Sicherheit beim Be- und Entladen

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Sicherheit beim Be- und Entladen
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Der Transport von Gütern über teils weite Strecken ist ein Grundpfeiler des Handels. Allerdings gibt es dabei auch viele Gefahrenquellen für Mensch, Ladung und Fahrzeug. Gute und zeitgemässe Logistik umfasst nicht nur moderne Lagerung und zeitige Lieferung der Produkte, sondern auch deren sicheren Transport.

Dabei liegt ein oft vernachlässigter Unfallschwerpunkt auf dem Be- und Entladen. In vielen Unfallstatistiken zu diesem Thema tauchen Ladeunfälle nicht auf. Stattdessen geht es um Unfälle auf der Strecke, beispielsweise verursacht durch mangelhaft gewartete Fahrzeuge, Strassenschäden oder Fahrer, die durch zu lange Fahrzeiten gestresst oder ermüdet sind.



Zur Betriebssicherheit gehört eine gut durchdachte und ausgestattete Ladezone ebenso wie das Verfügbarmachen geeigneter Ladehilfen. Ausserdem müssen die Arbeitsplanung und das Zeitmanagement vor Ort funktionieren: Wo Menschen unter Druck und in Hektik arbeiten oder nicht genug helfende Hände vorhanden sind, geschehen mehr und schwerere Unfälle, die neben der Gesundheit der Mitarbeiter sowohl den Ruf als auch die Effizienz eines Unternehmens schädigen können.

Be- und Entladen von Lkw und anderen Fahrzeugen

Bevor das Fahrzeug nicht sicher an der Rampe bzw. in der Ladezone steht, wird auch bei eiliger Ladung kein Handgriff getan. Die Feststellbremse wird angezogen, Unterlegkeile sichern die statischen Räder des Fahrzeugs. Ist das geschehen, kann die Ladefläche betreten oder mit Flurfahrzeugen befahren werden. Falls der Fahrer nicht zum Bedienen der Ladebordwand oder anderer Lademechanismen gebraucht wird, kann er das Fahrzeug verlassen und eine Pause einlegen.

Besondere Vorsicht ist bei Nässe, Staub und Schmutz sowie beim Arbeiten im Dunkeln geboten. Ausreichende Beleuchtung sorgt beim Be- und Entladen für mehr Sicherheit; Rampen, Ladeflächen, Stufen und Transporthilfsmittel sollten gegebenenfalls auch zwischendurch gesäubert werden.



Für grössere Betriebe kann die Installation einer automatischen Licht- und Signalanlage sinnvoll sein.



Unfallschwerpunkt Laderampe

Die Laderampe muss ausreichend Platz für das sichere Gehen und Tragen bieten. Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestbreite wird von den wenigsten als Komfortmass empfunden; hier haben mitarbeiterfreundliche Chefs bei ausreichend grossem Budget also immer Luft nach oben. Laderampen müssen wenigstens eine gut begehbare Auf- und Abstiegsmöglichkeit bieten, etwa eine Treppe mit Geländer oder eine Schräge mit trittsicherem und rutschfestem Boden.

Auch die Rampe selbst sollte rundum ein Geländer haben, um zu verhindern, dass Personen oder Güter von ihr herunterfallen. Niedrige Rampen mit einer Höhe von weniger als einem Meter werden in ihrer Gefährlichkeit oft unterschätzt: Abstürze nach Fehltritten oder Zusammenstössen sind oft sehr unkontrolliert, und die geringe Fallhöhe sowie mitfallende Ladungsstücke verhindern meist das sichere Abfangen des Sturzes.

Unfallschwerpunkt Ladebrücke

Wenn das Fahrzeug nicht direkt an die Laderampe bzw. Ladezone heranfahren kann, lässt sich der entstehende Abstand durch eine Ladebrücke überbrücken. Da Ladebrücken in der Regel kein Geländer haben, müssen sie noch breiter sein als Laderampen. Zu berücksichtigen ist bei der Anschaffung zudem die Spurbreite des breitesten Gabelstaplers bzw. Flurfahrzeugs, das die Ladebrücke befahren wird.

