Qualitätssicherung, Teil 2: Oberfläche und Masshaltigkeit

08.06.2014 |  Von  |  Sicherheit
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Qualitätssicherung, Teil 2: Oberfläche und Masshaltigkeit
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Die zerstörende Qualitätssicherung dient vorwiegend zur Vermeidung der Verarbeitung fehlerhaften Materials. Sie wird deshalb vor allem im Wareneingang eingesetzt. In der Fertigung ist eine fortlaufende Qualitätskontrolle aber ebenso wichtig. Sie dient zur Überprüfung der einzelnen Fertigungsschritte. Hierzu haben sich einige Verfahren durchgesetzt.

Das wichtigste Instrument zur Sicherung der Fertigungsqualität ist das menschliche Auge. Es ist daher notwendig, jedem Arbeiter an jeder Fertigungsmaschine genau zu erklären, wie das Werkstück vor und nach dem Bearbeiten auszusehen hat. Darüber hinaus muss der Arbeiter über typische Fehler aufgeklärt werden, welche an den jeweiligen Arbeitsplätzen erfahrungsgemäss auftreten können. Dazu ist das Bereithalten schadhafter Musterstücke sinnvoll.




Dies ist ein 3-teiliger Bericht zum Thema Qualitätssicherung:

Teil 1: Zerstörende Werkstoffprüfungen
Teil 2: Oberfläche und Masshaltigkeit
Teil 3: Zerstörungsfreie Werkstoffprüfung


Konkrete Ergebnisse erhält man mit dem Einsatz von Messinstrumenten. Um die Geometrie eines Werkstücks zu überprüfen, sind Universal-Messgeräte in einer breiten Auswahl verfügbar. Von der Mikrometerschraube bis zum Massband stellt die Industrie alle Arten von Längen-, Breiten- und Querschnittsmessgeräten bereit. Neben den rein optisch-mechanisch arbeitenden Hilfsmitteln stellt die moderne Technik auch eine Vielzahl hochpräziser elektronischer Geräte zur Verfügung. In der Längen- und Breitenmessung haben sich Lasersysteme durchgesetzt. Diese können auch grosse Bauteile bis auf den hundertstel Millimeter genau messen.



Bei komplexen Bauteilen, wie beispielsweise geschweissten Rahmen, sind besonders präzise Instrumente notwendig. Das Koordinaten-Messgerät ist eine solche Maschine, welche äusserst genau ein komplexes Produkt überprüfen kann. Diese Maschinen bestehen aus einem Roboterarm, an welchem ein hochempfindlicher Messkopf befestigt ist. Dieser fährt die definierten Punkte an und gibt so die Ist-Werte in eine Datenbank ein. Mithilfe einer Software kann so ein ständiger Soll-Ist-Vergleich durchgeführt werden.

Manche Mitarbeiter sind jedoch mit dem Umgang mit einer Millimeterschraube oder einem Messschieber überfordert. In manchen Fällen ist das Hantieren mit diesen präzisen Messinstrumenten auch zu zeitraubend und umständlich. In diesen Fällen empfiehlt es sich, genau angepasste Schablonen herzustellen, an denen ein Mitarbeiter sich orientieren kann. Dies kann vom einfachen Lochblech über einen präzise gedrehten Zapfen bis hin zu einem speziell ausgefrästen Prüfteil alles sein. Der Fantasie und Kreativität der Qualitätsverantwortlichen sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist nur, dass die eingesetzten Muster und Schablonen ihrerseits regelmässig auf ihre Masshaltigkeit überprüft werden.

Zu jeder Qualitätssicherung gehört eine genaue Dokumentation. Die exakte Einhaltung aller Vorgaben, welche zur Durchführung der Prüfung und Pflege der Dokumentation notwendig sind, ist äusserst kommunikationsintensiv. Gerade angelernte Hilfskräfte haben häufig grosse Schwierigkeiten damit, diese Vorgaben genau einzuhalten. Vor allem das Abweichen von der vorgegebenen Toleranz wird von angelernten Hilfskräften häufig als eigenes Fehlverhalten falsch interpretiert. Dann wird in den meisten Fällen versucht, mithilfe eines falschen Eintrags einen vermeintlich schuldhaft produzierten Ausschuss zu kaschieren. Mit einer wachsamen Kontrolle der protokollierten Ergebnisse auf Plausibilität kann hier falsch verstandenem Ehrgeiz gezielt vorgebeugt werden.



 

Oberstes Bild: © Piotr Krzeslak – Shutterstock.com



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