Dem Abfall die Zähne zeigen – Zerkleinerer und Schredder

05.06.2014 |  Von  |  Abfallsammlung, Maschinen
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Dem Abfall die Zähne zeigen – Zerkleinerer und Schredder
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Betrachtet man einen grossen Haufen Unrat, so kommen bei den meisten Menschen nur Ekel und Ablehnung als Gefühle infrage. Die Produktion scheinbar unbrauchbaren Abfalls ist jedoch ein exklusiv menschliches Phänomen. In der Natur ist das vollständige Rezyklieren aller hergestellten Materialien fest ins Programm jedes Biozyklus eingebunden.

Über Jahrzehnte hinweg wurden weltweit die Ausscheidungen der Produktionsgesellschaft auf Deponien gelagert oder einfach nur verbrannt. Doch die Müllberge können nicht mehr höher werden und es meldet sich zunehmend auch von anderer Stelle ein dringender Handlungsbedarf: Die Ressourcen werden knapp. Das Verscharren und Verbrennen der teuer hergestellten Produkte kann deshalb keine Dauerlösung mehr sein.



Problematisch an den ausgedienten Geräten, Maschinen und Möbeln ist, dass es sich bei ihnen um Werkstoffmischungen handelt. Gehäuse aus Kunststoff, Rahmen aus Stahl, Spulen aus Kupfer, Leiterplatten aus Glasfasern und Kühler aus Aluminium finden sich in nahezu jedem technischen Gerät. Um Werkstoffe wirkungsvoll wiederverwenden zu können, müssen sie aber sortenrein getrennt werden. Dazu kann man die Geräte, Möbel und Maschinen mühsam auseinanderschrauben. Dies geht aber nur manuell und nimmt viel Zeit in Anspruch.

Einfacher geht es dagegen mit einem Schredder. Die technisch einfachen, in ihrer Konstruktion aber sehr anspruchsvollen Maschinen sind der erste Schritt, um aus einem ungeordneten Haufen Abfall eine sortenreine Verwertung möglichst vieler Wertstoffe zu erreichen. Schredder bestehen aus einem massiven Gehäuse von der Grösse eines LWs, in welchen zwei ineinanderkämmende Zahnwalzen sich gegeneinander drehen.

Das Geheimnis der Leistungsfähigkeit eines Schredders besteht in seinem Drehmoment. Zwar drehen sich die Walzen auch mit einer hohen Geschwindigkeit. Entscheidender als die Rotation ist jedoch die Kraft, mit welcher die Zähne ineinandergreifen und damit jeden eingeworfenen Gegenstand zu kleinen Partikeln zerreissen.

Ausser mächtigen Motoren und leistungsstarken Getrieben ist auch die Kupplung ein neuralgischer Punkt an einem Schredder. Bei unsortiertem Müll, wie er in den meisten Fällen vorliegt, können immer massive Gegenstände darin versteckt sein. Es ist technisch kaum zu bewerkstelligen, garantiert jede Art von Unrat in der gleichen Geschwindigkeit zu zerkleinern.

Liegen also Steine oder massive Metallgegenstände in einer Sammlung von Reststoffen, muss die Maschine augenblicklich stoppen. Die integrierte Sensorik eines modernen Schredders erlaubt zwar sehr kurze Reaktionszeiten. Die Blockade der Zahnwalzen löst jedoch in jedem Fall einen kurzen, aber heftigen Impuls in der Maschine aus. Diesen so abzufangen, dass es nicht zu Schäden an den Wellen, dem Antrieb oder den Lagern kommt, ist Aufgabe der Kupplung. Die erforderliche Qualität, welche für jedes Bauteil eines Schredders notwendig ist, erklärt die hohen Anschaffungspreise für diese Maschinen.



Schredder stehen am Anfang der Verwertungskette von Abfallstoffen. Zu einheitlich grossen Partikeln zerkleinert, können die gewonnenen Wertstoffe getrennt, sortiert, gesammelt und wiederverwertet werden.

Oberstes Bild: © bikeriderlondon – Shutterstock.com


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