Mithilfe einer Ladebrücke wird oft auch ein Höhenunterschied bewältigt. Hierbei darf die Neigung der Brücke jedoch nicht zu stark werden. Die zulässige Neigung ist dann eingehalten, wenn Personen auf der Ladebrücke sicher gehen und tragen bzw. Fahrzeuge und Transportfahrwerke sicher abgebremst und angehalten werden können. Je länger die Brücke ist, desto geringer darf der Höhenunterschied sein.

Ein weiterer wesentlicher Punkt ist das Anbringen und Abmontieren sowie Verstauen der Ladebrücke. Hier sind sichere Haltungen und kurze Tragstrecken wichtig. Die Arbeitsabläufe und Bewegungen sollten den verantwortlichen Mitarbeitern vertraut sein; Schutzkleidung verringert das Verletzungsrisiko.

Manche Ladebrücken werden zum Gebrauch nicht erst angebracht, sondern mechanisch oder mittels Motorantrieb aus einer Ruhestellung ausgefahren. Nach dem Ladevorgang müssen alle Brücken sofort entfernt bzw. in die Ruhestellung zurückgebracht werden.

Ausstattung von Fahrzeug und Ladezone. (Bild: Glaser / Fotlia.com)

Ausstattung von Fahrzeug und Ladezone. (Bild: Glaser / Fotlia.com)




Ausstattung von Fahrzeug und Ladezone

In grossen Fahrzeuge fahren oft Leitern, Sackkarren, Hubwagen o. Ä. mit. Diese sind jedoch nicht immer ausreichend und in bestem Zustand. Hilfsmittel für das rasche und sichere Be- und Entladen sollten in jedem Betrieb, der mit Gütertransporten umgeht, vorhanden sein. Sie gehören zur zeitgemässen Betriebseinrichtung und Lagerausstattung. Erfahrungsgemäss werden sie jedoch nur dann benutzt, wenn sie gut erreichbar sind. 

Leitern, Brücken, Griffe, Tritte und Hilfen für den Handtransport sollten sich möglichst nah bei der Rampe bzw. Ladefläche befinden. Sie dürfen jedoch nicht im Weg stehen, wenn sie einmal nicht gebraucht werden; ausserdem müssen sie so gelagert werden, dass sie vor Schmutz und Feuchtigkeit, etwa Spritzwasser von den Fahrzeugreifen, gut geschützt sind.

Schulungen für das Arbeiten Hand in Hand

Der Mensch ist ebenfalls ein Unfallschwerpunkt: Seine Leistungsbereitschaft und -fähigkeit schwanken mit Uhrzeit und Tagesform; Hektik, mangelnde Erfahrung, Erschöpfung oder unzureichendes körperliches Training führen zu Denk- und Arbeitsfehlern. Beim Be- und Entladen arbeiten mehrere Menschen zusammen, was die Fehler- und Schadensmöglichkeiten vervielfacht. Daher sollte das Ladeteam nicht nur aus fähigen Individuen bestehen, sondern bestenfalls ein gut aufeinander eingespieltes Team sein. 

Gute Stimmung und starke Sprüche an der Rampe („Drei Mann, vier Ecken, los geht’s!“) reichen nicht: Um die Zusammenarbeit beim Be- und Entladen zu optimieren, bieten sich betriebliche Schulungen an, in denen Mitarbeiter im gemeinsamen ergonomischen und effizienten Heben, Halten, Tragen, Drehen, Schieben und Fahren von Lasten unterwiesen werden.



 

Oberstes Bild: © Photographee.eu – Fotlia.com

Über Christian Praetorius

Christian Praetorius, Jahrgang 1969, gelernter Controller und Logistiker mit jahrelanger Berufserfahrung. Seit 2012 gemeinsam mit seiner Frau Christine als freier Texter und Autor selbständig, erfolgreich und glücklich. Seine Kunden schätzen ihn für klare Worte, originelle Slogans und kreative Wortspiele ebenso wie für seine absolute Zuverlässigkeit und Kundenorientierung. Schreibt aus Berufung und mit Leidenschaft für die Sprache, die Botschaft und den Leser.



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