steuerung. Diese führt präzise und wiederholgenau die einprogrammierten Bewegungen durch. Mit einer geschickten Planung lässt sich so aus einer Halbzeugplatte ein Maximum an Werkstücken heraustrennen.

Noch präziser als das Wasserstrahlschneiden ist nur noch das Laserschneiden. Dies ist allerdings in der Dicke der verarbeitbaren Platten sehr begrenzt und wird deshalb hauptsächlich in der Dünnblechbearbeitung eingesetzt.

Die modernen Schneidverfahren garantieren auch bei widerstandsfähigstem Material beste Ergebnisse. Ausser an ihren jeweiligen Düsen tritt an diesen Geräten kaum ein grösserer Verschleiss auf. Sie sind deshalb nicht nur leistungsstark, sondern auch wartungsfreundlich.



 

Oberstes Bild: © Pavel L Photo and Video – Shutterstock.com


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