Künstliche Intelligenz: Chance oder Risiko für die Arbeitswelt?

23.04.2019 |  Von  |  Maschinen, News
Keine Beiträge mehr verpassen? Hier zum Newsletter anmelden!
Künstliche Intelligenz: Chance oder Risiko für die Arbeitswelt?
Jetzt bewerten!

Jede Veränderung, die sich nicht mehr beeinflussen lässt, schafft zunächst einmal Angst. Diese zutiefst menschliche Reaktion hat auch der digitale Wandel ausgelöst. Stichwörter wie zum Beispiel Digitalisierung oder künstliche Intelligenz sorgen für reflexartige Ablehnung in Teilen der Gesellschaft. Dazu zählen Arbeitnehmervertreter, die vor massiven Einbrüchen bei Jobs warnen. Dass sich der Arbeitsmarkt bereits dramatisch verändert hat und sich noch schneller und deutlicher ändern wird, steht ausser Frage.

Doch bedeutet dies auch gleichzeitig den Untergang der Arbeitswelt, so wie wir sie kennen?

Der Wandel findet seit Jahrhunderten statt

Jeder Wandel birgt Risiken in sich. Schon mit Beginn der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert fürchtete man um die Arbeitsplätze. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren Zukunftsforscher der Meinung, dass die Menschen Ende des Jahrhunderts nur noch maximal 20 Stunden pro Woche arbeiten würden, weil einfach nicht genügend Jobs für alle da sein würden. Doch damals galt das Gleiche wie heute auch, denn der Anstieg der Produktivität sorgt für neue Arbeitsfelder. Die Arbeit verschwindet nicht, sie verändert sich nur. Das illustriert am besten ein Blick auf die grössten und wertvollsten Konzerne der Welt. Wo früher Erdöl-Giganten wie BP, Royal Dutch Shell oder Exxon dominierten, bestimmen heute Technologie-Unternehmen wie Google, Facebook, Apple und Amazon das Bild. Das sind Unternehmen, die vor 20 Jahren entweder noch gar nicht existierten, oder gerade erst am Anfang standen. Künstliche Intelligenz dringt mehr und mehr in alle Bereiche vor. Was als Duell eines Computers gegen den Schachweltmeister begann, hat heute bereits den halben Planeten erfasst.

Künstlicher Intelligenz wohin man sieht

Künstliche Intelligenz ist nichts Neues für uns. Bereits heute kommt sie in vielen Bereichen des täglichen Lebens vor, ohne dass es uns auf den ersten Blick tatsächlich bewusst ist. Bekanntestes Beispiel dafür sind sicherlich die virtuellen Assistenten. Diese finden sich beispielsweise auf Webseiten und Apps und unterstützen die Kunden bei Fragen zu den verschiedensten Themen. Sprachassistenten wie Siri von Apple oder Alexa von Amazon arbeiten ebenfalls mit einer künstlichen Intelligenz im Hintergrund, die die Sprachbefehle und Anfragen analysiert und umsetzt. Glücksspielautomaten funktionieren mit einem Wahrscheinlichkeits-Algorithmus, der bestimmt wann welche Symbole auf dem Bildschirm erscheinen. Grosse Industrieunternehmen lassen längst den idealen Zeitpunkt für die Wartung bzw. den Austausch von Maschinenteilen von einer künstlichen Intelligenz vorausberechnen und reduzieren so die Zeiten, in denen die Maschinen nicht einsatzbereit sind. In der Landwirtschaft hilft die künstliche Intelligenz, den optimalen Zeitpunkt für die Aussaat und die Bewässerung herauszufinden.

Fluch oder Segen?

Einige Berufe werden durch die künstliche Intelligenz verschwinden. So weit sind sich alle Forscher einig. Sie raten allerdings auch, keine Angst vor der Zukunft zu haben. Wo heute noch LKW-Fahrer dafür sorgen, das Waren quer durch die Welt transportiert werden, werden zukünftig selbstfahrende Autos „tätig sein“. Wenn heute Ärzte Röntgenbilder begutachten, wird bald eine künstliche Intelligenz die punktgenaue Diagnose stellen. Gerade Fertigungsberufe und die Produktion werden am stärksten von einer Übernahme durch Maschinen betroffen sein.

Wo es die künstliche Intelligenz schwer haben wird, sind Berufe mit Soft Skills. Ein Beispiel dafür sind nicht nur Kindergärten, sondern auch jene Pflegeberufe, die menschliche Anteilnahme erfordern. Der Schlüssel für den Erfolg am Arbeitsmarkt wird auch in Zukunft Bildung sein, so weit sind sich Experten einig.


Quelle: Photo by Comfreak, CC0 Public Domain, Pixabay


Künstlicher Mensch oder Superintelligenz?

Wohin die aktuellen Entwicklungen schlussendlich führen werden, ist noch ungewiss. Visionen zur Gestaltung der Zukunft des Menschen gibt es genug. Die Forschung auf dem Gebiet der Robotik schreitet zügig voran. Experten wie der Wiener Physiker Werner Gruber gehen davon aus, dass künstliche Menschen, also Roboter, bereits in wenigen Jahren in den Alltag der Menschen Einzug halten werden. Auch er sieht nur wenige Gefahren, dass die Menschen durch die technische Entwicklung am Arbeitsmarkt überflüssig werden könnten. Vielmehr würden die Roboter, seiner Meinung nach, den Menschen einfache Arbeiten abnehmen und die menschliche Innovationskraft damit für anspruchsvollere Tätigkeiten verfügbar machen.

Vor ganz anderen Gefahren warnt der schwedische Philosoph Nick Bostrom. Der Schöpfer der Simulationstheorie beschreibt in seinem Bestseller „Superintelligenz“ trocken und vollkommen emotionslos die einzelnen Stadien bis zur Entwicklung einer Superintelligenz. Ob diese dann der Menschheit friedlich oder gar feindlich gesonnen sein wird, ist aus seiner Sicht wenig bis gar nicht beeinflussbar. Dass die Superintelligenz eines Tages kommen wird, scheint ihm zufolge unausweichlich. Zu Bostroms Fans und Unterstützern zählen immerhin Microsofts Bill Gates und Teslas Elon Musk, und diese beiden Technologie-Innovatoren zählen zu jenem Personenkreis, der die digitale Zukunft des Menschen in den nächsten Jahrzehnten mitentscheiden wird.

 

Titelbild: Photo by geralt, CC0 Public Domain, Pixabay

Über belmedia Redaktion

belmedia hat als Verlag ein ganzes Portfolio digitaler Publikums- und Fachmagazine aus unterschiedlichsten Themenbereichen aufgebaut und entwickelt es kontinuierlich weiter. Getreu unserem Motto „am Puls der Zeit“ werden unsere Leserinnen und Leser mit den aktuellsten Nachrichten direkt aus unserer Redaktion versorgt. So ist die Leserschaft dank belmedia immer bestens informiert über Trends und aktuelles Geschehen.


Ihr Kommentar zu:

Künstliche Intelligenz: Chance oder Risiko für die Arbeitswelt?

Für die Kommentare gilt die Netiquette! Erwünscht sind weder diskriminierende bzw. beleidigende Kommentare noch solche, die zur Platzierung von Werbelinks dienen. Die Agentur belmedia GmbH behält sich vor, Kommentare ggf. nicht zu veröffentlichen.