Sind Taschenmesser im Büro erlaubt?

13.03.2020 |  Von  |  Allgemein, Sicherheit
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Taschenmesser sind heute beliebte Begleiter. Im Rucksack oder in der Handtasche – zuweilen auch in der Hosentasche findet man die nützlichen Freunde. Für den Spaziergang im Wald, das Picknick im Freien oder – im Fall eines echten Schweizer Taschenmessers – auch für kleine Reparaturarbeiten nebenbei. Doch so praktisch die kleinen Helfer auch sein können. Es gibt verschiedene Gesetze, die das Tragen von Messern begrenzen. Dann stellt sich noch die Frage, inwieweit das Tragen eines Messers im Büro sinnvoll und erlaubt ist.

Gerade für Menschen, die den ganzen Tag im Büro arbeiten, ist ausreichend Bewegung sehr wichtig. Das bedeutet für viele, dass sie in der Mittagspause oder nach der Arbeit in den Wald oder in den Park gehen, um frische Luft zu schnappen und sich zu bewegen. Da kann ein Taschenmesser in der Tasche durchaus hilfreich sein.

Bleibt die Frage, was wirklich erlaubt ist

Die Frage, welche Messer in der Schweiz an welcher Stelle erlaubt sind, war lange Zeit sehr schwer zu beantworten. Denn das Waffengesetz war eine kantonale Angelegenheit. Das heißt, dass jedes Kanton für sich ein entsprechendes Waffengesetz verabschieden konnte. Im Zweifel bedeutete das, dass ein Messer in einem Kanton erlaubt sein konnte – in einem anderen aber nicht. Das konnte schon mal für Verwirrung sorgen.

Mit den verschiedenen Reformen des Waffengesetzes hat man es geschafft, in der Schweiz ein weitgehend einheitliches Gesetz zum Schutz der Bevölkerung zu schaffen. Dabei gibt es immer noch kleine Schlupflöcher, wie beispielsweise die Möglichkeit der Kantonsregierungen, Sperrzonen einzurichten, in denen das Tragen jeder Art von Messer untersagt ist. Wenn das eigene Büro in einer solchen Sperrzone liegt, ist das Tragen jedweder Art von Messer dort untersagt.

Generell ist das Waffengesetz, was Messer angeht, in der Schweiz erfrischen einfach zu verstehen. Messer mit feststehender Klinge und nur einer geschliffenen Seite unterliegen so gut wie keinen Reglementierungen. Auch Einhandmesser ohne Öffnungsunterstützung sind unkritisch. Wer also ein praktisches Schweizer Taschenmesser mit sich führt, wird in der Öffentlichkeit keine Probleme damit haben.

Was geht tatsächlich im Büro?

Natürlich kommt es bei der Frage, was im Büro erlaubt ist und was nicht, immer auch ein Stück weit auf den Arbeitgeber an. Auch die Branche ist eine wichtige Frage. Wer beispielsweise in einem Bereich arbeitet, in dem er häufig mit Beschwerdeführern und teilweise auch aufgebrachten Publikum zu tun hat, der sollte auf keinen Fall ein Taschenmesser offen im Büro liegen haben.

Generell ist die Frage nach dem Taschenmesser im Büro immer auch eine Frage nach der Sicherheit. In anderen Ländern wie England und auch in Teilen Deutschlands nimmt die Zahl der Messerangriffe in den letzten Jahren zu. Vor allem Gewalttaten in einer Büroumgebung, zum Beispiel gegen Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes in Städten oder in den Kantonsverwaltungen, werden mit einem Messer begangen. Zum Glück kommen solche Situationen nur sehr selten vor. Ist allerdings für einen ohnehin bereits aufgebrachten Kunden ein Messer griffbereit, kann das schnell zu einer Kurzschlussreaktion führen.


Zwei Angestellte streiten sich über Konflikt am Arbeitsplatz

Vorallem in Berufen mit viel Streitpotential sollte ein Taschenmesser sich nicht in der Nähe aufhalten bzw. verboten werden. (Bild: fizkes – shutterstock.com)


Gibt es für das Messer im Büro gesetzliche Grundlagen?

Die gibt es nicht. Im Büro gelten die gleichen Waffengesetze, wie in jedem anderen Bereich in der Schweiz auch. Was allerdings wichtig ist, ist die Meinung des Arbeitgebers. Das Schweizer Taschenmesser in der Tasche des Hausmeisters ist sicherlich etwas anderes als das Klappmesser ohne Öffnungsunterstützung aber mit einer relativ langen Klinge auf dem Schreibtisch des Sekretärs der Geschäftsführung. Selbst wenn man das Messer als Brieföffner verwendet, oder im in der Mittagspause den Apfel zu schneiden – die Zustimmung des Chefs sollte eingeholt werden, wenn ein Messer offen im Büro verwendet wird.

Wer das Taschenmesser grundsätzlich nur im Rucksack hat, weil er es in der Mittagspause oder nach der Arbeit im Wald oder beim Picknick mit Freunden und Familie verwenden möchte, muss sich darum allerdings keine Gedanken machen.

 

Titelbild: Nimantha – shutterstock.com


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