Wie funktioniert eigentlich Zeitarbeit?

12.09.2014 |  Von  |  Allgemein
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Wie funktioniert eigentlich Zeitarbeit?
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Viele Betriebe arbeiten mit Zeitpersonal und können damit Auftragsspitzen bearbeiten und flexibel auf die Schwankungen des Marktes reagieren. Es gibt viele Vor- und Nachteile, die diese Form der Beschäftigung mitbringt, aber es gibt sehr viel mehr Vorurteile, die oftmals unbegründet sind. Die Zeitarbeitsunternehmen bedienen sich der rechtlichen Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt und vermitteln Fachkräfte, aber auch Mitarbeiter für Hilfstätigkeiten.

Wir möchten mit diesem Artikel aufklären, was die Zeitarbeit kann und was nicht. Wie läuft die Arbeitnehmerüberlassung grundsätzlich ab und wie kann man sie nutzen, um wieder in ein geregeltes Arbeitsverhältnis zu gelangen? Lesen Sie weiter.



Warum setzen die Unternehmen Zeitarbeit ein?

Für die Unternehmen ist Zeitarbeit nur ein Instrument, um die Auftragsspitzen abzuarbeiten, aber trotzdem hierzu keine neuen Mitarbeiter fest einstellen zu müssen. Sie brauchen nur zum Hörer zu greifen und einen der zahlreichen Dienstleister anzurufen, um die Personalbestellung in Auftrag zu geben. So bleibt man flexibel und kann die Mitarbeiter nach Beendigung des Auftrags wieder abmelden und für andere Einsätze freigeben.

Vorteile der Zeitarbeit

Die Zeitarbeit hat viele Vorteile für Unternehmen und Mitarbeiter. Hier finden Sie eine Auflistung zur besseren Übersicht:



  • Lieber Vollzeit in der Arbeitnehmerüberlassung als Teilzeit mit wenig Gehalt in einem anderen Job.
  • Auch mit geringer Qualifikation können Mitarbeiter wieder zu einer Festanstellung gelangen, da sie im Unternehmen zeigen können, dass sie zuverlässig sind und sich für eine Übernahme eignen.
  • Überbrückung von studienfreien Zeiten zwischen den Semestern.
  • Tarifgebundene Mindestlöhne je nach Qualifikation.
  • Zusatzleistungen wie Fahrgeld, Urlaubs- und Weihnachtsgeld.
  • Flexible Mitarbeiterplanung für die Unternehmen.
  • Vermeidung von finanziellem Risiko für die Unternehmen.

Leider bringt die Zeitarbeit auch einige Nachteile mit sich. Diese haben wir Ihnen hier ebenfalls aufgelistet:

  • Viele Unternehmen nutzen die Zeitarbeit nicht nur kurzfristig, sondern füllen einen prozentualen Mitarbeiteranteil mit Leiharbeitern.
  • Oftmals schnell wechselnde Einsätze an vielen verschiedenen Orten.
  • Geringere Bezahlung als für die fest eingestellten Mitarbeiter bei gleicher Tätigkeit.
  • Sind keine Aufträge vorhanden, wird oftmals gekündigt.
  • Firmen wissen nicht, wen sie geschickt bekommen.
  • Mitarbeiter eventuell nicht so motiviert wie fest angestellte Mitarbeiter.
  • Man fühlt sich nach einer gewissen Zeit als „Springball“.

Wir hoffen, dass wir mit unseren oben genannten Punkten etwas Licht ins Dunkel bringen konnten. Die Zeitarbeit ist ein nicht zu verachtender Wirtschaftsfaktor in allen Ländern der EU. Es ist allerdings wichtig, dass die Mitarbeiter gut bezahlt werden und eine echte Chance auf die Übernahme in ein festes Einstellungsverhältnis haben.





Bewerben Sie sich bei einem der vielen Dienstleister für Zeitarbeit. (Bild: Michal Kowalski / Shutterstock.com)

Bewerben Sie sich bei einem der vielen Dienstleister für Zeitarbeit. (Bild: Michal Kowalski / Shutterstock.com)

Wie läuft der Vorgang in der Zeitarbeit ab, wenn man Arbeit sucht?

Zunächst bewirbt man sich bei einem der vielen Dienstleister für Zeitarbeit. Hier füllt man einen Bewerbungsbogen aus und wird in die Kartei aufgenommen. Der Personaldisponent einer Firma versucht nun, einen passenden Einsatz zu finden.

Ruft ein Kunde in genau diesem Moment an und benötigt jemanden, kann es sein, dass man sofort einen Arbeitsvertrag unterschreiben kann. Diese sind oftmals befristet für die Dauer des Auftrags oder bei der Aussicht auf einen längeren Einsatz auch unbefristet. Man wird im Büro des Dienstleisters mit allen nötigen Unterlagen und auch mit der Sicherheitsausrüstung versorgt und erhält die Adresse des Kunden. Zum vereinbarten Zeitpunkt geht man wie gewohnt zur Arbeit und lässt sich von den Mitarbeitern des Kunden in die geforderte Arbeit einweisen.



Welche Verträge schliessen die Kunden mit den Dienstleistern?

Der Kunde schliesst im Hintergrund mit dem Dienstleister einen Arbeitnehmerüberlassungsvertrag ab. Dieser beinhaltet den Mitarbeiter, die Tätigkeit, den Einsatzort und natürlich die Vergütung. Entgegen der weit verbreiteten Meinung, dass die Dienstleister einen Teil des Lohns einbehalten, hat der Rechnungsbetrag für den Kunden nicht direkt etwas mit der Bezahlung des Mitarbeiters zu tun. Der Lohn wird vor dem Einsatz vereinbart und so ausbezahlt, wie es im Arbeitsvertrag steht. Der Verrechnungssatz, der mit dem Kunden verhandelt wurde, beinhaltet diesen Lohn, aber auch noch weitere Gelder wie Kosten für Dienstleisterlöhne, Steuern, Betriebsaufwendungen, Sicherheitsausrüstung, Zahlungen an Berufsgenossenschaften und vieles mehr.

Wie sollte die Zusammenarbeit zwischen Kunde, Dienstleister und Mitarbeiter aussehen?

Die Arbeitsbedingungen sollten nicht schlechter sein, als wenn man fest in einem Unternehmen beschäftigt ist. Zusätzlich zu den geregelten Pausen müssen unbedingt genügend Zeiten für Entspannung und Regeneration vorhanden sein. Es sind also keine unverhältnismässigen Überstunden oder Doppelschichten erlaubt. Der Mitarbeiter sollte auch dann, wenn er über eine Zeitarbeitsfirma in einem Unternehmen arbeitet, als vollwertiges Mitglied des Fertigungsprozesses betrachtet werden, damit er sich wohlfühlt und seine Arbeit mit Verantwortung und der nötigen Motivation durchführt. Leider ist es in vielen Betrieben immer noch so, dass Leiharbeiter als Kollegen zweiter Klasse angesehen werden. Man sollte die Ressourcen lieber fördern und versuchen, den Mitarbeiter mit ins sichere Boot zu holen, als ihn abzuwerten. So kann Zeitarbeit ein wunderbares Mittel sein, um wieder in ein geregeltes Arbeitsleben zu gelangen.




 

Oberstes Bild: © mangostock – Shutterstock.com


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