Verbindungselemente im Betrieb – Sichtlagerkästen als ideale Lagermöglichkeit

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Die Erfindung des Gewindes geht auf den griechischen Philosophen Archimedes zurück, der die sogenannte Archimedische Schraube entwickelte. Auf diesem Prinzip basierend werden noch heute Flüssigkeiten gefördert, und als konsequente Weiterentwicklung wurde das Gewinde mit einem passenden Gegengewinde versehen, wodurch feste und formschlüssige Verbindungen möglich werden, die zudem den Vorteil bieten, wieder gelöst und neu verbunden werden zu können.

Damit sind Gewinde in industriellen und betrieblichem Umfeld nicht mehr wegzudenken, denn mit Hilfe von Verbindungselementen lassen sich Regalanlagen montieren oder Motoraufhängungen und viele andere Konstruktionen realisieren.



Schrauben, Muttern, Scheiben – keine andere Bauteilegruppe besitzt einen solchen Stellenwert in Unternehmen wie Verbindungselemente. Egal ob in der Produktion, im Lager oder im Werkstatt-Bereich, überall finden sich Schraubverbindungen. Für die meisten produzierenden Unternehmen stellen Verbindungselemente sogenannte C-Teile dar, also Artikel mit geringem Wert und einem geringen Lagerbestand, die dennoch unverzichtbar sind, um die eigenen Produkte zu montieren, versandbereit zu machen oder zu reparieren.

Sie sind Teil von vielen Stücklisten, und auch wenn es sich „nur“ um Kleinteile handelt, kann es betriebliche Prozesse empfindlich stören, wenn die benötigte Schraube oder Mutter am Arbeitsplatz nicht verfügbar ist.

Sichtlagerkästen sorgen für Ordnung und Übersicht 

Aus diesem Grund nutzen viele Betriebe für die Lagerung der benötigten Verbindungselemente Sichtlagerkästen aus Kunststoff, die in verschiedenen Grössen und Farben angeboten werden. In diese können die Verbindungselemente umgefüllt und dann direkt am Point of Fit bereitgestellt werden. Dank ihrer hohen Stabilität und Widerstandskraft gegen Laugen, Säuren und Öle lassen sich die Sichtlagerkästen dauerhaft auch unter widrigen Produktionsbedingungen einsetzen und sorgen so für mehr Übersicht im Betrieb und in der Montage.



Werden viele unterschiedliche Verbindungselemente an einem Ort benötigt, lassen diese sich mit Hilfe von Sichtlagerkästen optimal organisieren. Dazu können die Kästen beispielsweise auf einem Wandpaneel aus gelochtem Stahlblech oder auf einem speziellen Behälterwagen angeordnet werden. Hierfür müssen die Sichtlagerkästen über eine Einhängenase an der Rückseite verfügen. Im Fachhandel sind daher komplette Behälterwagen erhältlich, die mit 100 oder 160 passenden Behältern ausgeliefert werden. Diese sind für die Selbstmontage vorbereitet und in weniger als einer Stunde einsatzbereit.



Damit die erstrebte Übersichtlichkeit wirklich erzielt wird, sollten die Kästen vor der Befüllung etikettiert werden. Die passenden Etiketten können direkt mitbestellt werden und sind grössenmässig auf die unterschiedlichen Kastendimensionen ausgelegt. Da die Kästen in verschiedenen Farben erhältlich sind, kann auch über die Kastenfarbe eine logische Struktur erzielt werden, etwa indem Bolzen und Schrauben in roten und Muttern in blauen Boxen gelagert werden.

Verbindungselemente wirtschaftlich beschaffen und lagern

Gerade aufgrund der geringen Werthaltigkeit und ihrer dennoch hohen Bedeutung für den Produktionsprozess verursacht die Beschaffung von Verbindungselementen in der Regel unverhältnismässig hohe Kosten. Eine wirtschaftliche Alternative zur Eigenbeschaffung stellt für Produktionsunternehmen mit einem regelmässigen Bedarf nach unterschiedlichen Verbindungselementen die Einschaltung eines Dienstleisters dar, der die Beschaffung übernimmt und die Verteilung im Betrieb vornimmt.



Hierbei wird auf das aus Japan stammende Kanban-Prinzip zurückgegriffen, das einer logistischen Pull-Strategie entspricht. Jeder eingesetzte Sichtlagerkasten wird dazu eindeutig adressiert, als Stammfach für ein bestimmtes Verbindungselement festgelegt und befüllt. Ist der Behälter leer, sind also sämtliche darin lagernden Schrauben oder Muttern verbaut, wird der zugehörige Barcode gescannt und generiert damit eine Nachbestellung.

Alternativ kann mit mehreren Kästen pro Artikel gearbeitet werden, die etwa in einem Durchlaufregal hintereinander oder in einem Regal übereinander angeordnet werden. So wird wirkungsvoll verhindert, dass die Produktion mangels Bauteilen zum Stillstand kommt. Denn wenn der eine Kasten leer ist und eine Nachbestellung auslöst, ist ein weiterer Vorrat im zweiten Kasten vorhanden und kann in der Produktion weitergenutzt werden.

Ein solches C-Teile-Management ist grundsätzlich nicht auf Verbindungselemente beschränkt, wird jedoch für diese von zahlreichen Industrieunternehmen genutzt, da neben der geringen Werthaltigkeit der Verbindungselemente auch ihre Modellvielfalt den Beschaffungsprozess zusätzlich verkompliziert.

Kipp- und Blockboxen für Struktur im Betrieb. (Bild: masterzphotofo / Fotolia.com)

Kipp- und Blockboxen für Struktur im Betrieb. (Bild: masterzphotofo / Fotolia.com)

Kipp- und Blockboxen für Struktur im Betrieb

Eine andere Variante der klassischen Sichtlagerkästen stellen Kippboxen dar, die sich für Kleinteile jeder Art eignen. Sie verfügen über eine kippbare Lade und schützen damit den Inhalt vor Staub und anderen Verschmutzungen. Die Lade ist aus klarem Kunststoff gefertigt, damit lässt sich der Inhalt erkennen, ohne die Kippbox zu öffnen. Zudem können auch hier Etiketten angebracht werden, um etwa die genaue Bezeichnung gemäss Stückliste auf der Box anzubringen. 

Blockboxen werden ebenfalls aus Kunststoff hergestellt und ähneln in Form und Gestaltung des klassischen Sichtlagerkästen. Was sie besonders macht, ist die Möglichkeit, die Boxen miteinander zu verbinden, dazu finden sich hinten und auf den Seitenwänden Passungen und Stege. Durch einfaches Ineinanderstecken lassen sich die Blockboxen miteinander verbinden, so lassen sich ganze Wandfronten mit den Boxen konstruieren.

Die in vier unterschiedlichen Grössen erhältlichen Blockboxen lassen sich beliebig miteinander kombinieren und können ebenfalls etikettiert werden. Dazu verfügt jede Box an der Vorderseite über eine passende Aussparung in der Grösse 15×50 mm, in der ein Etikett befestigt werden kann. Um dieses vor Verschmutzung oder Verlust zu schützen, sollte zudem ein passender Schutz in Form einer transparenten Abdeckung angebracht werden, alternativ kann das Papieretikett mit Klarsichtfolie überzogen und damit geschützt werden.



 

Oberstes Bild: © Pictures4you / Fotolia.com

Über Christian Praetorius

Christian Praetorius, Jahrgang 1969, gelernter Controller und Logistiker mit jahrelanger Berufserfahrung. Seit 2012 gemeinsam mit seiner Frau Christine als freier Texter und Autor selbständig, erfolgreich und glücklich. Seine Kunden schätzen ihn für klare Worte, originelle Slogans und kreative Wortspiele ebenso wie für seine absolute Zuverlässigkeit und Kundenorientierung. Schreibt aus Berufung und mit Leidenschaft für die Sprache, die Botschaft und den Leser.


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